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In Frankfurt beginnt am 19. Juli die Sommerwerft 2019. Es ist die 18. Ausgabe. Alles zum Festival am Osthafen.

Programm und mehr

Alles, was sie zur 18. Sommerwerft wissen müssen

In Frankfurt beginnt am 19. Juli die Sommerwerft 2019. Es ist die 18. Ausgabe. Alles zum Festival am Osthafen.

Frankfurt - Schon heute arbeiten alle Macher und Helfer der Sommerwerft auf Hochtouren. Sie bauen das Gelände auf, machen den letzten Feinschliff an ihren Werken - um ab Freitag bereit zu sein. Denn nicht nur die mehr als 100 Programmpunkte auf diesem Festival sind sehens- und erlebenswert, die Stände und Plätze selbst sind es, denn sie werden durch die Künstler gestaltet. Im Konzept dieses kreativen Dorfes am Mainufer gibt es neben der alten Bar "Haifischwagen" das neue Beduinenzelt und gegenüber die Cocktailbar. Weiter vorne sind das in Holzbootform erbaute Porto Brasil, schräg gegenüber der Babuschka-Stand und Performances auf dem gesamten Gelände.

Beispielsweise ist das Café Pimpanelli neu. Erbaut von Josefine Berger auf dem Kulturgelände des Vereins Protagon aus recyceltem Material, in der Optik der sechziger Jahre. Hier wird es internationale Kaffeespezialitäten und Sommerwerftlerinnen in wechselnden Kostümen hinter der Theke geben. Ob Espresso, Cappuccino oder auch Café Leche y Leche, vietnamesischen Eiskaffee, Irish Coffee oder Ähnliches, gibt's mit Milch, Soja oder Haferdrink. Neu ist auch der Stand "Datschi und Musik", der auf dem Weg zum Theaterzelt noch Reibekuchen und Handkäs-Spezialitäten für alle anbietet.

Sommerwerft in Frankfurt: Das Theaterensemble Ondadurto Teatro

Die künstlerische und menschliche Entdeckungsreise beginnt am 19. Juli unter anderem mit dem italienischen Theaterensemble Ondadurto Teatro. Ihre Stücke sind bekannt für scharfzüngige bis groteske Gesellschaftsanalysen, die auf den Punkt choreografiert und prächtig ausgestattet sind. Zu Sonnenuntergang am Eröffnungsabend der Sommerwerft spielen sie erstmalig in Deutschland "Terra Mia" und fragen darin, inwiefern der Mensch im heutigen gesellschaftlichen Wertesystem noch ein schöpferisches Wesen sein kann. Dann stehen 17 Tage mit täglich mehreren Singer- und Songwritern im Beduinenzelt, mit Tanz und Theater, Poesie und Kulinarischem auf dem Programm.

Wer die Sommerwerft besucht, kann kaum glauben, dass die gesamte Veranstaltung von einem überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Organisationsteam und freiwilligen Helfer bestritten wird, unterstützt von professionellen Dienstleistern. Rund 300 Menschen - davon 200 aus Frankfurt und 100 weitere aus der ganzen Welt - engagieren sich und gestalten die Sommerwerft mit. Viele Wochen leben und arbeiten sie auf dem Sommerwerft-Campus zusammen und lernen voneinander. 

Entscheidungen werden im Diskurs erarbeitet und gemeinsam verantwortet. Utopie? Nein. Geht. "Die Sommerwerft mit ihrem frei zugänglichen, niedrigschwelligen kulturellen Angebot ist ein Kulturfestival für alle Menschen in dieser Region, prägt den Frankfurter Sommer und steht für die Weltoffenheit unserer Stadt," sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Die Stadt fördert das Festival mit 48 500 Euro, der Kulturfonds Rhein-Main mit 45 000 Euro.

In Zeiten, in denen Menschen im Mittelmeer ums Überleben kämpfen, während Banken in Eilaktionen gerettet werden, Aufrüstung und Drohungen an der Tagesordnung stehen, erinnern manche der Liedermacher im Beduinenzelt der Sommerwerft an den Protest vieler für ein würdiges Zusammenleben. Generell widmen sich wieder und weiterhin die Gestalter des Festivals, die Musiker, Tänzer und Theatermacher, Techniker, Köche und Helfer, jeder auf ihre Art und Weise, diesem mittlerweile traditionellen "gesellschaftlichen Ritual" am Mainufer im Sommer. 

