Idyll in Frankfurt

SPD will Naherholungsgebiet am Erlenbach ausbauen

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Sitzbänke, ein Badminton-Netz, mehr Grünpflege – lang ist sie nicht, die Wunschliste der Nieder-Erlenbacher SPD für das ausgedehnte Naherholungsgebiet am Erlenbach. Dort ist auch durch privates Engagement einiges getan worden. Aber es gibt auch kuriose Stellen, einige kleinere Probleme und Projekte wie ein neues Wohngebiet.

Einen Park hat Frankfurts nördlichster Stadtteil Nieder-Erlenbach nicht, doch bei der Eingemeindung 1972 brachte man 175 Hektar Wald mit ein. Das Naherholungsgebiet ist ein Idyll, das sich quer durch den Ort bis nach Ober-Erlenbach erstreckt und von spielenden Kindern bis wandernden Senioren allen etwas bietet. Doch es gibt auch Kurioses. Auf einer Wiese unweit des Bürgerhauses stehen seit Jahren schon zwei große blaue Pfähle. Keine Kunstwerke sind das, sondern Befestigungen für Volleyball- und Badminton-Netze, die die Grünen vor drei Jahren forderten. Doch erst als die Pfosten schon standen, merkte man, dass sich niemand um die Netze kümmert. „Ich werde darüber mal mit der TSG reden“, dem örtlichen Sportverein, sagt Ingo Kusch, der SPD-Ortsvorsitzende.

Nicht immer ist es um die angrenzende Schutzhütte so ruhig. Vor allem am Wochenende treffen sich hier Jugendliche. Doch der Lärm sei nicht weiter tragisch. „Die lassen es sich gutgehen“, sagt Kusch und erinnert sich daran, dass es schon Jahre her sei, dass dort Ruhebänke angezündet wurden. Um vermeintlichen Lärm geht es auch einige Meter weiter am Gelände des Tennisvereins Nieder-Erlenbach. Der würde gerne sein Training von 20 auf 21 Uhr ausweiten. Doch trotz eines Erdwalls und dichter Randbepflanzung gebe es einen Anwohner, den das störe. Gespräche hätten nichts gebracht.

Grund zur Klage habe der Angelsportverein (ASV), denn der Weg entlang des Erlenbachs Richtung Schützenhaus werde häufig von Hundehaltern angesteuert, die dort ihre Vierbeiner frei laufen ließen, berichtet Kusch. Das schade besonders im Frühjahr dem Fisch-Laich am Ufer. Der Freizeitwert sei sehr hoch, „Es ist schön hier, die Kinder können viel Spaß haben“, besonders an mehreren Kiesbänken, die zum Spielen im Bach einladen.

Ein stets wiederkehrendes Problem ist jedoch die Pflege des vielen Grüns. In den Sommerferien sei der Weg zum Schützenhaus zugewuchert, erinnert sich Kusch. Jogger und Radfahrer hätten kaum Platz zum Ausweichen gehabt. Jetzt ist alles abgemäht, aber man sieht noch, wie weit das Grün in den Weg hineinragte. Aber auch das sei keine unlösbare Aufgabe, „ein Anruf der Stadtbezirksvorsteherin beim Grünflächenamt genügt in der Regel“.

Entlang des Naherholungsgebiets gibt es immer wieder Stellen, die durch privates Engagement aufgewertet wurden. Eine Ackerfläche wurde über eine Gärtnerei zum öffentlichen Garten. Blumen wachsen dort am Feldrand und auch die Nieder-Erlenbacher Kita ernte dort Gemüse, berichtet Kusch. Auf dem Rundweg um den Grünzug hat der Verein Nieder-Erlenbacher Bürger nicht nur Bänke aufgestellt, sondern auch Hinweistafeln zu den alten Flurnamen, wie „Am Hamster“ oder „Schwalbenberg“. Doch auf der gegenüberliegenden Seite fehlen die Parkbänke völlig.

Dort hat vor einigen Jahren die Fraport das Gelände als Ausgleichsmaßnahme für den Flughafenbau 20 800 Bäume und 5000 Sträucher gepflanzt. Dafür ist ein Rundweg um das Wäldchen entstanden. Am Wegesrand stehen schon seit Frühjahr zwei Plastikstühle. Nun wollen die Sozialdemokraten in der nächsten Ortsbeiratssitzung am 4. Oktober beantragen, dass zwischen dem Riedhof und der Erlenbachbrücke auch Bänke aufgestellt werden.

Eine Fortsetzung kann sich Kusch auch für ein anderes Projekt vorstellen: den Geburtshain auf einem Feldstück Am Lachgraben. Hier konnten Nieder-Erlenbacher nach alter Tradition zur Geburt ihrer Kinder einen Baum pflanzen. Bereits im November 2008 wurde dort etwa für eine Joelina Marie eine Flatterulme gepflanzt, wie Schilder zeigen. Doch längst ist das Grundstück voll. Kusch glaubt, dass es schwer wird, Landwirte dazu zu bringen, weitere Flächen für solch einen Hain zu überlassen. Doch er hofft, dass sich vielleicht am Rande des geplanten Neubaugebiets Südlich des Riedstegs Platz findet. Dort ist eine Grünzone zum Erlenbach hin ausgewiesen, die für einen Geburtshain genutzt werden könnte, meint er. Aber das Baugebiet soll erst nächstes Jahr in die Planung gehen. Der Ortsbeirat habe, so Kusch, die Ausweisung einstimmig begrüßt als eines der letzten möglichen Baugebiete. Geplant sind 250 Wohneinheiten.

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