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Eine rote, grüne, hellrote, gelbe und schwarze Wäscheklammer - symbolisch für die Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Linke, FDP und CDU.

OB-Wahl

Wenig Prominenz im Wahlkampf

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Vor sechs Jahren traten die Parteivorsitzenden Angela Merkel und Sigmar Gabriel im Frankfurter Oberbürgermeister-Wahlkampf auf. Dieses Mal hingegen wird es zumindest bei CDU und SPD keine Unterstützung von der ganz großen Parteiprominenz geben.

Eine der wichtigsten Städte Deutschlands: Das ist das Bild, das viele Kommunalpolitiker von Frankfurt haben. Doch außerhalb der Stadtgrenzen ist die Wahrnehmung offenbar eine andere. Denn die Frage, wird, ist zumindest für die Parteiführung von CDU und SPD von untergeordneter Bedeutung.

Die Parteivorsitzenden Angela Merkel und Martin Schulz werden nach aktuellem Stand nicht zu Unterstützung der Kandidaten Bernadette Weyland (CDU) und Peter Feldmann (SPD) an den Main kommen.

Das war vor sechs Jahren noch anders. In die Auseinandersetzung zwischen Peter Feldmann und seinem damaligen CDU-Konkurrenten Boris Rhein schalteten sich die Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel und Angela Merkel aktiv ein.

Bei Merkel ließ die aktuelle CDU-Kandidatin Bernadette Weyland auch dieses Mal anfragen. Sie zeigt aber Verständnis dafür, dass die CDU-Vorsitzende bisher nicht zugesagt hat – schließlich habe sie mit der Regierungsbildung genug zu tun.

Immerhin kommen zwei stellvertretende Parteivorsitzende von CDU und SPD. Sie haben aber auch keine weite Anreise: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier kommt aus Wiesbaden, seine rheinland-pfälzische Kollegin Malu Dreyer aus der Nachbarstadt Mainz. Sie tritt beim traditionellen politischen Aschermittwoch der SPD am 14. Februar in Bornheim auf.

Bouffier kommt eine Woche später zu einer Wahlkampfveranstaltung der CDU im Historischen Museum.

Auch die Grünen werden Parteiprominenz aufbieten. Sie kennen nur noch nicht den Namen. Zum politischen Aschermittwoch soll nämlich die neue Parteivorsitzende nach Frankfurt kommen. Die wird aber erst am kommenden Wochenende gewählt.

Deshalb ist noch nicht klar, ob Annalena Baerbock oder Anja Piel die Frankfurter OB-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg unterstützen werden.

Einen höheren Bekanntheitsgrad haben in jedem Fall Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, die nächste Woche nach Frankfurt kommt, und der frühere Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit, der zum Wahlkampfabschluss sprechen wird. Auch die Linke setzt auf ein bekanntes Zugpferd aus der Bundespolitik: Gregor Gysi, ehemaliger Fraktionschef im Bundestag, spricht am 21. Februar im Südbahnhof. Die unabhängigen Kandidaten – insgesamt gibt es zwölf Bewerber – müsse logischerweise ohne Unterstützung von Parteiprominenz auskommen.

Und sie müssen den Wahlkampf auch komplett selbst finanzieren. Wobei selbst Partei-Kandidaten nicht immer auf Unterstützung setzen können. So muss Bernadette Weyland ihr Wahlkampfbudget von 350 000 Euro wegen der angespannten finanziellen Situation des CDU-Kreisverbands überwiegend aus Spenden aufbringen. Und wenn sie für ihre ehrenamtlichen Helfer Pizza bestellt, bezahlt sie das schon mal aus der eigenen Tasche.

Bei der SPD hingegen wird das Wahlkampfbudget von 300 000 Euro je zur Hälfte aus der Parteikasse und aus Spenden finanziert. 45 000 Euro stellt der Kreisverband der Grünen zur Verfügung. Zusammen mit Spenden soll das Budget auf mindestens 60 000 Euro erhöht werden.

Mit 14 000 Euro kalkuliert die Linke. Dieses Budget wird laut Vorstandssprecher Axel Gerntke auch dann nicht erhöht, wenn es zusätzliche Spenden geben sollte. Dem parteiunabhängigen Kandidaten Volker Stein stehen nach eigenen Angaben „mehr als 50 000 Euro“ zur Verfügung. Den größten Teil des Budgets geben die Kandidaten für die Plakatierung aus.

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