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Wippen unterm Fliegenpilz

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Von: Judith Dietermann

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Nicht nur für Kinder: Evangelia Georgalis (l.) und Anita Akmazda haben Spaß auf dem neugestalteten Pilz-Spielplatz.
Nicht nur für Kinder: Evangelia Georgalis (l.) und Anita Akmazda haben Spaß auf dem neugestalteten Pilz-Spielplatz. © rüffer

Spielplatz an der Fritz-Tarnow-Straße ist fertig - Erster Anlauf vor sieben Jahren

Wer bislang gedacht hat auf einem Spielplatz könnten nur Kinder Spaß haben, der hat sich getäuscht. Dass dem absolut nicht so ist, das bewiesen jüngst Evangelia Georgalis und Anita Akmazda, die aktuelle und vorherige Kinderbeauftragte am Dornbusch, bei einem Besuch des Spielplatzes am Pilz an der Fritz-Tarnow-Straße. Der seinen Namen jetzt endlich auch verdient hat: Denn statt eines verrosteten, farblosen Unterstandes thront auf dem kleinen Hügel nun eine „echter Fliegenpilz“. Mit rotweiß gepunktetem Dach und einer Rundbank.

Belastungstest bestanden

Fast ehrfürchtig blicken Georgalis und Akmazda zum Pilz hinauf. „Ist das nicht toll? Davon kann man wirklich nicht genug bekommen“, sagen die beiden Frauen. Und auch die Spielgeräte - ob das Klettergerüst, die Doppel- und Kleinkindschaukel, oder die Hangrutsche rufen bei ihnen Begeisterung hervor. Die Holzwippe, auf der auch gestanden werden kann, probieren sie gleich aus. Und sind sich einig: Belastungstest bestanden.

Den können sie bei der 30 Meter langen Seilbahn leider nicht durchführen. Bereits zum zweiten Mal ist sie kaputt. „Es muss ein Teil ausgetauscht werden. Aber wir sind dran. Ich kümmere mich“, sagt Georgalis. Gleichwohl sind auch die Eltern zufrieden. Abwechslungsreich sei der Spielplatz, sagt eine Mutter. Sowohl für die kleinen, als auch die größeren Kinder. Die Kinder muss man derweil nicht fragen - ihre Begeisterung ist deutlich zu hören.

Evangelia Georgalis und Anita Akmazda sind gerührt bei all den Komplimenten, die sie an diesem Nachmittag zu hören bekommen. Und schieben sich derweil das Lob hin und her, diskutieren darüber, wer denn nun mehr Anteil an der Umsetzung hatte. Schaut man in die Historie, dann ist schnell klar: Dass das Grünflächenamt den Spielplatz überhaupt umgestaltete, hat Akmazda 2015 als Kinderbeauftragte initiiert. In der August-Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) wurde dies beschlossen.

Dann holte Akmadza diejenigen ins Boot, die den Spielplatz nutzen: die Kinder. Sie sollten mitentscheiden und gestalten, sie sollten ihre Wünsche äußern. 61 von ihnen, zwischen fünf und zwölf Jahren alt, wurden befragt. Von Jugendlichen der Anne-Frank-Schule, die als Interviewer ausgebildet wurden. Zudem wurde der Zaun neben dem Eingangstor von Schülern der Heinrich-Seliger-Schule gestaltet. „Mit solch selbstgestalteten Dingen wird anders, pfleglicher umgegangen“, sagt Akmazda, die sich ursprünglich eine komplette Umzäunung gewünscht hatte. 270 000 Euro kostete die Umgestaltung des 690 Quadratmeter großen Areals.

Schulterschluss der starken Frauen

Als Akmazda ihr Ehrenamt abgab, wurde Evangelia Gerogalis im Frühjahr 2021 vom Ortsbeirat zur neuen Kinderbeauftragten gewählt. Und wenn die Frauen etwas gemein haben, dann ist es ihr unglaubliches Engagement. Sie führte fort, was ihre Vorgängerin begonnen hat und war ab sofort Ansprechpartnerin für die Ämter. „Du hast mindestens einen genauso großen Anteil an dem Projekt“, meint Akmazda.

Schade sei lediglich, dass es keine offizielle Eröffnung gegeben habe, mein Georgalis. Weshalb sie für die vergangene Woche das Spielmobil des Abenteuerspielplatzes Riederwaldes an den Fuß des Pilzes holte. Nur eine von zahlreichen Aktionen, die sie als Kinderbeauftragte organisiert. Das Kinderfest im Sinai-Park finde 2023 bereits zum dritten Mal statt, sagt sie. Auch das Weihnachtsbaumschmücken mit der Viktor-Frankl-Schule, dieses Mal mit musikalischer Unterstützung der Wöhlerschule, plant sie. „Es ist ein tolles Ehrenamt, für das man den besten Lohn bekommt: Kinderlachen“, sagt sie, blickt nach oben und sieht, wie die Sonne durch die Wolken blitzt und den Fliegenpilz erstrahlen lässt.

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