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Wetter in Frankfurt: Freude und Sorge über kommende Sommertage

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Von: Thomas Stillbauer

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Die Eisheiligen fallen auch in Frankfurt wohl aus. (Symbolbild)
Die Eisheiligen fallen auch in Frankfurt wohl aus. (Symbolbild) © Ralph Peters/Imago

Frankfurt und Rhein-Main: Zu den Eisheiligen werden von den Wetterfachleuten Sommer- und Hitzetage erwartet. In die Vorfreunde mischt sich jedoch auch Sorge.

Frankfurt/Rhein-Main – An diesem Dienstag ist St. Gordian, Namenstag des Gordianus, dem die Römer im 4. Jahrhundert übel mitspielten. Der Schaden, den die Bauern meinen, wird ihm freilich zu Unrecht angelastet. Was kann der arme Kerl dafür, wenn gelegentlich im Mai noch Mistwetter aufzieht? Weswegen es auch heißt: „Bohnen lege dir erst an, ist vorbei St. Gordian.“

Die Gefahr einer unerwarteten Rückkehr des Winters ist ohnehin zurzeit minimal. Vom Gegenteil künden die Daten, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) gesammelt hat. Dessen Pressesprecher Andreas Friedrich sagt, auf diese Woche angesprochen: „Es sieht nach einem Drei-Tage-Sommer im Mai aus.“ Temperaturen um 25 Grad, an der Bergstraße bis an die 30 Grad, bringen die ersten offiziellen Sommertage. Die Meteorologie spricht ab 25 Grad von einem sogenannten Sommertag. Ab 30 Grad ist von einem Hitzetag die Rede.

Frankfurt: Bestes Fußball-Wetter am Wochenende

Ein Hochdruckgebiet über dem Baltikum und Polen, trockene Luft aus dem Mittelmeerraum – zack: Sommer. Da können auch die Eisheiligen (11. bis 15. Mai, Mittwoch bis Sonntag) einpacken.

Die Eisheiligen fallen aus. Das werden eher Heißheilige.

Andreas Friedrich, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes

Das Wetter liefert auch eine Vorlage für Fußballfans. Zum Wochenende kühlt es zwar leicht ab, aber bei 21 bis 23 Grad lässt es sich für die Eintracht-Anhänger gut mit dem Schiff zum Auswärtsspiel nach Mainz fahren. Und fürs Europa-League-Finale am 18. Mai verspricht Andreas Friedrich: „Das wird nicht nur ein heißes Spiel.“ Aktuelle Temperaturen in Sevilla: 34 bis 35 Grad.

Frankfurt: Es droht ein zu trockenes Frühjahr und ein Dürresommer

Kräftiger, ausdauernder Regen ist bei uns kaum zu erwarten, allenfalls am Donnerstag der eine oder andere Schauer. Das ist schon lange keine rein positive Nachricht mehr. Noch müssten wir nicht von einer Dürre sprechen, sagt Friedrich; die tieferen Bodenschichten seien durch die Niederschläge des Winters ganz gut mit Wasser versorgt. Aber Landwirten und Hobbygärtner:innen fehlt der Regen an der Oberfläche, der Erdbeeren, Salat und Getreide zum Wachsen bringt. Erste kleine Waldbrände gab es auch schon. Und sollte es den gesamten Mai über so trocken bleiben, sagt der DWD-Sprecher, dann seien wieder Dürreprobleme zu erwarten.

Eine Hiobsbotschaft für die Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). „Das vorige Jahr konnte den Eindruck erwecken, die Grundwasserstände hätten sich einigermaßen erholt“, sagt sie. „Aber wir sehen jetzt im Wald: Die oberen Schichten haben nicht genug Feuchtigkeit, als dass man sagen könnte, es ginge ihm besser.“ Dürren haben auch dem Frankfurter Stadtwald in den letzten Jahren zugesetzt.

Jüngst war eine Schulklasse im Stadtwald, um junge Bäume zu pflanzen. Den Spaten in die trockene Erde zu bekommen, war Schwerstarbeit. Stadträtin Heilig hat es satt, immer wieder diejenige zu sein, die vor der Klimakatastrophe warnt. Aber was bleibt ihr übrig? „2018/19 war schlimm, und die Auswirkungen sehen wir jetzt.“ Damit der Wald sich erholt, braucht er noch viel, viel mehr Regen. Aber das soll uns nicht davon abhalten, uns über eine schöne Frühlingswoche zu freuen. Aber auch der Mensch leidet unter Hitze. Um die gesundheitlichen Folgen abzumildern, wurde einst ein Aktionsplan ins Leben gerufen. (Thomas Stillbauer)

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