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Wenn Clowns zur Müllzange greifen

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Von: Alexandra Flieth

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Die beiden Clowninnen Wilmaa März und Elfie Effeff begleiteten die kleinen Müllsammler. FOTO: Alexandra flieth
Die beiden Clowninnen Wilmaa März und Elfie Effeff begleiteten die kleinen Müllsammler. © Alexandra Flieth

Kinder und Erwachsene putzen Griesheim heraus

Die kleine Gruppe, die am Samstagnachmittag durch die Straßen von Griesheim-Mitte zieht, fällt auf - nicht nur, weil sich sowohl Kinder als auch Erwachsene mit Müllzangen und -beutel daran machen, achtlos weggeworfene Zigarettenkippen und Verpackungen aufzusammeln, sondern vor allem, weil zwei Clowninnen ihren Weg begleiten. Wilmaa März und Elfie Effeff, so die Künstlernamen der beiden, führen die Kinder auf humorvolle Art und Weise an das Thema Müll heran. Sie suchen gemeinsam mit den Knirpsen auf den Grünflächen nach Abfall oder entdecken Kuriositäten im Straßenbild, wie etwa einen alten Kaugummiautomaten.

Ob der noch funktioniert? Sein süßer Inhalt jedenfalls ist wegen zahlreicher Aufkleber auf dem Fensterchen kaum noch zu erkennen. „Da muss man Geld hineinwerfen“, ruft ein Mädchen den beiden zu, während Wilmaa und Elfie den Automaten pantomimisch „unter die Lupe nehmen“ und sich wundern, dass da nichts rauskommt. Die Antwort auf die Funktionsfähigkeit lässt sich ohne die notwendigen Münzen schließlich nicht beantworten. Aber den Kindern gefällt die clowneske Unterhaltung sichtbar.

„Spielend sauber - Wir putzen Griesheim raus“ heißt die Aktion, deren Initiatorin Ursula Kunzler ist, die Leiterin der Stadtteilbibliothek Griesheim. Unterstützt wird die Idee vom Stadtumbaumanagement Griesheim-Mitte. Dieser Abschnitt nördlich der Bahnstrecke und südlich der Mainzer Landstraße ist im November 2016 in das Bund-Länder-Programm „Wachstum und Nachhaltige Erneuerung“ aufgenommen worden, durch das die Voraussetzungen geschaffenen werden können, das Viertel sowohl wirtschaftlich zu stärken als auch das Wohnumfeld dort zu verbessern. Die Organisation des Projekts „Stadtumbau Griesheim-Mitte“ liegt beim Stadtplanungsamt.

Es gebe auch Projekte, die auf Ideen zurückgehen, die von Bürger eingebracht worden sind, erklärt Isabell Richter vom Stadtplanungsamt, die bei der Müllsammel-Tour dabei ist. Der von Ursula Kunzler initiierte Aktionstag sei ein solches Projekt; die Finanzierung sei über den Verfügungsfonds möglich geworden. Ursula Kunzler hat von dieser Möglichkeit bei ihrer Mitarbeit in der Lokalen Partnerschaft im Stadtumbau Griesheim-Mitte, kurz LoPa genannt, gehört und ihre Idee dort vorgebracht. „Es soll ein Aktionstag mit Pfiff und Spaß sein, denn wir möchten die Menschen für das Thema sensibilisieren“, sagt sie. Daher sei sie auch auf die Idee aufgekommen, die beiden Clowninnen einzuladen: „Ich hatte gehört, dass sie bei ähnlichen Aktionen in anderen Stadtteilen auch schon mit dabei waren.“

Neben den Griesheimern sind auch Mitglieder der Bürgervereinigung Höchst dabei, die mit ihrer Gruppe „Höchst sauber“ dort regelmäßig Müll von den Straßen aufsammeln. „Wir möchten die Aktion gerne unterstützen“, sagt Wolfgang Reinhardt vom Vorstand der Bürgervereinigung, der den Austausch guter Aktions-Ideen in den Stadtteilen fördern möchte. Außerdem beteiligen sich mit Manfred Schulz und Christian Groß zwei Sauberkeitsbotschafter von „#cleanffm“, der 2017 ins Leben gerufenen Sauberkeitskampagne der Stadt, an der Müllsammelaktion.

Ursula Kunzler ist als Bibliotheks-Chefin im Stadtteil bekannt. Immer wieder spricht sie Mütter und Kinder an, die ihr während der Aktion auf der Straße begegnen, und fragt, ob sie nicht mitmachen wollen. Nicht jeder hat Zeit, einige aber schließen sich der Gruppe tatsächlich spontan an. Carina Schuh ist mit ihrer siebenjährigen Tochter mit dabei. „Wir waren gestern in der Stadtteilbibliothek, um Bücher zurückzubringen, und wurden dort auf die geplante Aktion aufmerksam“, sagt sie. Es sei wichtig, schon die Kinder mit dem Thema Müll zu konfrontieren, schließlich gehe es um die Zukunft der Erde. Ihre Tochter habe sich schon in der Kita an Müllsammelaktionen beteiligt und wisse zum Beispiel, dass Zigarettenkippen das Grundwasser vergiften, erzählt die Griesheimerin, die im Norden des Stadtteils lebt. Während die Mutter bereits den nächsten Müll erspäht hat und ihn einsammelt, schaut ihre Tochter begeistert den beiden Clowninnen zu, die weiter auf der Straße die Kinder animieren. Alexandra Flieth

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