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Stadtgeflüster

Bäppi la Belle kann nach Magen-OP schon wieder lachen

Thomas Bäppler-Wolf alias Bäppi la Belle hat sich den Magen verkleinern lassen. Es ist für den Künstler der letzte Ausweg gewesen. Ab jetzt gilt für ihn: Weniger Bäppi ist mehr. 

"Hurra, wir leben noch“, ließ Entertainer Thomas Bäppler-Wolf , alias Bäppi La Belle, im Pluralis Majestatis und noch sichtlich erschöpft vom Krankenhausbett seine Freunde und Fans wissen. Was war passiert? Dem 57-Jährigen wurde im Krankenhaus Sachsenhausen ein Großteil des Magens entfernt, sprich, er ließ eine Magenverkleinerung vornehmen – chirurgisch eine „Schlauchmagen-Operation“.

So will er in den nächsten Monaten massiv an Gewicht verlieren, da große Portionen zu essen mit dem verbliebenen Drittel des Magens fast unmöglich ist. Den nicht risikofreien Eingriff sah der Künstler als letzten Ausweg: „Ich habe sämtliche Diäten ausprobiert, doch half nichts dauerhaft. Die verlorenen Kilos hatte ich immer schnell wieder drauf und sogar noch weitere dazu.“

Mit dem steigenden Gewicht kamen für Thomas Bäppler-Wolf auch immer mehr gesundheitliche Probleme

Als junger Mensch und angehender Tanzlehrer beinahe gertenschlank, kam mit den Jahren und der Lust auf Fleischwurst das familiäre Erbe durch, wie er offen erzählt: „Auch mein Vater war schon so ein dicker Brummer, und dessen Mutter ebenso.“

Je mehr das Kostüm von „Lisbet Windsor“, einer seiner Paraderollen, spannte, desto mehr gesundheitliche Probleme stellten sich ein, darunter Diabetes und Gelenkschmerzen. Nur noch schnaufend kam der Travestie-Star Treppen hoch. Als er im vergangenen Sommer rannte, um noch eine U-Bahn zu erwischen, drohte er zu kollabieren. Todesangst kam auf. „Eine Kontrolleurin im Abteil beruhigte mich und erzählte über ihre Magenverkleinerung und wie sie in der Folge rund 60 Kilo abgenommen habe. Das war die Initialzündung für mich.“ Und die Einsicht: Weniger Bäppi ist mehr. Zumindest was die Gesundheit betrifft.

Die Ärzte haben Thomas Bäppler-Wolf alias Bäppi la Belle zu der Operation am Magen geraten

Nach einer Beratung im Adipositaszentrum des Krankenhauses Sachsenhausen stand für ihn fest: „Es wird Zeit, etwas grundlegend zu verändern. Die Ärzte rieten mir zu der Operation.“

Für die OP-Freigabe durchlief er unter anderen einen psychologischen Test, um schwere, unbehandelte Persönlichkeitsstörungen und andere Krankheiten auszuschließen. „Mein Ziel ist es jetzt, unter 100 Kilo zu kommen. Das dürfte nicht schwer sein, denn ich habe überhaupt kein Hungergefühl mehr, obwohl ich seit Tagen nur Wasser trinke“, so Bäppler-Wolf.

Tage vor der einstündigen Operation hatte er sich noch eine Riesenportion seiner Leibspeise, Frankfurter Würstchen mit Kartoffelsalat, gegönnt – eine Henkersmahlzeit, wenn man so will, denn in den nächsten Wochen steht vor allem Brei auf seinem Speiseplan. Danach darf er wieder normal essen, „aber nur 150 Gramm-Portionen“. Vitaminpräparate muss er zeitlebens ergänzend zuführen. Heißt das, es ist Schluss mit den heißen Fleischwurstkringeln für den Gästeführer, der in der Altstadt diese lokale Köstlichkeit lobt? „Ja, der geliebte Wurstring ist vorbei, ich steige um auf Cocktailwürstchen“, witzelt der frisch Operierte.

Viel Zeit, sich zu schonen, hat Thomas Bäppler-Wolf  nicht

Viel Zeit, um sich zu schonen, bleibt dem Entertainer nicht, am 25. Januar steht er wieder im Glitzerkleid auf der Theatrallalla-Bühne. Dass ihm bald die Kostüme zu weit sein dürften, nimmt er gern in Kauf für mehr Lebensqualität: „Ich habe mit Leuten gesprochen, die nach einer Magenverkleinerung bis zu 80 Kilo verloren haben.“ Er wolle behutsam abnehmen, keine Rekorde brechen und Einbußen der Hautelastizität hinnehmen, denn: „Lieber ein paar Falten mehr und dafür gute Lebensjahre.“

VON JUTTA FAILING

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