Wind verwehte die Werbetour

Werberennen für den Radklassiker am 1. Mai abgesagt

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Außer Spesen nix gewesen: So könnte man die Südafrika-Reise von Norbert Biba zusammenfassen, der beim weltweit größten Radrennen in Kapstadt mitfahren wollte. Das Rennen musste abgesagt werden.

Für Norbert Biba hätte es der mittlerweile fünfte Start beim „Cape Argus“, dem weltweit größten Radrennen für Profis und Hobbyfahrer, sein sollen. Doch heftige Böen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde machten Biba und rund 35 000 anderen Startern einen Strich durch die Rechnung. Und so musste der Radklassiker zum ersten Mal in seiner mittlerweile 40-jährigen Geschichte abgesagt werden.

„Das war genau die richtige Entscheidung“, erinnert sich Biba, der mittlerweile zurück in Frankfurt ist. Die Böen seien derart heftig gewesen, dass einige Fahrer auf der Strecke regelrecht durch die Luft gewirbelt worden seien. Bibas Startgruppe hätte kurz nach 8 Uhr morgens auf die Strecke geschickt werden sollen – doch soweit kam es nicht, die Veranstalter brachen das Rennen schon vorher ab. „Natürlich war ich ziemlich enttäuscht über den Rennabbruch. Aber die Sicherheit der Sportler und auch der Zuschauer geht eben ganz einfach vor“, sagt der 58-Jährige rückblickend.

Er hätte seinen Start in diesem Jahr aber ohnehin „nur“ als Trainingseinheit für seine Teilnahme beim Klassiker „Rund um den Finanzplatz Frankfurt – Eschborn“ (früher „Rund um den Henninger-Turm“) am 1. Mai angesehen. Denn angesichts von lediglich 1000 Trainingskilometern als Vorbereitung hätte er seine Bestzeit von 4:37:29 Stunden über die 109 Kilometer lange Strecke beim „Cape Argus“ ohnehin nicht schlagen können.

Angesichts des Rennabbruchs habe er – oder besser gesagt Nigel Jacobs – aber leider keine Werbung für „Rund um den Finanzplatz Frankfurt – Eschborn“ am 1. Mai in Frankfurt machen können. Dem Hobbyfahrer aus Südafrika hat Biba das offizielle Dress für den Radklassiker am 1. Mai geschenkt, er sollte damit eigentlich das Rennen rund um Kapstadt bestreiten. Bernd Moos-Achenbach, der Cheforganisator des traditionellen Frankfurter Radrennens, hatte Biba das Trikot kurz vor seiner Abreise nach Südafrika noch zu Werbezwecken zukommen lassen.

Weil es auch am Main Wettbewerbe für Hobbyfahrer in verschiedenen Altersklassen gibt, sieht Biba durchaus Parallelen zwischen beiden Veranstaltungen. Auch in Frankfurt ist Biba zuletzt immer mitgefahren.

Bevor er das Leibchen jedoch an Jacobs weitergab, hat er ein Erinnerungsfoto mit David Bellairs machen lassen. Dieser ist quasi das südafrikanische Pendant zu Moos-Achenbach – er ist Direktor des „Cape Argus“-Veranstalters Cape Town Cycle Tour Trust. „Der Typ ist total locker drauf. Ich habe ihn einfach gefragt und er hat gleich eingewilligt.“ Ohne zu zögern streifte Bellairs das Trikot über und machte darin eine wirklich gute Figur.

Auch für den Bornheimer war der Rennabruch ärgerlich, doch in erster Linie fährt Biba nach Südafrika, um Freunde und Bekannte zu besuchen. Ein Freund war schließlich auch der Auslöser, dass Biba 2010 zum ersten Mal beim „Cape Argus“ aufs Rad stieg. „Das hat sich eher beiläufig ergeben“, erinnert er sich. Da er damals ohnehin drei Wochen in Kapstadt war und ein südafrikanischer Bekannter schon seit zwei Jahren auf ihn eingeredet hatte, dass er endlich mitmachen solle, sei er eben mitgefahren.

Kontakte zu Südafrika pflegt der Bornheimer übrigens, weil er früher aktiv in der Anti-Apartheid-Bewegung mitgearbeitet hat. An die 15 Mal war er schon in dem Land und studierte an Originalschauplätzen das Leben des späteren Staatspräsidenten Nelson Mandela. Dabei lernte er auch den Direktor des Anti-Apartheid-Museums in Johannesburg kennen. Dorthin vermittelte er eine Ausstellung des irischen Künstlers Philip Napier, die 2002 im Mousonturm zu sehen war.

Zum Rennen in Frankfurt bekommt Biba übrigens Besuch aus Südafrika. Faiez Jacobs und Ian Ducat steigen dann aufs Rad und fahren die 50- und 110-Kilometer-Distanz. Aneeka Jacobs und Dawn Primarolo gehen wohl zur Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

(bit)

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