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Julian Ploch von der Kaffeerösterei Hoppenworth und Ploch mit dem neuen Feuermelder.

Brandschutz

Wenn der Alarm losgeht, müssen die Gäste weichen

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Es ist ein einzigartiges Brandschutzkonzept, das in der Neuen Altstadt eingeführt werden soll: Geht in der Leitstelle ein Feueralarm ein, müssen die Wirte - wie auch immer - so schnell wie möglich die Gäste verscheuchen, die draußen sitzen. Die Gastronomen sind zufrieden.

Frankfurt In der Neuen Altstadt gab es Streit: Die Feuerwehr muss im Ernstfall schnell durch die schmalen Gassen kommen, die Gastronomen wollen und müssen Außengastronomie anbieten und versperren damit den schnellen Weg. Eine Regelung wie sonst in der Stadt gibt es bislang nicht - denn die Neue Altstadt ist nicht "gewidmet". Das soll sich mit der neuen Gestaltungsrichtlinie ändern. Sie wird derzeit als Magistratsvorlage veröffentlicht und in den Gremien diskutiert.

"Für die Neue Altstadt wurde eine eigenständige Brandschutzordnung verfasst, die unter anderem die Räumung der Außengastronomie beschreibt", sagt Feuerwehr-Sprecher Andreas Mohn. "Zur Sicherstellung des Schutzzieles werden derzeit in den Gastronomiebetrieben Alarmierungsboxen installiert, die über ein optisches und akustisches Signal verfügen. Die Alarmierung der Gastronomen erfolgt bei Einsätzen in der Neuen Altstadt automatisiert durch die Feuerwehr." Für Gastronomen ist dies eine Möglichkeit, weiterhin Außengastronomie anbieten zu können. Ein Kompromiss, der auch seine Schattenseiten haben könnte. Zum Beispiel im Fall von Fehlalarmen.

Während die Feuerwehr losfährt, räumen die Gastronomen ab

Für Julian Ploch von der Kaffeerösterei Hoppenworth und Ploch am Hühnermarkt - 24 Plätze für Außengastronomie - ist es spannend: "Wir sind deutschlandweit die erste Stadt, die den Brandschutz so sicherstellt. Es ist ein neues Konzept." Bei ihm im Laden ist das Gerät schon geliefert worden, es wird in den kommenden Tagen installiert.

Nein, kein Blaulicht mit Sirenenton über der Tür: Es ist ein grauer Kasten, etwas größer als ein Schuhkarton, an dem im Ernstfall ein orangefarbenes Licht angeht und ein Ton erklingt. Gesteuert wird er über Funk, direkt von der Feuerwehrzentrale aus. Geht dort ein Notruf ein und erweist es sich als Brand, würde auf Knopfdruck bei allen Gastronomen in der Neuen Altstadt der Alarm losgehen, ebenso wie in der Feuerwache 2 im Gallus. Während die Feuerwehr noch ihre Fahrzeuge anlässt, können die Wirte beginnen, die Tische und Stühle abzuräumen. Die Hoffnung ist, dass sie Zeit gewinnen und die Altstadtstraßen bereits frei sind, wenn die Feuerwehr einige Minuten später eintrifft.

Ein Kompromiss, mit dem alle leben können

"Natürlich wäre es auch eine Belastung, wenn das einmal in der Woche erforderlich wäre", sagt Ploch. Die Gäste werden ja nicht automatisch verständnisvoll reagieren, wenn ihnen der Teller vom Tisch gezogen wird. Die Alternative wäre jedoch, gar keine Außengastronomie anbieten zu können. Denn Brandschutz geht immer vor. Vor etwa einem Jahr waren mehrere Gastronomen aufgefordert worden, ihre Außengastronomie einzustellen. Dann hat man sich zusammengesetzt und gemeinsam überlegt.

Beim Runden Tisch schließlich hat die Feuerwehr selbst den jetzt begangenen Weg vorgeschlagen. Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) gab sich damals zuversichtlich, mit gutem Willen aller Beteiligten einen guten Kompromiss zu finden.

Wahrscheinlich mit Beginn des kommenden Jahres tritt auch die "Gestaltungssatzung" in Kraft, die die Modalitäten der Außenbewirtschaftung generell regelt. Bislang gehörten die Plätze und Straßen der Neuen Altstadt der Dom-Römer-GmbH, sie waren nicht für den öffentlichen Raum gewidmet. Nur dort ist das Amt für Straßenbau und Erschließung für die Genehmigung von Sondernutzungen zuständig. Mit der neuen Richtlinie soll die Neue Altstadt behandelt werden wie alle anderen Stadtteile - mit einigen Einschränkungen: "Aufgrund der stadthistorischen, städtebaulichen und touristischen Bedeutung der Frankfurter Altstadt muss hier ein strengeres Genehmigungsmaß für Sondernutzungen angesetzt werden als im übrigen Stadtgebiet", heißt es im Magistratsbericht M 149.

Billiger Kunststoff ist verboten

Der Satzungsentwurf selbst sieht vor, dass die Gastronomen nur jeweils eine Sorte Tische und Stühle sowie eine Sorte von Schirmen verwenden sollen - das Möbel in Holz oder Metall, nicht in billigem Kunststoff, die Schirme in jeweils einer dezenten Farbe. Kurz, die Außengastronomie soll wie auch die Werbeflächen der Geschäfte keinesfalls den Charakter von "Ramsch" haben.

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