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In kleinen Gruppen dürfen die Schüler in die Turnhalle, um dort den Nikolaus zu treffen.

Tradition aufrechthalten

Wenn der Nikolaus ein paar Tage bleibt

  • vonAlexandra Flieth
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FECHENHEIM Vorweihnachtliche Aktion an der Konrad-Haenisch-Schule trotzt Pandemie.

Der Nikolaus steht an diesem Vormittag vor der Tür zur Turnhalle der Konrad-Haenisch-Schule und bittet um Einlass. Mehrfach klopft er fest dagegen. Drinnen wird es langsam ruhiger, der außergewöhnliche Besuch wird nämlich schon erwartet. 13 Kinder der zweiten Jahrgangsstufe haben sich dort zuvor noch auf einem Geräte- und Balance-Parcours ausgepowert. Neugierig und mit großen Augen auf die Tür blickend, beobachten sie jetzt, was passiert. Der Nikolaus kommt herein und hat sich für seine Begrüßung den Weihnachtsmann zum Vorbild genommen. Mit einem lauten "Ho, ho, ho" tritt er in die Turnhalle der Fechenheimer Grund-, Haupt- und Realschule ein. Mitgebracht hat er einen großen Leinensack, in dem er kleine Überraschungen für die Mädchen und Jungen verwahrt.

Insgesamt 650 Schüler

Die Kinder haben sich hingesetzt, sind still und voller Erwartung auf das, was nun kommen mag. Noch einige Minuten zuvor haben die fünf Mädchen und sieben Jungen sich an die Herausforderungen des Sportparcours gewagt und mit viel Freude alles ausprobiert, was Sportlehrer Marco Gandt in der Halle für das traditionelle Nikolaus-Turnen aufgebaut hatte - ein Ereignis, das seit mindestens 20 Jahren in der Adventszeit für die Grundschüler organisiert werde, wie es Schulleiterin Birgid Frenkel-Brandt erzählt. 255 Mädchen und Jungen besuchen derzeit die Grundschule samt Vorklasse, insgesamt 650 Schüler werden auf der Konrad-Haenisch-Schule unterrichtet. "Gerade in diesem Jahr sollte die Tradition aufrechterhalten bleiben", sagt sie. Die Schulleiterin weiß, wie schwierig es für die Kinder in den aktuellen Zeiten der Corona-Pandemie ist und vor allem auch im Lockdown im Frühjahr war: Den fehlenden Kontakt zu den Freunden und den Schulalltag hätten die Mädchen und Jungen aller Klassenstufen vermisst. "Und auch ich habe, als ich über Wochen alleine in meinem Büro im Schulgebäude saß, die Kinder vermisst", betont Frenkel-Brandt. Umso wichtiger sei es, besondere Aktionen wie das Nikolaus-Turnen auch in diesem schwierigen Jahr anzubieten. Denn die Schule stehe für die Mädchen und Jungen derzeit noch viel stärker im Mittelpunkt als sowieso schon.

Die Bedingungen des Nikolaus-Turnens sind in diesem Jahr andere als in der Vergangenheit. Früher nämlich kamen gleich mehrere Klassen auf einmal in der Turnhalle zusammen, um den Parcours zu absolvieren und den Nikolaus zu begrüßen. Jetzt verweilt dieser gleich ein paar Tage länger an der Schule und begrüßt jede Klasse einzeln und vor allem nacheinander in der Turnhalle - unter coronakonformen Bedingungen, versteht sich. Die Mädchen und Jungen tragen ihren Mund-Nasen-Schutz während der Nikolaus bei ihnen ist, obwohl sie das als Grundschüler aktuell noch nicht einmal müssten. "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt", tragen die Knirpse dem Nikolaus vor, der daraufhin aus seinem Leinensack seine Konterfeie aus Schokolade hervorzieht und an die Kinder verteilt. Zwar dürfen die Grundschüler die Süßigkeiten nicht an Ort und Stelle verspeisen, dafür aber tragen sie ihren jeweils eigenen Schoko-Nikolaus mit einem Grinsen im Gesicht zurück in ihren Klassenraum, bevor sich die nächste Gruppe auf den Weg in die Turnhalle macht.

Nur das Singen fällt diesmal aus

Während die Jüngeren direkt vom Nikolaus besucht werden, haben Mädchen und Jungen der Schülervertretung diese Aufgabe für die Älteren der Jahrgangsstufen fünf bis zehn übernommen und direkt in den Klassen Schoko-Nikoläuse verteilt. "Normalerweise gibt es bei uns auch ein Adventssingen, das in diesem Jahr wegen Corona ausfällt", sagt Frenkel-Brandt.

Die Konrad-Haenisch-Schule ist dabei, den Digitalisierungsprozess des Unterrichts weiter voranzubringen. "Beim Frühjahrs-Lockdown haben die Lehrer die Hausaufgaben zu den Schülern gebracht und wieder abgeholt", erzählt Frenkel-Brandt weiter. Mittlerweile haben sie von der Stadt 77 Laptops bekommen. Auf die Geräte würden derzeit durch Lehrer Lernprogramme aufgespielt. "Wir hoffen, dass wir damit bis zu den Weihnachtsferien fertig sind, so dass wir im Neuen Jahr die Eltern zu uns einladen und gegen eine Unterschrift ein Laptop für ihr Kind ausleihen können", fügt sie hinzu. Wie auch andere Schulen in Frankfurt, wünscht sie sich WLAN für die Konrad-Haenisch-Schule. In den Klassenräumen gebe es derzeit nur jeweils zwei Anschlussmöglichkeiten für PCs, das sei zu wenig.

Alexandra Flieth

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