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Unsere druckfrische Ballzeitung, eben angeliefert, war am späten Samstagabend in der Alten Oper äußerst begehrt.

Stadtgeflüster

Wenn Legenden Legenden treffen

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Die Masse an Stars und Sternchen, die an diesem freundlichen ersten Novembersamstagabend über den roten Teppich vor der Alten Oper schreitet, ist schier

Die Masse an Stars und Sternchen, die an diesem freundlichen ersten Novembersamstagabend über den roten Teppich vor der Alten Oper schreitet, ist schier unendlich. „Tatort“-Kommissar Richy Müller ist gekommen, ebenso wie Marie-Luise Marjan, die jeder nur als Mutter Beimer aus der „Lindenstraße kennt“, Zehnkämpfer Jürgen Hingsen schaut vorbei, aber auch Patrick Lange, der jüngst den „Iron Man“ auf Hawaii für sich entschied, oder Ex-Turnerin und Reality-TV-Star Magdalena Brzeska. Die kam mit ihrem „Neuen“ Roland Klein. Auch Olympia-Held Fabian Hambüchen kam mit seiner neuen Flamme Nina. Es sind unzählige Prominente, die dieser 37. Ausgabe des Sportpresseballs Glanz und Glamour verpassen. Aber ganz besonders stechen zwei aus der Flut der Reichen und Schönen heraus: Fußballweltmeister Philipp Lahm und Tennisstar Angelique Kerber, die in diesem Jahr das Wimbledon-Turnier gewann. Sie wird in diesem Jahr mit der Pegasos-Trophäe als Sportlerin mit Herz ausgezeichnet – und erhält das geflügelte Pferd vom britischen Sänger James Blunt, der später als Stargast auftrat. Lahm erhält die Auszeichnung als „Legende des Sports“. Und er ist der jüngste, der diesen Titel jemals errungen hat. „Er ist aber auch der jüngste Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, den es je gab“, argumentiert Jörg Müller, der mit seiner Agentur Metropress dieses Spektakel auf die Beine stellt. Weitere Organisatoren sind der Verein Frankfurter Sportpresse in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Sportjournalisten.

Und Lahm hält eine flammende Rede auf eine andere Legende des Sports: Franz Beckenbauer. Sein großes Idol. Das „Kaiserchen“ spricht über den „Kaiser“. Beim großen Kaiser habe der Erfolg immer „so einfach“ ausgeschaut. Lahm habe Beckenbauer auch nach dessen Zeit als Spieler und Trainer bewundert. Er könnte also auch sein Vorbild sein, was die Fußball-Europameisterschaft 2024 angeht, die in Deutschland über die Bühne geht und für die Lahm Botschafter ist. Lahm sagt, er hoffe darauf, dass die EM ähnlich große Gefühle wecken werde wie die WM im eigenen Land, damals 2006. Lob für die Rede gibt es vom Ministerpräsidenten Volker Bouffier, der die Pegasos-Trophäe überreicht. „Was er über Franz Beckenbauer gesagt hat, stimmt“, findet Bouffier, der auf die vielen Schulterklopfer aufmerksam macht, die es gibt, wenn alles gut laufe. Seien die Zeiten aber mal nicht so gut, dann werde „die Schar der Anhänger klein“. Woher Bouffier das wohl weiß? „Es ist richtig, dass er eine Legende wie Franz Beckenbauer geehrt hat“, findet Bouffier und fügt hinzu: „Sie sind noch jung, aber Sie haben schon Geschichte geschrieben.“ Zwar schwebt der Kaiser irgendwie über allem, doch es sind auch noch Legenden zum Anfassen im großen Saal der Alten Oper. Und zwar fünf – von Eintracht Frankfurt. Augustine „Jay Jay“ Okocha, Anthony Yeboah, Oka Nikolov, Cha Bum-kun und Jan Åge Fjørtoft. Der Pokalsieger präsentiert sie als Markenbotschafter. „Wären sie heute Teil einer Mannschaft, dann würden wir um die Meisterschaft mitspielen“, schwärmte Axel Hellmann vom Vorstand von Eintracht Frankfurt. „Botschafter für so eine wundervolle Stadt und so einen so tollen Verein zu sein ist eine sehr schöne Sache“, sagt Fjørtoft. „Jetzt hat die Eintracht den Pokal geholt. Bei mir gab es damals nur ,Nichtabstiegspokale‘“, scherzt Fjørtoft, der bei den Adlerträgern unvergessen ist, weil er 1999 mit seinem Treffer zum 5 : 1 gegen den 1. FC Kaiserslautern Eintracht Frankfurt den Klassenerhalt sicherte. „Ich habe zwar keinen Pokal gewonnen, aber ich bin der einzige von uns, der mit der ehemaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth getanzt hat“, so Fjørtoft. Unvergessen bleibt diese Nacht für Schauspieler Wolfgang Stumph und seine Frau, Christine denn die zwei gewannen einen Reise zu den Malediven. Lottofee Franziska Reichenbacher zieht das Los und das Paar ist hin und weg. „Wir haben noch nie etwas gewonnen. Und dann gleich so einen tollen Preis.“

(es)

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