Das Schulschwimmbad in der Dahlmannschule ist eines von acht in der Stadt. Zwei müssen allerdings saniert werden.
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Das Schulschwimmbad in der Dahlmannschule ist eines von acht in der Stadt. Zwei müssen allerdings saniert werden.

Kinder

Wie Frankfurt mehr Schwimmkurse ohne neue Bäder bietet

  • Julia Lorenz
    VonJulia Lorenz
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In Frankfurt können mehr Kinder in Kursen schwimmen lernen, ohne dass die Stadt ein neues Bad gebaut hat. Eine kluge Lösung macht's möglich.

Frankfurt -Künftig sollen Frankfurts Schulschwimmbäder von den Bäderbetrieben (BBF) betrieben werden. Bei den ersten Schulschwimmbädern ist die Übernahme längst vollzogen worden - mit Erfolg, wie jetzt ein aktueller Magistratsbericht preisgibt. Darin heißt es: "Als Fazit der Pilotphase ist festzustellen, dass die Schwimm- und Schulgemeinden eine positive Resonanz durch die Synergie der Schulschwimmbadnutzung rückmelden."

Durch die zusätzlichen Nutzungzeiten der Schulschwimmbäder könne das Angebot dringend benötigter Schwimmkurse ausgeweitet werden, um die Schwimmfähigkeit der Kinder zu verbessern. "Damit erfüllt die Erweiterung der Schwimmzeiten hier eine wichtige Aufgabe für die Stadtteile und die gesamte Stadt Frankfurt", heißt es weiter in dem Bericht. Die Schulschwimmbäder werden aktuell von 32 Schulen und 20 Vereinen genutzt.

11 831 Schüler nutzen die Lehrbecken

Insgesamt gibt es in Frankfurt sechs Hallenbäder, sieben Freibäder und acht Schulschwimmbäder, von denen derzeit aber nur sechs genutzt werden können. Die Schulschwimmbäder befinden sich in der Berthold-Otto-, Wöhler-, Panorama-, Carl-Schurz-, Dahlmann- und Marie-Curie-Schule. Die Schulschwimmbäder der Viktor-Frankl- sowie der Liebigschule müssen saniert werden und stehen momentan nicht zur Verfügung. Die Hallenbäder der Bäderbetriebe verfügen über insgesamt 35 Bahnen und vier Lehrbecken. Davon werden 15 Bahnen und die vier Lehrbecken an die Schulen fest vergeben. Im Schuljahr 2019/2020 besuchten 11 831 Schüler verteilt auf 1080 Klassen der Jahrgangsstufen drei bis sechs die Schwimmbäder. Nach Angaben des Magistrats sind alle abgefragten Schwimmzeiten der Schulen abgedeckt worden.

Bäderbetriebe übernehmen die Schulschwimmbäder

Die Bäderbetriebe sollen künftig die Vergabe der Schwimmbahnen, die technische Betreuung der Wassertechnik sowie die Reinigung an sieben Tagen der Woche organisieren. Sinn und Zweck: Somit liegt die Betreiberverantwortung der Schulschwimmbäder in einer Hand. Die Schwimm- sowie Trainingszeiten für Schulen und Vereine sollen auf diese Weise optimiert werden. In der Verantwortung der Bäderbetriebe liegt bereits das Schulschwimmbad der Marie-Curie-Schule, das der Dahlmann- sowie der Wöhlerschule. Für die Marie-Curie-Schule bedeutet das: Das Schulschwimmbad wird sieben Tage die Woche, inklusive der Ferien, 14 Stunden täglich genutzt. Nach Berechnungen des Magistrats entspricht dies gut 98 Stunden wöchentlich und in Summe gut 4900 Stunden jährlich. Insgesamt nutzen sieben Schulen sowie acht Vereine das Schulschwimmbad der Grundschule am Riedberg.

Schulbäder waren bisher nur zu 50 Prozent nutzbar

Nach Angaben des Magistrats wurde vom Amt für Bau und Immobilien (ABI) gemeinsam mit den Bäderbetrieben ein Stufenplan entwickelt, um "die sukzessive Überleitung weiterer Schulschwimmbadstandorte zu vereinfachen" und um einen "fließenden Übergang" zu gewährleisten. Die erste Stufe sieht vor, dass zunächst vorhandene Dienstleistungen wie die Betreuung der Badewassertechnik und der Reinigung seitens des ABI um die Wochenenden erweitert werden. Parallel dazu stellen die Bäderbetriebe eine Notfallhotline für die Wochenenden zur Verfügung. Zudem übernehmen sie das vollumfängliche Wasserflächenmanagement. Erst in der zweiten Stufe geht die technische Betriebsführung an die Bäderbetriebe.

"Insgesamt wurde deutlich, dass die bisherige Betriebsform der Schulschwimmbäder lediglich eine circa 50-prozentige Nutzung der möglichen Belegungszeiten erreichte", heißt es weiter im Magistratsbericht. Mit einer zukünftigen Steigerung der Belegungen um rund 50 Prozent sei zwar ebenfalls eine moderate Steigerung der Betriebskosten zu erwarten. Diese werde aber deutlich geringer als die Steigerung der Nutzungen ausfallen. "Hierdurch amortisiert sich die Steigerung der Betriebskosten im Verhältnis zur Nutzung", so der Magistrat. Deshalb soll nun sukzessive die technische Betriebsführung der verbleibenden Schulschwimmbäder in die Verantwortung der Bäderbetriebe übergeführt werden. Dazu der Magistrat: "Die Weichen sind gestellt." (Julia Lorenz)

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