Und von unten bollert der Asphalt: Polier Bernd Mayer (r.) und seine Kollegen sind derzeit an der Fechenheimer Brücke beschäftigt.
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Und von unten bollert der Asphalt: Polier Bernd Mayer (r.) und seine Kollegen sind derzeit an der Fechenheimer Brücke beschäftigt.

Schuften in der Hitze

Wenn die Sonne knallt

  • Anna Grösch
    vonAnna Grösch
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Wer draußen hart arbeitet, hat heiße Tage vor sich. Es bleibt vorerst bei über 30 Grad in Frankfurt.

Frankfurt -Heiß, heiß, heiß - wohin man hört, die Wörter "Hitze" oder "Wärme" hat man in den vergangenen Tagen fast überall gehört. Nach Anlaufschwierigkeiten hat der Sommer Frankfurt endgültig im Griff. Wer Glück hat, flüchtet sich in ein klimatisiertes Büro oder ins Freibad, alle anderen müssen sich mit Eis oder kalten Getränken Abkühlung verschaffen.

Irgendwie muss man mit der Hitze eben klarkommen. Nader Egbal Melli kennt sich da aus. Er ist Geschäftsführer der "Max und Moritz"-Hähnchengrills und steht, wenn es stressig wird, auch selbst in seinem Wagen. Wie man das aushält bei über 30 Grad von draußen? "Es ist sehr, sehr heiß", sagt er lachend. "Wir haben zum Glück viel nette Kundschaft. Die bringen uns oft mal ein Eis mit oder auch etwas Kühles zu trinken." 29 Wägen hat Egbal Melli insgesamt, die über Frankfurt, Hanau und Offenbach verteilt an wechselnden Orten stehen. "In der Urlaubszeit ist das Geschäft eher schwach", berichtet er. "Da essen die Leute lieber Eis als Hähnchen."

Manche mögen's aber auch heiß

Auch eine andere Berufsgruppe hat nicht den Luxus eines kühlen Arbeitsorts: Straßenbauarbeiter. Zum Beispiel die Männer, die zurzeit an der Fechenheimer Brücke eingesetzt sind. "Viele Pausen und viel trinken", hört man auch hier. Das Gemeine sei, dass die Hitze nicht nur von oben komme, sondern durch das Arbeiten auf dem Asphalt auch noch von unten. Was denn eigentlich schlimmer sei, arbeiten bei dieser Hitze oder bei Minustemperaturen? Eindeutige Antwort: "Hitze." Zum Schutz muss Arbeitskleidung getragen werden, nicht an jeder Baustelle kann man mit kurzer Hose aufkreuzen, von den schweren Arbeitsschuhen ganz zu schweigen. Im Winter könne man immerhin noch zusätzliche Kleidung anziehen - ausziehen im Sommer ist schwieriger.

Aber es gibt auch Lebewesen auf dieser Welt, denen das warme Wetter gar nichts ausmacht. Ganz im Gegenteil sogar. Die findet man in Frankfurt wohl am besten im Tropicarium des Palmengartens. Das ist zurzeit zwar geschlossen, aber warm genug ist es ja auch draußen. In den Glashäusern gedeihen tropische Pflanzen, jede Menge Kakteen und auch Ungewöhnliches. Die "Welwitschia mirabilis" zum Beispiel, eine der "sonderbarsten Pflanzen der Welt", wie Dr. Hilke Steinecke vom Palmengarten erzählt. Die Pflanze wird bis zu 3000 Jahre alt, und auch die Blätter wachsen ein Leben lang. Bei 45 Grad fühlt sie sich wohl.

Glutofen Bahnhofsviertel

Vielleicht würde es ihr dann auch am heißesten Platz Frankfurts gefallen. Der ist zwar schwer auszumachen, wie es aus dem Umweltamt heißt. Generell gesprochen könnte es aber wohl das Bahnhofsviertel sein. Viel Asphalt, Sonneneinstrahlung und wenig Bäume. Eine ideale Wärmeinsel in der ohnehin schon aufgeheizten Innenstadt.

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