Und alle zusammen: Aristo Khosrobeik beim Trommel-Workshop für Kinder ab sechs Jahren. FOTO: reuss
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Und alle zusammen: Aristo Khosrobeik beim Trommel-Workshop für Kinder ab sechs Jahren.

Höchst: Frankfurt musiziert

Wenn die Trommeln über den Main schallen

  • Holger Vonhof
    VonHolger Vonhof
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An der Leunabrücke Bongos, Djembé und Cajón ausprobiert

Aristo Khosrobeik sitzt im gestreiften Sommerhemd am Höchster Mainufer auf einer Cajón, einer aus Lateinamerika stammenden Kistentrommel, und gibt den Rhythmus vor. "Vor Corona hatten wir regelmäßige Trommel-Sessions, so einmal im Monat. Während Corona ist es ein bisschen ausgeblieben. Die Leute waren verunsichert", berichtet der Leiter der örtlichen Musikschule Clavina und schiebt dabei seine Sonnenbrille zurecht. "Jetzt ist Tauwetter, und als extra Bonbon machen wir die Trommelworkshops im Freien", grinst er. "Tauwetter" heißt: Die Temperaturen sind schweißtreibend.

Vorwissen braucht es nicht

Deswegen und auch wegen der Corona-Abstandsregeln bietet der Musikschulen-Betreiber Trommelkurse im Freien an - wie am Freitag. Für das Eltern-Kind-Trommeln hat er 13 Anmeldungen; im Anschluss findet der "After Work Drumcircle" für interessierte Erwachsene statt. Vorwissen ist nicht notwendig. Aristo Khosrobeik holt weitere Trommeln aus einem Transporter und stellt sie im Kreis im Schatten der Leunabrücke auf. Es dauert nicht lange, da kommen bereits die ersten Eltern mit ihren Kindern. Die Kinder verteilen sich im Kreis auf die mitgebrachten Trommeln. Die meisten Eltern stehen dabei, beobachten und fotografieren stolz ihren Nachwuchs.

"So, liebe Kinder, ich bin der Aristo - aber ihr kennt mich ja schon", sagt Khosrobeik, und los geht's. Geduldig erklärt er die unterschiedlichen Trommeln. Er hat eine Djembé aus Ziegenfell, peruanische Cajóns, Bongotrommeln und andere Perkussionsinstrumente mitgebracht. Khosrobeik hat die Musikschule Clavina 2006 eröffnet. In diesem Jahr hätte eigentlich das 15-jährige Bestehen stattfinden begangen werden sollen. Eine Jubiläumsfeier wird es Corona geschuldet wohl nicht geben - möglich sind aber Trommel-Sessions im Freien.

Aristo Khosrobeik beginnt mit einer einfachen Übung - dem Trommelwirbel. Er macht es vor, die Kinder und Eltern machen nach. Nach kurzer Zeit gibt es für die Kids kein Halten mehr. "Halt, ich bin der Dirigent!", ruft Khosrobeik und stellt mit kurzen Pfiffen aus seiner Trillerpfeife sicher, dass alle Trommler einen gemeinsamen Takt finden.

Nach dem Trommelwirbel geht es weiter zu einzelnen Trommelschlägen. "Boom, Tschack, Klatsch!", sagt Khosrobeik und erklärt anhand von mitgebrachten laminierten Karten die unterschiedlichen Handbewegungen. Es dauert nicht lange, da hat sich die Gruppe in einem gemeinsamen Rhythmus synchronisiert, nur ab und zu übertönt von Kinderlachen. "Am besten, Augen zumachen und mithören", schlägt er den Kindern vor. "Genießt mal, wie schön das klingt." Eine Stunde lang dauert der Trommel-Workshop - und wird nur von gelegentlichen Trinkpausen gegen die Hitze oder kurzen Ablenkungen durch vorbeifahrende große Frachtschiffe unterbrochen.

"Bereit für die nächste Runde?", ruft der Leiter der Musikschule den Teilnehmenden zu. "Ja.", kommt die Antwort der Kinder. "Was?", ruft Khosrobeik, "Ich kann euch nicht hören!" "Jaaaa!", schreien die Kinder nun - und es folgt eine Trommelversion des auch in den Fußballstadien wegen seiner Rhythmik geschätzten Hits "We will rock you" von Queen - allerdings mit dem Text von "Alle meine Entchen".

Das Kribbeln in den Händen

Kinder und Eltern sind begeistert. "Wir sind über Facebook darauf aufmerksam geworden", berichtet eine Mutter, die im Schatten am Rande steht und zuschaut. Dass das Trommeln nicht so einfach ist wie es aussieht, zeigt sich gegen Ende des Workshops. "Tut es schon weh?", fragt Aristo Khosrobeik mitfühlend seine Trommelschüler. "Dann habt ihr alles richtig gemacht. Das Kribbeln in den Händen ist am Anfang ganz normal."

Wen es nun auch in den Fingern juckt: Es gibt weitere Termine. Das nächste Eltern-Kind-Trommeln steht um Freitag, 9. Juli, um 17 Uhr an, und im Anschluss gibt es um 19.30 Uhr den "Af´ter Work Drumcircle", nach dem man gemeinsam noch ein Getränk an der nahen "Schiffsmeldestelle" nehmen kann. Die Teilnahme an den Trommel-Workshops kostet jeweils 10 Euro pro Person.

Rebecca Herrnbrodt

Mehr Informationen

gibt es unter www.clavina.de

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