Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill.
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Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill.

Polizeipräsenz

Weniger Reviere, mehr Beamte auf der Straße

  • vonKatja Sturm
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Polizeipräsident Bereswill sieht Zusammenlegung der Reviere 7 und 18 in Fechenheim positiv

Bergen-Enkheim -Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill hat sechs Wochen nach der Zusammenlegung der Polizeireviere 7 und 18 ein erstes positives Fazit der Maßnahme gezogen. Bei der Sitzung des Ortsbeirates 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) am Montagabend in der Stadthalle Bergen präsentierte der 63-Jährige entsprechende Zahlen.

So patrouillierten seitdem in jedem der drei täglichen Dienste mindestens drei, in jedem fünften Dienst sogar vier Streifen durch den Verwaltungsbereich; zuvor seien es sowohl in Fechenheim als auch in Bergen-Enkheim nur jeweils eine gewesen.

Allein in Fechenheim seien 14 Kontrollen und damit viermal mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres vorgenommen worden. Dabei wurden mehr als 100 Ordnungswidrigkeiten und mehr als 40 Straftaten festgestellt, unter anderem wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss oder ohne Führerschein. Es kam zu mehreren Festnahmen, darunter die zweier Diebe, die sich an einem E-Bike vergriffen hatten.

Der Polizeiposten, der am alten Standort in der Fechenheimer Pfortenstraße übriggeblieben ist, registrierte seit der Auflösung des dortigen Reviers 138 Besuche. Dabei wurden mehr als 20 Strafanzeigen gestellt, fünf Verkehrsunfälle und vier Ordnungswidrigkeiten gemeldet und 13 Verluste angezeigt. Der Großteil der Gäste habe mit allgemeinen Anliegen beim Schutzmann vor Ort vorgesprochen, der außerdem mehrere Außentermine wahrnahm.

"Die Polizei wird jetzt deutlich mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen", betonte Bereswill. Das zeigten Reaktionen und Lob aus der Bevölkerung.

Ruf nach Fuß- und Fahrradstreifen

Unter den Bürgern, die den Ausführungen im Stadtteilparlament gefolgt waren, regte sich jedoch Kritik. Rainer Ewald etwa, der sich schon in den Wochen zuvor für den Erhalt des Fechenheimer Reviers starkgemacht hatte, gesteht der Polizei zwar eine größere Präsenz im eigenen Stadtteil zu. Dennoch hält er die Maßnahme für einen "Riesenfehler".

Gerade am Mainufer, wo sich die Drogenszene tummle, komme man mit Wagen nicht durch, und es müssten Fuß- und Fahrradstreifen her. Er selbst habe eine tätliche Auseinandersetzung mit Messern mitbekommen, bei der drei Fahrzeuge der Polizei zu spät am Tatort gewesen seien, um die Eskalation zu verhindern. Die ersten Beteiligten seien zudem bei Ankunft der Beamten schon weggewesen. Vom früheren Polizeirevier aus, das nur etwa 100 Meter Luftlinie entfernt war, hätten die Helfer nach Ewalds Ansicht schneller eingreifen können.

Bereswill betonte, dass man mit der Reduzierung der Revieranzahl Leitungs- und Administrationsarbeit einspare und so mehr Personal für die Arbeit auf der Straße habe. Bei der aktuellen "Kriminalitätsentwicklung" erachte er diesen Weg als sinnvoll. Auch als das Revier in Fechenheim noch bestand, habe es Situationen gegeben, in denen man die Nachbarn um Unterstützung bitten musste, weil die einzige Streife schon anderweitig gebunden war. Ein größeres Aufgebot, wie es im genannten Fall offenbar erforderlich war, hätte das 7. Revier allein nicht stellen können.

Was Fahrradstreifen angeht, habe man in der Stadt bereits damit angefangen. Erste Reviere meldeten Interesse an.

Claudia Rogalski, die als Leiterin der Direktion Nord der hessischen Polizei Bereswill an diesem Abend begleitete, konnte noch mitteilen, dass von den bislang zehn Parkplätzen der Polizei am Alten Rathaus fünf, darunter einer für Behinderte, an die Stadt abgegeben wurden. Katja Sturm

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