Theater im öffentlichen Raum macht auf Missstände wie gruppenbezogene Diskriminierung und Marginalisierung aufmerksam und erzeugt Verständnis und Mitgefühl für unterschiedliche Erfahrungswelten. Es regt eigenständiges Denken sowie den Dialog an. Zugleich weckt die kreative Auseinandersetzung Hoffnung, Gestaltungs- und Beteiligungswillen. Neben den Veranstaltungen auf dem Festivalgelände sind eine Reihe Satelliten-Veranstaltungen im Stadtgebiet geplant.

Sommerwerft 2019: Kurse für Kinder

Das Festivalprogramm hat auch jüngere Besucher im Blick. In Workshops können Kinder selbst aktiv werden und spielerisch in die Theaterwelt eintauchen.

Zum Abschlusswochenende, am 2. und 3. August, zeigt das Frankfurter Theaterensemble Antagon-Theater-Aktion den "Traum einer Sache", in der sie das Aufbegehren der 68er-Generation aufgearbeitet darstellen. Dabei suchen sie in der heutigen Lebensrealität die Erinnerung an den Ausbruch des Protestes vor 50 Jahren. "Viele möchten Dinge ändern, doch stehen paralysiert im Gewohnten. 

Was hindert sie daran, weiter zugehen, jetzt zu handeln, zu ändern was nicht gut ist? Befreiungsprozesse müssen nicht neu erfunden werden, wir können aus den Menschen unserer näheren Geschichte lernen", erklärt Bernhard Bub, künstlerischer Leiter des Festivals und des Ensembles Antagon-Theater-Aktion.

Was sich ändert? Der viele Jahre eingeplante Marsch der Künstler und Helfer zum Auftakt, die Kulturinvasion durch die Innenstadt, findet in diesem Jahr nicht statt. Aufgrund drohender Mehrkosten durch weitere Sicherheitsauflagen haben die Veranstalter des Festivals sich entschieden, den Marsch auszusetzen. Es wird auch keine Wurstbude mehr geben, da der Fleischkonsum auf dem Festival ab 2019 generell nicht mehr eingeplant wird. So "spart" die Küche für die nicht eingesetzte Tonne Fleisch umgerechnet 36 Tonnen CO2 (1 kg Fleisch = 36 kg CO2). 

Programm zur Sommerwerft

Das Programm am Eröffnungswochenende ist prall gefüllt.

Freitag, 19. Juli:17.45 Uhr Simon Konrad, 18.50 Uhr ReverenSchulzz, 20 Uhr Die letzten Stunden eines Bürgermeisters, 20.10 Uhr Freizeitkämpfer

21.45 Uhr Terra Mia

Samstag, 20. Juli: 15.30 Uhr Hapkido (Teil 1),16.10 Uhr Isabella Roumiantsev Max Clouth, 16.45 Uhr Hapkido (Teil 2), 17.30 Uhr Iso Herquist Og Hele Banden, 18 Uhr Coco Tanztraining, 18.50 Uhr Remine, 20 Uhr Are You There, 20.10 Uhr Wolf Schubert-K. Family & Friends, 21.45 Uhr Terra Mia

Sonntag, 21. Juli:Ab 15 Uhr "Flowmarkt", 15 Uhr Theaterworkshop für Kinder - Teil I, 15 Uhr Musik für Kinder, 16 Uhr Professor Humbug..., 16.10 Uhr Marie Meister, 17 Uhr Theaterworkshop für Kinder - Teil 2, 17.30 Uhr The Slags, 18.30 Samba Tanztraining, 18.50 Uhr Cris Cosmo, 20 Uhr Heimat von Oben, 20.10 Uhr Non Solo Parole, 22 Uhr Dr.Ocride.

Das komplette Programm gibt es im Internet auf der Seite

www.sommerwerft.de . 

red

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