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Hündin Laika macht Luftsprünge und zeigt damit, dass ihr das Training mit Frauchen Daniela Adams richtig viel Spaß macht.

Hundesport-Teams

Wenn beide Bewegung lieben

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Hunde brauchen Bewegung und sind am liebsten mit ihren Frauchen oder Herrchen unterwegs. Warum da nicht gemeinsam sportlich aktiv werden? Beim PSV Bergen-Enkheim trainieren Mitglieder mit ihren Vierbeinern für den Turnierhundesport.

Diego (6) ist ein richtiger Schmuser, liebt Käse und Fleischwurst. Und er läuft für sein Leben gerne. Nicht alleine, sondern nur im Team mit seinem Frauchen Tamara Friedrich (39). Der braune Labrador ist ein Kraftpaket und hat sichtlich Spaß am Training auf dem Gelände des PSV Bergen Enkheim 1922, das am Ausgang des Stadtteils liegt.

PSV stand ursprünglich für Polizei- und Schutzhundeverein. „Das verweist noch auf die Zeit der Vereinsgründung. Heute sind wir ein Verein, in dem alle Rassen zugelassen sind“, sagt Daniela Adams (49). Sie hat seit diesem Jahr das Amt der Vereinsvorsitzenden inne und trainiert dort ebenfalls regelmäßig mit ihren beiden Hunden Tyler (8), einem Boxer-Mix, und Laika (2), einer Malinois-Hündin. Das ist ein belgischer Schäferhund. Der Turnierhundesport ist ein Schwerpunkt des Vereinsangebotes. Hierunter werden verschiedene Disziplinen zusammengefasst. Da gibt es beispielsweise den Vierkampf, den 1000-, 2000- und 5000 Meter-Geländelauf oder den Hindernislauf.

Tamara Friedrich, die stellvertretende Vereinsvorsitzende ist, bereitet sich mit Diego derzeit auf die Deutsche Meisterschaft des Deutschen Hundesportverbandes (DHV), dem Dachverband der Hundesport betreibenden Verbände in Deutschland, vor. Die Veranstaltung ist vom 16. bis 18. September in der Nähe von Berlin. Vier Teams aus dem Bergen-Enkheimer Verein, jeweils bestehend aus einem Hund und einem Herrchen oder Frauchen, haben sich für das Ereignis in der Disziplin 2000 Meter-Geländelauf qualifiziert.

Eine gute Kondition ist hierfür unerlässlich, das Training zeigt, warum. Tamara Friedrich schlüpft zunächst in einen Gurt. Hieran kann die Leine des Hundes befestigt werden. Der Vierbeiner trägt um seinen Körper ein Geschirr – so sind Frauchen und Hund miteinander verbunden. Diego, der rund 33 Kilo wiegt, läuft voraus, Frauchen hinterher, beide agieren abgestimmt aufeinander. Regelmäßig trainieren sie unter anderem Schnelligkeit und Ausdauer, machen zudem Übungen zur Stabilität.

„Das Training mit dem Hund stärkt die Bindung zwischen Mensch und Tier. Vor allem aber macht es beiden Seiten viel Spaß“, sagt Stefanie Lokai (33), Jugendwartin des Vereins. Mit ihrer Hündin Lotta (4), einem Golden-Retriever-Mix, bildet sie ebenfalls ein Team. Vor kurzem wurde sie Landesmeisterin im Vierkampf 1.

Das Turnier wurde im rheinland-pfälzischen Baumholder ausgetragen. Die Disziplinen des Vierkampfes sind Slalom- und Hürdenlauf, Unterordnung, also Gehorsamsübungen, sowie Hindernislauf. Ein solcher Hindernis-Parcours ist auf einem der Vereinsplätze auf dem Gelände aufgebaut. Lokai und ihre Hündin demonstrieren, wie dieser zu absolvieren ist. Geschicklichkeit und Sprungkraft stellen für Lotta keine Schwierigkeiten dar. Regelmäßig nimmt die Hunde-Dame mit ihrem Frauchen an Turnieren teil. „Beim Turnierhundesport beschäftigt man sich zusammen mit seinem Vierbeiner und wird selbst fit“, sagt Lokai. Im Verein treffe man auf Menschen, die sich ebenfalls hierfür interessierten. „Man kann sich austauschen und ist in einer Gemeinschaft.“

Hündin Maja hat mit ihrem Herrchen Jürgen Logsch so richtig Glück gehabt. Der sechsjährige Tal-Kacca-Mix hätte sein Leben beinahe verloren. Eine Narbe am Hals erinnert noch an das traumatische Erlebnis der Hündin, die von Tierschützern auf Malta gerettet wurde. „Man hat sie dort an einem Baum aufgehängt. Und sie hatte Welpen, die erschlagen wurden“, erzählt Logsch die traurige Geschichte. Über den Tierschutz kam sie nach Frankfurt, lebt bereits seit ein paar Jahren bei ihm und hat durch ihr Herrchen sowie den Begegnungen im Verein wieder Vertrauen zu Menschen entwickelt. Logsch und Maja bilden ein Team, machen zusammen die Hundesportart „Rally Obedience“. Sie sind derzeit noch in der Anfänger-Gruppe. Grundlage dieser Sportart sind Gehorsamkeitsübungen, bis zu 80 verschiedene gibt es. Jede Übung wird einzeln auf Schildern dargestellt und auf dem Gelände als Parcours verteilt.

Aufgeteilt ist der Sport in fünf Klassen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Es gibt die Anfänger und Senioren sowie die Klassen eins bis drei. Je nachdem, in welcher Klasse die Teams antreten, werden auf dem vorbereiteten Gelände zwölf bis 24 Übungen geprüft, die innerhalb von vier Minuten bewältigt werden müssen.

„,Rally Obedience‘ erfordert von Hund und Mensch eine hohe

Konzentrationsfähigkeit

und man ist in Bewegung“, sagt Logsch. Er möchte mit Maja gerne an den „Rally Obedience“-Landesmeisterschaften in Langen teilnehmen. Eine Deutsche Meisterschaft wird in dieser Sportart noch nicht ausgetragen.

Zu den Angeboten des PSV gehören auch die Welpenspielstunde sowie die Fun- und die Familienhundgruppe. Außerdem gibt es die Möglichkeit zur Ausbildung zum Begleithund. In einer Prüfung wird hierbei am Ende geschaut, ob der Vierbeiner die Grundregeln des Gehorsams kennt und wie er sich in der Öffentlichkeit verhält.

Unter im Internet gibt es weitere Infos.

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