Jan Schneider (CDU)
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Jan Schneider (CDU)

Immobilienmanagement

Weshalb dem neuem Amt für Bau und Immobilien 100 Mitarbeiter fehlen

  • vonGünter Murr
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Nach dreieinhalb Jahren Vorbereitung hat das neuformierte Amt für Bau und Immobilien der Stadt am Mittwoch seine Arbeit aufgenommen. Doch die neue Mammutbehörde ist noch nicht komplett: Es müssen Baufachleute eingestellt werden, die aber schwer zu bekommen sind.

Mehr als 600 städtische Mitarbeiter sind gestern um 9 Uhr im Saalbau Griesheim zusammengekommen. Es war die erste Dienstversammlung des Amts für Bau und Immobilien (ABI), das erst am Montag durch eine Verfügung von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) geschaffen worden war. Hochbauamt, Liegenschaftsamt und Teile des Stadtschulamts sind in der Behörde aufgegangen. Durch die „größte Reform der Stadtverwaltung in den vergangenen Jahrzehnten“ (Feldmann) soll das Liegenschaftsmanagement effizienter und vor allem der Bau und die Sanierung von Schulen beschleunigt werden. Für 3000 Gebäude und 44 000 städtische Grundstücke wird das ABI zuständig sein.

Schon zum Start des Amts ist klar: Mit dem vorhandenen Personal können die Aufgaben nicht bewältigt werden, wie Baudezernent Jan Schneider (CDU) bei der Vorstellung der neuen Strukturen betonte. 712 Stellen habe das Amt auf dem Papier, aber davon seien rund 100 nicht besetzt. Für die Stadt sei es nicht einfach, dafür qualifizierte Mitarbeiter zu finden, so Schneider. Denn angesichts der boomenden Baubranche müsse der öffentliche Dienst mit der Privatwirtschaft konkurrieren.

Millionen an Mehrkosten

Doch selbst wenn alle offenen Positionen besetzt sind, reicht das nach Ansicht des Magistrats noch nicht: Personaldezernent Stefan Majer (Grüne) kündigte an, 38 weitere Stellen für das ABI mit dem Haushalt 2018 zu beantragen. Die Verwaltungsreform wird unterm Strich also zusätzliche Personalkosten in Millionenhöhe verursachen. Doch nach Ansicht Schneiders ist dieses Geld gut angelegt: „Wir müssen unserer Verantwortung als Betreiber der Gebäude nachkommen“, betonte er. „Wenn nur an einer Stelle etwas passiert, müssen wir viel mehr Geld ausgeben.“ Er verspricht sich außerdem eine verbesserte Wirtschaftlichkeit, wenn Gebäude künftig regelmäßig instandgesetzt werden – und nicht so lange gewartet wird, bis sie heruntergekommen sind und nur noch abgerissen werden können. Auch soll es künftig weniger der bei Stadtverordneten ungeliebten Mehrkostenvorlagen geben, die bisher bei Schulbauten an der Tagesordnung waren.

Einsparungen sind aber nicht das oberste Ziel der Reform, an der mehrere Dezernate dreieinhalb Jahre lang arbeiteten. Vielmehr gehe es um effizientere Strukturen, wie Schneider sagte. Vor allem sollen Bau und Sanierung von Schulen beschleunigt werden. Bisher wurde in manchen Jahren nur die Hälfte des bereitgestellten Etats ausgegeben. Wenn sich das bessert, profitiert davon vor allem Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), die dafür aber aus dem ihr unterstellten Schulamt 237 Mitarbeiter – darunter 178 Schulhausverwalter – an das ABI abgeben musste. „Es ist alles im Einvernehmen mit den Beteiligten erfolgt“, versicherte Weber.

Gebäude gesucht

Doch nicht nur Mitarbeiter wechselten, auch insgesamt 370 laufende Meter Akten zum Schulbau zogen gestern um. Noch ist das neue Amt auf drei verschiedene Standorte verteilt: Neben der Gerbermühlstraße in Sachsenhausen (Schulamt, ehemaliges Hochbauamt) und der Berliner Straße (ehemaliges Liegenschaftsamt) sind das neue Räume, die an der Gutleutstraße angemietet wurden. Schneider sucht derzeit eine Liegenschaft, in der das ABI und das Stadtschulamt unter einem Dach untergebracht werden können. Auf eine Ausschreibung seien 25 bis 30 Angebote eingegangen. Die würden jetzt geprüft. Ein Neubau hätte nach Ansicht Schneiders „einen gewissen Charme“. Vom Zeitpunkt der Entscheidung bis zum Umzug würden aber noch zwei bis drei Jahre vergehen.

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