Weihnachtsbaum „Gretel“ ist an ihrem Platz für die kommenden Wochen angekommen – dem Römerberg in Frankfurt.
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Weihnachtsbaum „Gretel“ ist an ihrem Platz für die kommenden Wochen angekommen – dem Römerberg in Frankfurt.

Weihnachtsmarkt

Weihnachtsbaum Gretel erntet Hohn und Spott im Internet

  • VonKim Hornickel
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Frankfurt ist für seine hässlichen Weihnachtsbäume mittlerweile berühmt. In diesem Jahr sorgt Fichte Gretel für Spott. Da bleibt nur einer optimistisch.

Frankfurt - Sie wollte die Schönste sein und das trotz ihrer stolzen 90 Jahre. Weihnachtsbaum Gretel ist auf dem Römerberg angekommen. Aus dem Main-Kinzig-Kreis angereist hätte Gretel die märchenhafte Rettung der Weihnachtszeit in Frankfurt* werden sollen. Bunt geschmückt, mit strahlenden Lichterketten behangen, sollte ihr dichtes Fichtenkleid die Frankfurter Innenstadt verzaubern. Doch der Wunsch nach einem märchenhaften Winterwunderland verpuffte schon beim ersten Anblick.

Auch Gretels größter Fan, Bürgermeister Peter Feldmann, kann dem kargen Baum nur mühsam etwas abgewinnen. Der OB scheint auf die Magie der Dunkelheit zu setzen. „Spätestens, wenn alle Lichter hängen und Gretel den Römerberg festlich erstrahlt, sind alle Bedenken vergessen“, lässt der Bürgermeister in einer Pressemitteilung der Stadt verlauten. Feldmann ist für seinen Weihnachtsbaum-Optimismus bekannt, hatte er Fichte Bertl im vergangenen Jahr doch als „Hoffnungsträger“ geadelt.

Frankfurter Fichte: Gretel steht neben anderen Weihnachtsbäumen schlecht da

Das Netz ist weniger zimperlich. Die Frankfurter Gretel wird schon jetzt den Weihnachtsbäumen anderer Metropolen verglichen - und verliert haushoch. Auf Social-Media Plattformen wird der karge Baum neben im Lichterglanz präsentierten Bäumen in Rio, Washington oder Budapest gezeigt.

Der Weg von Gretel sollte in diesem Jahr geschmeidiger verlaufen. Sie sollte weniger Schaden nehmen, als Bertl bei der holprigen Ankunft im vergangenen Jahr. Über zwei Stunden dauerte es schließlich, die 90 Jahre alte Gretel mithilfe von zwei Kränen aufzustellen. Der Weihnachtsbaum am Römerberg soll nun weihnachtliches Flair in der Innenstadt versprühen. Dafür wurde die alte Dame noch einmal kosmetisch verschönert. Abgebrochene oder abgesägte Äste wurden wieder an der Fichte angebracht, um trotz des ramponierten Zustandes einen einigermaßen ansehnlichen Baum präsentieren zu können. Damit hatte die Stadt Frankfurt zumindest in diesem Jahr etwas weniger Arbeit, als mit Gretels Vorgänger Bertl. Der hatte die Nerven der Baumkosmetiker auf das Äußerste strapaziert.

Ob nun ein Zierbaum oder nicht, Gretel ist in Frankfurt angekommen und wacht über dem bunten Treiben in der Innenstadt. Ab dem 22. November startet dann auch der Weihnachtsmarkt in Frankfurt.

Häme aus dem Netz: Frankfurter Weihnachtsbaum muss Nadeln lassen

Doch wie schon Bertl, muss auch Gretel aus dem Spessart standfest sein und Spott und Häme über sich ergehen lassen. Dabei war sie zu Beginn ihrer Reise noch ganz ansehnlich. Nach der eigentlich nicht langen Reise, ist der gerupfte Baum in Frankfurt angekommen. Gretel hat jetzt nur noch wenig von ihrer alten Größe und die Frankfurter haben die besten Vergleiche schon parat. Wir haben einige hämische Sprüche zu Gretel-Sprüche zusammengestellt:

  • „Sprachlos, von der Fichte zur Klobürste.“
  • „Ihr solltet euch mal überlegen auf einen Kunstbaum umzusteigen.“
  • „Wie kann so etwas passieren? Schleifen die den Baum vom Spessart hierher?“
  • „Ist Frankfurt am Main scharf darauf, jährlich die goldene Himbeere für dekorative Weihnachtsbäume zu erhalten?!“
  • „Hätte man Gretel stehen lassen wo er war hätte sich wenigstens Hänsel gefreut.“
  • „Was für ein Gerippe“
  • „Und wieder geht der 1. Platz für einen, ääääähhhhhhhh „Weihnachtsfussel“ an Frankfurt am Main.“

Versöhnliche Töne schlagen nur wenige an. Die stellen sich aber auf die Seite des Baumes. Ihr Vorschlag: die Gretel und alle meterhohen Weihnachtsbäume im Wald zu lassen. Da blieben sie doch am längsten schön. (Kim Hornickel) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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