Wie schon beim "Hopper" in Offenbach praktiziert, sollen jetzt auch bei den Frankfurter Rufbussen elektrisch betriebene Mercedes-Kleinbusse eingesetzt werden. Foto: KGV Offenbach
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Wie schon beim "Hopper" in Offenbach praktiziert, sollen jetzt auch bei den Frankfurter Rufbussen elektrisch betriebene Mercedes-Kleinbusse eingesetzt werden.

Frankfurter Mobilität

Wem der Rufbus hilft

  • vonFriedrich Reinhardt
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Wer Glück hat, wird vor die Haustüre chauffiert - Nachts um 1 Uhr ist Schluss

Frankfurt -Ab Januar 2022 - und damit ein viertel Jahr später als geplant - sollen On-Demand-Busse in und zwischen Nieder-Erlenbach, Harheim, Bonames und Nieder-Eschbach fahren. An sieben Tagen in der Woche von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts soll das Angebot gelten. Daran regt sich nun Kritik aus den Reihen der CDU.

Das Prinzip der On-Demand-Busse (der englische Ausdruck "on demand" heißt "auf Abruf") funktioniert so: Mit der App "ioki" oder mit einem Anruf kann man eine individuelle Busfahrt buchen. Man gibt Start- und Zielpunkt an, etwa vom eigenen Wohnort zum Supermarkt. Gibt es mehrere Buchungen mit gleicher Fahrtrichtung, errechnet die App eine Route, die die Fahrten verbindet. Für eine Fahrt zahlen Fahrgäste einen Grundpreis von zwei Euro, der entfällt, wenn man eine gültige Fahrkarte hat. Hinzu kommt ein "Komfortzuschlag" von einem Euro und noch einmal 0,30 Euro pro Kilometer. Das Projekt ist Teil einer Kooperation unter der Regie des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). So starten ähnliche Pilotprojekte in neun Regionen, etwa auch Hofheim, Limburg oder Offenbach.

Der Verkehrspolitiker Frank Nagel (CDU) kritisiert, dass es für das Projekt in Frankfurt kein Konzept gebe. Es sei unklar, welche Lücken im ÖPNV mit den Rufbussen geschlossen werden sollten. Fragt man im Verkehrsdezernat nach, verweist Dezernent Klaus Oesterling (SPD) an die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Ihre Antwort: "Da wir ein gutes Nahverkehrsangebot in den Stadtteilen vorhalten, wird der On-Demand-Service das bestehende Angebot für kürzere Wege in den Stadtteilen und als Zubringer ergänzen." Konkreter wolle er nicht werden, bevor das Konzept Mitte Juni vorgestellt wird.

Nieder-Erlenbachs Ortsvorsteher Yannick Schwander (CDU) möchte die Fahrzeiten an Wochenenden und Vorfeiertagen auf die Nacht ausweiten. Damit könnte es auch junge Menschen nutzen, die vom Feiern in der Stadt kommen. Laut Traffiq wäre diese Anpassung noch möglich. msr

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