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Weltkriegsbombe wird Donnerstag in Frankfurt entschärft

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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In Frankfurt wurde ein Blindgänger gefunden, 700 Anwohner müssen heute während der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen. Auch wichtige S-Bahn- und ICE-Strecke liegen im Sperrbereich.

Frankfurt -Bei Baggerarbeiten auf einer Baustelle an der Kleyerstraße im Gallus ist am Mittwoch ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Nach Angaben der Feuerwehr muss die 50-Kilo-Bombe heute (Donnerstag) entschärft werden. 700 Anwohner müssen dafür bis 12 Uhr ihre Wohnungen verlassen.

"Der Blindgänger amerikanischen Typs ist abgesichert und befindet sich in einer stabilen Lage", erklärte Feuerwehrsprecher Andreas Mohn in einer am frühen Mittwochabend verbreiteten Erklärung. Heute werde der beim Kampfmittelräumdienst des Landes die Bombe entschärfen. Dazu müssen alle Bewohner in einem Evakuierungsbereich um den Fundort ihre Wohnungen räumen. Der fällt mit rund 250 Metern deutlich kleiner aus als bei den vorigen Ausquartierungen - wohl vor allem, weil es sich um eine verhältnismäßig kleine Bombe handelt.

Anwohner müssen raus, Rechenzentrum wird evakuiert

Dennoch seien nach Einwohnerzahlen etwa 700 Frankfurter im südlichen Wohnviertel um die Ackerstraße betroffen, erklärt der Feuerwehrsprecher. "Der Sperrbereich wurde von den zuständigen Behörden festgelegt, da im Falle einer Detonation große Gefahr für Leib und Leben besteht." Im Sperrgebiet befindet sich ein Kindergarten. Die Evakuierung betrifft auch die Baustelle des Wohnviertels "Westville" auf dem ehemalige Avaya-Gelände sowie Gewerbebetriebe an der Kleyerstraße. Konkret liegt hier ein großes Rechenzentrum. Knapp außerhalb des Sperrbereichs liegen weitere Rechenzentren, die zum weltgrößten Internetknoten gehören.

Wer den Bereich selbstständig verlassen kann, muss ihn laut einer von der Stadt erlassenen Allgemeinverfügung bis 12 Uhr am heutigen Mittag verlassen haben, betont der Sprecher. Die Feuerwehr koordiniere die Transporthilfe für eingeschränkt gehfähige Personen, die im betroffenen Areal wohnen: Wer Hilfe benötige, solle sich beim extra eingerichteten Bürgertelefon melden unter Telefon (069) 212-111. Das Bürgertelefon ist heute (24. März) bereits von 6.30 Uhr ab zu erreichen.

Unterkunft im Saalbau Griesheim möglich

Für von Corona betroffene Menschen im Evakuierungsbereich mit einer schriftlichen oder mündlichen ausgesprochenen Isolations- oder Quarantäneverfügung vom Gesundheitsamt, werde noch eine Unterbringungsmöglichkeit geschaffen. Das werde "zeitnah bekannt gegeben", kündigt der Sprecher an.

Für die von der Evakuierung betroffenen Personen, die Probleme haben, anderweitig unterzukommen, wird im Saalbau Griesheim, Schwarzerlenweg 57, von 11 Uhr an eine Betreuungsstelle mit einem coronagemäßen Hygienekonzept eingerichtet. Hierzu würden, wie auch zu anderen Fragen, weitere Informationen auf www.feuerwehr-frankfurt.de zu Verfügung gestellt.

S1, S2, S8, S9, ICEs und ICs wohl betroffen

"Auch der öffentliche Personennahverkehr sowie der Fernverkehr sind betroffen", betont der Feuerwehrsprecher. Details hierzu würden von den Verkehrsbetrieben rechtzeitig veröffentlicht. Durch den Sperrbereich hindurch verlaufen die Bahnstrecken der S1 und S2 zwischen Frankfurt und Höchst sowie die Strecke zum Flughafen. Somit dürften nicht nur in Griesheim und Nied zeitweise keine Bahnen fahren. Betroffen werden sein wird dadurch ebenso der Betrieb der S8 und S9 von und zum Flughafen sowie der ICE- und IC-Verkehr zwischen Flughafen und Hauptbahnhof. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

Karte zeigt Evakuierungsgebiet

Die Feuerwehr hat eine Karte des Evakuierungsgebiets mit Suchfunktion erstellt: https://t1p.de/lsz3

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