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Wie der Bund die A5 in Frankfurt ausbauen will

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Bis zu zehn Spuren breit: Diesen Ausbau der A5 in Frankfurt plant der Bund. Das stößt auf Widerstand.

Frankfurt - Eine offizielle Positionierung zum geplanten Ausbau der A5 im Westen Frankfurts lehnt die Stadtregierung aktuell ab. Das betont Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne). Solange selbst der Bund noch nicht über den Ausbau entschieden habe, sei es zu früh fürs Reagieren.

„Uns liegen keine Planungen vor“, erklärte Majer kürzlich in der Sitzung des Mobilitätsausschusses der Stadtverordneten auf eine Rückfrage von Daniela Mehler-Würzbach (Linke). Sie hatte sich erkundigt, ob dem Magistrat neue Erkenntnisse vorliegen. Denn in der vorigen Ausschusssitzung hatten sich Anwohner aus Griesheim gegen den geplanten A5-Ausbau ausgesprochen. „Die Anwohner fordern klar von uns, ihre Interessen in den Vordergrund zu stellen“, erinnert Mehler-Würzbach.

Mobilitätsdezernent Frankfurt: Klimaschutz spricht gegen besseres Autobahnnetz

Reagieren könne die Stadt erst, wenn Planungen der Autobahn-GmbH auf dem Tisch liegen, sagt Dezernent Majer. So lange sei „die grundlegende Positionierung laut Koalitionsvertrag die Leitlinie“. Und dort sei bei Grünen, SPD, FDP und Volt eben keine Rede von zehn Spuren.

Der Grünen-Politiker findet, es gebe „gute Gründe, den Ausbau des Autobahnnetzes infrage zu stellen, im Sinn des Klimaschutzes“. Das gelte aber für alle Vorhaben auch über Frankfurt hinaus. Diese Diskussion müsse auf Bundesebene geführt werden.

A5 im Nordwesten Frankfurts am Bad Homburger Kreuz: Der Bund will die Autobahn durchgehend erweitern.
A5 im Nordwesten Frankfurts am Bad Homburger Kreuz: Der Bund will die Autobahn durchgehend erweitern. © picture alliance/dpa

Der Bundestag hatte bereits 2016 mit dem Bundesverkehrswegeplan 2030 eine Erweiterung der heute achtspurigen A5 auf sechs Kilometern zwischen Westkreuz und Frankfurter Kreuz auf zehn Spuren als „vordringlicher Bedarf“ beschlossen. Diese dringliche Engpassbeseitigung soll 197,3 Millionen Euro kosten und ist mit einem hohen Kosten-Nutzen-Faktor von 3,1 bewertet.

A5 bei Frankfurt: Mehr Fahrstreifen bis hinauf nach Friedberg

Ebenfalls vorgesehen ist der achtspurige Ausbau der bisher sechsspurigen A5 zwischen Nordwestkreuz und Friedberg auf bald 20 Kilometern Streckenlänge. Dieser Ausbau hätte - wie jeder andere - unter anderem zur Folge, dass der Bund an vielen Stellen Lärmschutz nachrüsten muss. Darauf hatte der Bund bisher verzichtet, obwohl er seit 2005 die Seitenstreifen in der Hauptverkehrszeit temporär als Zusatz-Fahrspur für den Verkehr freigibt.

Für den 1,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen Westkreuz und Nordwestkreuz ist ebenfalls ein zehnspuriger Ausbau vorgesehen, inklusive Ausbau der beiden Autobahnkreuze. Auch das soll der Engpassbeseitigung dienen. Dafür arbeitet die Autobahn GmbH aktuell bereits an einer vertiefenden Machbarkeitsstudie. Die Entscheidung, ob die A5 wirklich zehnspurig ausgebaut wird, liegt im Bundesverkehrsministerium. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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