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Wie der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann den Pokal holte

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Hier beginnt er, der Angriff des "seltsamen Mannes" auf den Pokal. Der Auftritt von Peter Feldmann (rechts) wird in den folgenden zehn Minuten nicht besser werden. FOTO: DPA
Hier beginnt er, der Angriff des "seltsamen Mannes" auf den Pokal. Der Auftritt von Peter Feldmann (rechts) wird in den folgenden zehn Minuten nicht besser werden. FOTO: DPA © dpa

Im größten Eintracht-Moment legt Oberbürgermeister Peter Feldmann ein bemerkenswertes Solo hin. Oder je nach Blickwinkel ein peinliches Debakel.

Frankfurt -Mann, das war große Klasse, wie Peter Feldmann am Mittwochabend im Hexenkessel von Sevilla (sprich: "Micky-Maus-Stadion") fast das gesamte Europapokalfinale mit einer krassen Platzwunde am Kopf durchhielt. Blutverschmiert! Nicht? Ach, das war Seppel Rode? Na dann eben - wie er den letzten Elfmeter verwandelt hat! Auch nicht? Einen Elfer gehalten? Nee? Moment: Dann hat er diese fantastische Mannschaft fit gemacht für den größten Erfolg ihrer ... - auch das nicht? Das war Oliver Glasner?

Ja, liebe Leute, warum hat OB Peter Feldmann dann im größten Moment der Eintracht-Geschichte seit mehr als vier Jahrzehnten dem Seppel und dem Oliver im Rathaus den Pokal aus der Hand genommen? Warum wollte er denn unbedingt selbst das Ding in den Kaisersaal tragen?

"Der Peter ist eine unkontrollierbare Rakete"

"Der Peter ist eine unkontrollierbare Rakete", hat Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann schon am Nachmittag gesagt. Er meinte damit zwar Peter Fischer, den Eintracht-Präsidenten, ja, das ist der mit dem "Micky-Maus-Stadion" (nein, das war auch nicht Feldmann), der den Fans auch gern mal einen ausgibt, und den die Fans nicht nur deshalb abgöttisch lieben. Aber es trifft genauso auf Feldmann zu, das mit dem Vornamen Peter und das mit der Rakete, die jederzeit in jede Richtung losgehen kann. Der Rest eher nicht so sehr.

Ein Moment für die Ewigkeit im Frankfurter Römer

Wie der OB also den Helden von Sevilla den Pokal entwindet, kreiert er einen Moment für die Ewigkeit. Der Blick von Seppel Rode zum Trainer wird in die Geschichte eingehen. Er sagt: Was will der seltsame Mann mit unserem Pokal? Oder eher: Ach Gottchen - er nu wieder! "So, liebe Freunde, so sieht er aus, der Pokal", verkündet Feldmann. Aha! Endlich erfährt es die Welt. Dann die quälend lange Rede, während draußen 100 000 Menschen seit Stunden nicht direkt auf den OB warten, sondern auf ... "Tschiep! Tschieprill Soo"? Wer ist das? "Evan Nickdika"? "Makoto Hasabee"? Namen, die niemand kennt.

Keiner außer ihm darf mit den Spielern auf den Balkon

Der Oberbürgermeister liest Namen vor, die man so noch nie im Kader der Eintracht gehört hat, und geht dann selbstverständlich mit auf den Balkon, um im Jubel der Fans zu baden. Er darf das. Sonst niemand, auch nicht die Bürgermeisterin, die mit ihrem Vereinsbeitritt für eine beispiellose Siegesserie im Europacup sorgte, auch nicht der Sportdezernent. Diese Anweisung, heißt es aus gewöhnlich gut unterrichteten Anstoßkreisen, habe jemand schriftlich gegeben. Wer das wohl war?

Auf seiner Facebook-Seite hat Feldmann am nächsten Tag um Nachsicht gebeten. "Dickes Sorry!", hat er geschrieben: "Da war ich wohl gestern für einen Moment lang mehr Eintracht-Fan als Oberbürgermeister." Seine Follower sind auch darüber geteilter Meinung ("Entschuldigung angenommen" - "Treten Sie endlich zurück"). Fest steht: Ein herkömmlicher Eintracht-Fan kennt die Namen der Spieler meistens besser als ein herkömmlicher OB. So oder so dürfte diese große Frankfurter Fußballjubelnacht auch als die Nacht in Erinnerung bleiben, in der Peter Feldmann sein peinlichstes Eigentor schoss.

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