Als Brache präsentiert sich das Baugrundstück Sommerhoffpark neben dem Heizkraftwerk West im Gutleutviertel.
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Als Brache präsentiert sich das Baugrundstück Sommerhoffpark neben dem Heizkraftwerk West im Gutleutviertel.

Bebauung Sommerhoffpark

Wichtige Hürde genommen: Ammoniaklager im Gutleutviertel wird überdacht

Bald kann die Bebauung des Sommerhoffparks im Gutleutviertel beginnen. Die städtische Mainova AG und Investoren haben sich bei der Kostenfrage zur Einhaltung der Seveso-Richtlinie II geeinigt.

„Der größte Stolperstein ist geschafft“, zeigt sich Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) erleichtert. „Auch wir von der Stadt wollen, dass es jetzt weitergeht.“ Alle Sicherheitsmaßnahmen auf dem Gelände des Heizkraftwerks West können jetzt ausgeführt werden. Die Kosten von mehr als einer Million Euro teilen sich die Investoren „Sommerhoff Park I GmbH & Co. KG“ und „ic-The Fizz“, die Mainova setzt die Arbeiten um, um die Baugenehmigungen bald zu bekommen.

Die Bebauung auf dem Gelände Sommerhoffpark stockte, weil es keine Einigung gab, wer die Kosten für die Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien tragen solle (wir berichteten). Nach langen Verhandlungen haben sich die Mainova und die Investoren gestern geeinigt. Geplant sind ein Studentenwohnheim mit 290 Appartements, zwei Wohntürme mit 125 Unterkünften und eine Kindertagesstätte.

Hinzu kommt der Neubau samt einer Mensa für die Hermann-Herzog-Förderschule für Sehgeschädigte, die bisher noch im Dornbusch residiert – und ein Teil-Neubau für die Förderschule für Gehörgeschädigte am Sommerhoffpark, die bereits zum Teil abgerissen ist. „Jetzt können wir endlich aufatmen“, freut sich Elke Bockhorst vom Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV), Träger beider Förderschulen. „Unser Bauantrag ist längst gestellt, wir warten auf die Genehmigung.“

Seit über einem Jahr befände sich die Sommerhoffpark-Schule im Ausnahmezustand. Es gebe keine Mensa für die Schüler, die Verwaltung und Schulleitung sitzen im Container, die Kinder spielen neben der Abrissstelle. „Das kann man nicht ewig aushalten, aber jetzt haben wir endlich eine Perspektive“, sagt Bockhorst. Auch der LWV-Landesvorstand Uwe Brückmann zeigt sich optimistisch: Endlich rückten die Schulneubauten näher.

„Wir werden eine geschlossene Bedachung mit Schornstein am Ammoniaklager des Kraftwerks errichten“, so Mainova-Sprecher Thomas Breuer. Hinzu kommen automatische

Entlüftungsklappen

, die elektronisch überwacht werden. Der Schornstein sei nötig, damit „im Falle eines Falles Ammoniak abgelassen werden kann“. Eine Genehmigung sei bereits angefordert, alle e Auflagen erfüllt.

Die Nachrüstung des Ammoniaktanks ist unter der EU-Richtlinie Seveso II vorgeschrieben, damit die geringste Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass Ammoniak austritt und Hautreizungen verursacht. Ansonsten darf nach der neuen EU-Regelung nicht neu gebaut werden. Zusätzlich wird die Mainova an den Bestandsgebäuden im Heizkraftwerk für erweiterten Schallschutz sorgen.

Gellert sieht keine Hindernisse: Der Bauantrag sei eingereicht, die Stadt benötige im Schnitt etwa 63 Tage, bis sie auf Bauanträge reagiere. „Das ist zwar die Durchschnittsdauer zwischen Reihenhaus und Großprojekt – und eine Schule ist kein Reihenhaus – aber ich gehe davon aus, dass es dann eine Frage von Wochen sein wird.“

„Wir haben uns als Investoren sehr weit aus dem Fenster gelehnt, damit es endlich weitergeht. Weiterer Stillstand bringt uns nichts“, fasst Mazen Azmeh, Projektmanager von der Investorengruppe „ic-The Fizz“, zusammen. Die Münchner Investoren bauen das Studentenwohnheim. „Die Kosten in Höhe von mehr als einer Million Euro für die Sicherheitsauflagen am Heizkraftwerk teilen wir uns mit den Investoren Sommerhoff Park I GmbH & Co. KG. Sie werden die Wohntürme bauen. Jeder von uns zahlt 50 Prozent für die Arbeiten der Mainova am Heizkraftwerk West. Weil wir schlichtweg die Baugenehmigungen brauchen, sonst flutschen uns Verträge weg.“

Etliche Extras und Zusatzkosten seien im Laufe der Zeit dazugekommen, so Azmeh. „Zu den Überraschungen gehört zum Beispiel die Auflage des Straßenbauamtes, dass wir eine Straßenkreuzung komplett ausbauen müssen. Auch das kostet uns eine Million.“

Hinzu komme, so Azmeh, dass die Investoren einen Teil ihres Grundstücks an das Grünflächenamt nicht nur übereignen, sondern auch als Mainpromenade ausbauen müssten. „Mit Pflanzen, Bänken, Stühlen, Begrünung und Beleuchtung. Das sind weitere 400- bis 500 000 Euro Schätzkosten“, so Azmeh. „Erst wenn wir Investoren unsere Hausaufgaben gemacht haben und auch diese Verträge mit den Ämtern unterschrieben haben werden, können wir wohl mit Baugenehmigungen rechnen. Und da heißt es immer, Investoren seien Preistreiber.“

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