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Ein Mann wärmt sich seine Hand auf einem Heizkörper.

Winterquartier für Obdachlose in Frankfurt zieht um

Rund 20 Jahre lang durften im Winter Obdachlose in Frankfurt im Zwischengeschoss der Hauptwache übernachten - ab diesem Jahr gibt es neue Schlafplätze am Eschenheimer Tor.

Rund 20 Jahre lang durften im Winter Obdachlose in Frankfurt im Zwischengeschoss der Hauptwache übernachten - ab diesem Jahr gibt es neue Schlafplätze am Eschenheimer Tor. Rund 120 Menschen können dort von Donnerstag an übernachten, um 6 Uhr morgens wird der 560-Quadratmeter-Raum zu einem Café umgebaut, das bis zu 150 Obdachlose nutzen können. Betreut wird es von Mitarbeitern des Frankfurter Vereins für Hilfen in sozialen Notlagen.

Der Umzug war nötig geworden, weil ab diesem Winter die U- und S-Bahnen am Wochenende nachts durchfahren und die Räume für das Wintercafé nicht mehr zur Verfügung stehen, wie Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) erklärte. Das Angebot richte sich vor allem an Menschen, die nicht in eine der Notunterkünfte wollen, und an Südosteuropäer, die keinen Anspruch auf Unterbringung haben.

Auf der Suche nach Ersatz wurde die Stadt in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor fündig. Für 250 000 Euro wurden Wände hochgezogen, stillgelegte Toiletten instand gesetzt und eine Heizung eingebaut. Bei einer Stichprobe Ende Oktober wurden nachts im Frankfurter Stadtgebiet 139 Obdachlose gezählt, davon 112 Osteuropäer und 26 Frauen. Für sie stehen im Winter 270 Betten in Notunterkünften und 75 Plätze in Tagestreffs zur Verfügung.

(dpa)

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