Corona-Pandemie

Weihnachtsmärkte in Frankfurt stehen auf der Kippe

Die Vereinsringe müssen ihre Planungen für die Weihnachtsmärkte in den Stadtteilen Frankfurts auf die neue Situation unter Corona-Bedingungen einstellen. Fest steht schon jetzt: Nicht jeder Budenzauber findet statt.

  • Es gibt viele Diskussionen um Weihnachtsmärkte während der Corona-Krise.
  • Viele Feste wurden wegen Corona bereits abgesagt – die Vereine leiden.
  • Viele Stadtteile in Frankfurt planen nach wie vor die Weihnachtsmärkte.

Frankfurt - In den Stadtteilen von Frankfurt müssen sich die Vereine und Vereinsringe entscheiden: Weihnachtsmarkt ja oder nein? Die hessische Landesregierung hat die Märkte kürzlich Wochenmärkten und Flohmärkten gleichgestellt. Soll heißen: Sie sind erlaubt, wenn die üblichen Abstandsregeln eingehalten werden. Die meisten Veranstalter haben trotzdem Bedenken. So wie etwa der Vereinsring Höchst, der jedes Jahr zum ersten Adventswochenende seinen Weihnachtsmarkt in der historischen Höchster Altstadt organisiert: Die Verantwortlichen haben noch keine verbindliche Entscheidung getroffen. Aber Vereinsringvorsitzender Claus Cromm weist auf ein generelles Problem hin, das viele der ehrenamtlich tätigen Organisatoren haben: "Wer übernimmt die Verantwortung, wenn es ausgerechnet bei uns zu einem Corona-Ausbruch kommt?"

Keine Feste in Frankfurt während Corona-Krise: Vereinen brechen Einnahmen weg

Der Höchster Vereinsring hatte schon das größte Fest des Frankfurter Westens, das mehrwöchige Höchster Schlossfest mit Altstadtfest, Konzertwochenende und Kerb, schweren Herzens absagen müssen. Das traf nicht nur die Besucher, sondern auch die Vereine: Viele verdienen auf dem Schlossfest das Geld für ihre Hallenmiete oder die Trainer-Gehälter, der Rest kommt dann beim Weihnachtsmarkt zusammen. Nun droht auch der auszufallen.

Auch Dietmar Pontow vom Vereinsring Heddernheim glaubt nicht, dass es dieses Jahr in Klaa Paris einen Weihnachtsmarkt geben wird: "Das Risiko ist viel zu groß. Wir können die Sicherheitsmaßnahmen ja bei so einer Massenveranstaltung gar nicht einhalten." Und ein Hotspot für Corona zu werden, damit tue sich kein Vereinsring einen Gefallen. "Allerdings ist bei uns die Entscheidung noch nicht gefallen. Wir haben im September eine Vorstandssitzung, da wird entschieden."

Weihnachtsmärkte in Frankfurt in Zeiten von Corona: Kein Budenzauber am Stadtwaldhaus

Definitiv fällt der Weihnachtsmarkt am Stadtwaldhaus aus. Dort informieren das Grünflächenamt und die Förster und verkaufen Spezialitäten. In diesem Jahr nicht.

Auch Barbara Neif vom Vereinsring Rödelheim ist pessimistisch, was den Nikolausmarkt am 28. November angeht: "Wir können auf dem engen Bahnhofsvorplatz die Sicherheitsabstände gar nicht einhalten", fürchtet sie.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt: Viele Stadtteile noch am Rätseln

Woanders steht die Entscheidung noch aus. Hauke Hummel vom Vereinsring Nied verweist auf die Vorstandssitzung in der nächsten Woche. Auch Willi Becker vom Vereinsring Schwanheim konnte noch nicht sagen, was mit dem Weihnachtsmarkt geschieht. "Ich habe gerade das Gespräch mit dem Ordnungsamt geführt wegen der Kerb. Diese wird definitiv abgesagt." Rüdiger Koch vom Vereinsring Nordend hält hingegen am Budenzauber fest: "Ich würde einen Weihnachtsmarkt anstreben. Es hängt von den Mitgliedern ab. Ich frage jetzt herum."

Sigrid Peppert vom Vereinsring Bornheim lässt sich die Laune nicht vermiesen: "Wir halten an unserem Nikolausmarkt fest. Und wir können auch nicht Vereine von der Teilnahme ausschließen." Aus ihrer Sicht sei es eine "Farce", am Glühweinstand auf den Abstand von 1,50 Metern achten zu wollen, "aber in der Fressgass oder im Nordwestzentrum kontrolliert es niemand". So lange der Nikolausmarkt nicht verboten werde, halte der Vereinsring daran fest. Für Vereine ist die Teilnahme in diesem Jahr sogar kostenlos.

Frank Weil vom Gewerbeverein Bergen-Enkheim berichtet: "Ich habe etwas gewartet, aber ich fange jetzt an zu planen." Und zwar zunächst alles wie gehabt, von der Nikolauskapelle bis zum Gemeindezentrum. "Es ist einer der idyllischsten Weihnachtsmärkte in Frankfurt, aber jeder Teilnehmer weiß, dass wir es auch kurzfristig absagen können, wenn die Situation es erfordert."

Frankfurter Stadtteile wollen Weihnachtsmärkte trotz Corona stattfinden lassen.

Weihnachtsmarkt am Goetheturm in Frankfurt: Planungen laufen

Bei Jens Breidenstein, der in Sachsenhausen den Weihnachtsmarkt am Goetheturm organisiert, laufen die Planungen "ganz normal", versichert er. "Ich kenne die Auflagen noch nicht, die werden uns wohl erst im September mitgeteilt." Einige Änderungen könnte es geben. So soll beispielsweise in den sozialen Medien darüber informiert werden, wie viele Besucher aktuell den Markt besuchen: "Die Leute brauchen ja nicht hochzufahren, wenn sie oben nicht weiter kommen", so Breidenstein. Denn klar sei, dass zumindest am Wochenende auch eine Security da sein müsse, um zu verhindern, dass der Markt überrannt werde.

Markus Schaufler von der IG Riedberg fängt ebenfalls an zu planen. "Die Bühne lassen wir weg. Es ist von den Kosten her zu riskant." Ähnlich sei es bei den Ständen außen: Es werden weniger sein als im Vorjahr, mit großem Abstand auf eine größere Fläche verteilt. "Wo es möglich ist, gehen wir in Innenräume." Ob drinnen, draußen oder gar nicht: Fest steht, dass die Weihnachtsmärkte 2020 anders sein werden als gewohnt. Corona-Pandemie macht Gastronomen große Sorgen: Warum Heizpilze die Rettung in der Not sein könnten

Rubriklistenbild: © Holger Menzel

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