Vikarin Johanna Bergner freut sich über die vielen verschiedenen Sterne, die Gemeinde- mitglieder der Erlöserkirche gebastelt oder gespendet haben.
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Vikarin Johanna Bergner freut sich über die vielen verschiedenen Sterne, die Gemeinde- mitglieder der Erlöserkirche gebastelt oder gespendet haben.

Kirche in Frankfurt-Oberrad

Weißt Du, wie viel Sternlein stehen

  • Stefanie Wehr
    VonStefanie Wehr
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In der Erlöserkirche hängen mehr als 1000 Exemplare von der Decke

Sterne, so weit das Auge reicht. Als hätte der Schöpfer des Volkslieds mit der Zeile "Weißt du wie viel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt?", der evangelische Pfarrer und Dichter Wilhelm Hey, Pate gestanden, leuchten hunderte und aberhunderte Sterne über den Sitzbänken der Erlöserkirche.

Blau ist auch das "Himmelszelt" im Kirchenraum, seit ein Lichtkünstler ihn mit blauen und gelben Scheinwerfern ausgestattet hat - an der Decke bewegen sich zudem sphärische Lichtpunkte, wie ferne Galaxien.

Wer am späten Nachmittag, wenn das Licht am schönsten ist, in die offene Kirche tritt, trifft dort höchstwahrscheinlich die Vikarin Johanna Bergner. Neben dem Eingang ist ein Basteltisch aufgebaut. "Wer will kann einfach reinkommen und einen Stern basteln", sagt die Pfarrerin in Ausbildung. "Manche haben lieber einen Falt-Stern auf dem Weihnachtsmarkt gekauft und vorbeigebracht", erzählt sie. Und so hängen von den quer durchs Kirchenschiff gezogenen Drähten die unterschiedlichsten Gestirne, groß und klein, bunt oder Gold, weiß oder bunt. Keines gleicht dem anderen, wie im echten Sternenhimmel.

Drahtseile quer durchs ganze Schiff

Die Vorbereitungen laufen schon seit Wochen, die eigentliche Aufbauzeit nahm vier Tage in Anspruch. "Wir mussten erst überlegen, wie wir die Sterne am besten aufhängen." Die Idee, die Drähte in den Spalten der Seitenwände, wo auch die Lautsprecher hängen, zu befestigen, hatte die Küsterin Margarete Homner. Sie hängt auch die neuen Sterne auf, die mit Haken und Schnüren an den Drähten befestigt sind. Wie viele Sternlein es sind, lässt sich kaum sagen, gut 1000 dürften es zum gestrigen Zweiten Advent gewesen sein.

In Oberrad erzählt man sich schon begeistert von dem bunten Himmelszelt, stellt Fotos in die sozialen Netzwerke ein. Wer an der offenen Eingangstür der Kirche vorbeiläuft, kann gar nicht anders, als einen Blick hineinwerfen. "Kinder kommen nach der Schule oder dem Hort vorbei, schauen und basteln noch einen Stern, bevor sie nach Hause gehen", berichtet Johanna Bergner. Die Kindergartenkinder haben mitgeholfen, der Klöppelkreis hat fleißig gebastelt und auch am Seniorennachmittag wurden Scheren und Schablonen ausgepackt.

25 Zacken in alle Richtungen

Vorne neben dem Altar steht auch schon die Holzkrippe mit allen Figuren darin - außer dem Jesuskind, das ja noch nicht geboren ist. Darüber leuchtet der rot-orangefarbene Stern von Bethlehem, ein so genannter Herrnhuterstern. Die bekannten Sterne mit den vielen, meist 25 Zacken in alle Richtungen gelten als Ursprung aller Weihnachtssterne. Sie gehen übrigens auf die Adventssterne der "Herrnhuter Brüdergemeine" zurück, eine Religionsgemeinschaft mährischer Einwanderer im 18. Jahrhundert.

Auch Pfarrerin Anne-Kathrin Helms freut sich über den Sternenhimmel. "Am nächsten Sonntag, 12. Dezember, laden wir ein zum Adventskonzert unter dem Titel ,Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg'", erinnert sie. Am dritten Advent also um 17 Uhr erklingen dann in der Kirche an der Wiener Straße 23 die Stimmen des Kinderchors unter Leitung von Matthias Helms). Außerdem spielen die "Blechwürmer", (Leitung: Malte Bratzke) und der Posaunenchor unter Leitung von Christian Göbel, und das Vocalensemble der Erlösergemeinde sowie DonnACappella singen Advents- und Weihnachtslieder. Der Eintritt ist frei.

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