Weltstar Katie Melua trägt sich ins Gästebuch des Steigenberger Frankfurter Hofes ein. Heute tritt die Sängerin beim W-Festival in der Alten Oper auf.
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Weltstar Katie Melua trägt sich ins Gästebuch des Steigenberger Frankfurter Hofes ein. Heute tritt die Sängerin beim W-Festival in der Alten Oper auf.

Frankfurt-Konzert

Weltstar Katie Melua ist mächtig aufgeregt

Sängerin fiebert erstem Auftritt seit zwei Jahren entgegen

Seit einigen Tagen läuft das W-Festival, das früher als "Women of the World"-Festival bekannt war. Den Abschluss bildet heute Abend Katie Melua mit ihrem Auftritt in der Alten Oper. Die georgisch-britische Sängerin, Songwriterin und Musikerin bohrte sich mit Songs wie "Nine Million Bicycles" oder "The Closest Thing to Crazy" ins kollektive Musikgedächtnis. Wir trafen Katie Melua im Frankfurter Hof, dem neuen Partnerhotel des Festivals. Im Interview sprachen wir mit dem Weltstar über Frankfurt, Vorbilder, Bücher, Musik und natürlich über ihren Auftritt.

Warum haben Sie zugesagt, beim W-Festival zu spielen?

In Zeiten wie diesen ist es für mich eine absolute Ehre, bei einem solchen Event auftreten zu dürfen.

Wie lange haben Sie denn nicht gespielt?

Vor der Pandemie habe ich an meinem Album gearbeitet. So dass die letzte Show 2019 in Aachen war.

War Ihnen das W-Festival zuvor ein Begriff?

Nein, ich kannte es nicht. Aber ein Festival mit dem Thema ,weibliche Kreativität' kann nur wundervoll sein.

Worin unterscheiden sich denn weibliche und männliche Kreativität?

Das kannst du nicht verallgemeinern. Aber es gibt eins, was mein Bandmitglied Tim Harris mir über die unterschiedliche Art zu denken von Frauen und Männern zu mir sagte: Männer denken zielgerichtet in eine bestimmte Richtung, und Frauen denken in Dimensionen, nehmen alles um sie herum wahr. Ich glaube, da ist was dran. Ich glaube an die Einzigartigkeit des Individuums. Aber es gibt wohl bestimmte Charakteristiken. Deshalb glaube ich, dass weibliche Kreativität sich von männlicher unterscheidet.

Und wie?

Ich zum Beispiel nehme Fauna und Flora auf eine sehr weibliche Weise wahr, und sie haben einen bestimmten Effekt auf mich.

Welche Frau war oder ist Ihr musikalisches Vorbild?

Eva Cassidy. Sie ist unvergleichbar. Jedes Mal, wenn ich ihr ,Songbird'-Album höre, kommt es mir vor, als habe sie eine stürmische Architektur mit ihrer Stimme geschaffen. Für sie sollte ein Museum errichtet werden.

Und welche Musik hören Sie zurzeit?

Momentan mag ich das neue Billie-Eilish-Album, das ich großartig finde.

Gibt es deutsche Musikerinnen, die Sie hören?

Ich befinde mich momentan in Bonn. Und so denke ich nur an Beethoven.

Sind Sie denn nach dieser langen Phase der Konzert-Abstinenz aufgeregt?

Ja, natürlich. Ich bin sehr aufgeregt. Ich habe es so sehr vermisst, vor Publikum zu spielen. Ich liebe es, live zu spielen. Das ist für mich so wichtig wie der Sauerstoff, den wir brauchen, um zu leben. Mein komplettes Erwachsenenleben über stand ich auf der Bühne. Und es gibt nichts Vergleichbares. Es kann sich angsteinflößend und riskant anfühlen, aber vor Publikum live Musik zu machen, in der Qualität, in der ich das machen möchte - das ist eine absolute Ehre.

Was werden Sie spielen?

Es wird ein Akustik-Auftritt werden. Nur mein Bruder wird mich auf der Gitarre begleiten. Ich möchte einige schöne Songs darbieten.

Wie lange werden Sie spielen?

So ungefähr eineinhalb Stunden werden es sein.

Und was werden Sie spielen?

Lieder aus der neuen Platte. Wir wollten damit eine große Tour machen, aber das geht natürlich nicht. Aber auf jeden Fall spielen wir auch die Lieder, die sehr viele Leute kennen.

Hat Corona Ihr neues Album, "Album No. 8", beeinflusst?

Es war vor der Pandemie fertig geschrieben. Aber die Corona-Pandemie hat das Abmischen beeinflusst, denn London wurde von Corona heimgesucht, als wir uns mitten im Mix befanden. So mussten wir online mixen. Etwas, wovon ich nicht wusste, dass es klappen könnte. Aber es hat geklappt.

Und was hat das Virus mit Ihnen gemacht?

Es hat mir eine große Pause geschenkt. Es ließ mich darüber nachdenken, wie ich arbeite. Ich hatte mehr Zeit, die ich zu Hause verbrachte. Ich habe mehr gekocht, mehr gelesen und es hat mir gezeigt, wie sehr ich meine Arbeit wertschätze. Es hat mir geholfen zu erkennen, dass es nicht gut ist, zu viel zu tun, zu viele Konzerte zu geben. Denn das stumpft einen ab. Ich habe erkannt, wie wertvoll alles ist.

Sie waren bei der Gast-Rollen-Übergabe im Rahmen der Buchmesse. Das bleibt unvergessen. Haben Sie noch andere Beziehungen, Verbindungen zu unserer Stadt?

Ich kann mich gut erinnern. Das war einer meiner Lieblingsauftritte.

Warum?

Weil ich eine leidenschaftliche Leserin bin. Ich liebe Bücher. Wir als Georgier haben große Achtung vor der westlichen Kultur, so dass es für uns eine Ehre war, Partnerland zu sein. Und ich habe es sehr genossen, dort zu sprechen. Ich war oft in Frankfurt und habe gespielt. Überhaupt habe ich eine sehr gute Verbindung zu Deutschland, das so gütig zu mir ist. Ich finde Ihr Land so schön, dass ich Ihre Kultur in einer tieferen Ebene verstehen möchte.

Wie machen Sie das?

Ich lese zurzeit ,Why the Germans do it better' von John Kampfner.

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