+
Zwei Mädchen sitzen geschwächt auf einer Bank. Ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes kümmert sich um sie.

Gesundheit

Weitere schwere Noro-Fälle in Ferienlager

Die Zahl der schwer erkrankten Kinder und Jugendlichen in einem Thüringer Ferienlager ist seit gestern noch mal gestiegen. Insgesamt mussten 22 Erkrankte ins Krankenhaus.

Im Fall der am Norovirus erkrankten Schüler und Betreuer eines Ferienlagers im Thüringer Rauenstein (Kreis Sonneberg) ist die Zahl der schwer betroffenen Patienten gestiegen. Insgesamt mussten 22 Erkrankte in umliegende Krankenhäuser gebracht werden, wie ein Sprecher des Landratsamtes Sonneberg am Freitag mitteilte. Die Schüler und Betreuer aus Frankfurt und aus Berlin hatten über Übelkeit, Bauchschmerzen und Brechdurchfall, teils auch über Fieber und Kreislaufprobleme geklagt (wir berichteten). Zunächst gab es 20 Betroffene. „Einen derartigen Fall des Virus’ hatten wir in den vergangenen zehn Jahren hier noch nicht erlebt“, sagte der Sprecher.

Die ersten Erkrankten konnten noch am Donnerstag die Krankenhäuser verlassen. Auch im Laufe des Freitags traten weitere Patienten den Heimweg an. Wie viele Betroffene noch in den sechs verschiedenen Kliniken waren, konnte der Landratsamts-Sprecher nicht sagen. Der Zustand auch der schwer Erkrankten sei zuletzt stabil gewesen.

Das Ferienlager sei am Donnerstag komplett geräumt worden, hieß es. Rund 100 Einsatzkräfte seien beteiligt gewesen. Zunächst war eine Schleuse am Ausgang zur Desinfektion errichtet worden, um eine weitere Ausbreitung der hochansteckenden Viren zu verhindern. Das Camp soll bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

Schon am Donnerstag wurden leicht Erkrankte in Bussen und in Begleitung von medizinischem Personal in ihre Heimat nach Frankfurt und Berlin zurückgebracht. Teilweise holten Eltern ihre Schützlinge persönlich ab. Insgesamt waren 45 Schüler und Betreuer, die einige Tage in dem Ferienlager bleiben wollten, am Virus erkrankt.

Experten suchen nun nach der Ursache für den Ausbruch der Krankheit. Weil das Norovirus hoch ansteckend ist, greift es oft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen oder auch Krankenhäusern um sich. Im Landratsamt Sonneberg wird vermutet, dass Schüler das Virus mit in die Einrichtung brachten. Erste einzelne Erkrankungserscheinungen seien bereist am Wochenende, kurz nach Ankunft der Gruppen aufgetreten.

(dpa,red)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare