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"Wir brauchen grünes Licht für das Gymnasium Ost"

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Stadtschülersprecher Hannes Kaulfersch kämpft für das Gymnasium Ost.
Stadtschülersprecher Hannes Kaulfersch kämpft für das Gymnasium Ost. © JONATHAN@GRILLENMEIER.DE

In einem Gastbeitrag appelliert Stadtschülersprecher Hannes Kaulfersch, 18 Jahre alt, an die Römerkoalition, dem Bau eines Gymnasiums nicht länger im Weg zu stehen.

Es ist der erste öffentlich ausgetragene Streit innerhalb der Römerkoalition: Die Standortfrage des Gymnasium Ost. Dass die Schule dringend gebraucht wird, ist allen klar. Wohin sie gebaut werden soll, ist aber umstritten - zu unrecht. Denn die Antwort liegt eigentlich auf der Hand.

Das Gymnasium Ost wurde 2017 durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, als Baufläche fand sich eine ehemalige Gärtnerei zwischen Wasser- und Günthersburgpark. Doch im Zuge der Proteste für den Erhalt der "Grünen Lunge" wurden nicht nur die Pläne für die 1500 Wohnungen in den Günthersburghöfen auf Eis gelegt - sondern auch die Planungen für das Gymnasium Ost. Die Bürgerinitiative "Grüne Lunge" scheint mit ihrer Ablehnung des Schulstandortes teilweise erfolgreich zu sein. Denn die Koalition ist sich uneins, wodurch die Umsetzung des Gymnasiums zumindest verzögert wird. Dabei ist das Gelände nicht nur für eine Schule bestens geeignet, sondern auch größtenteils versiegelt. Um das zu erkennen, muss man kein Landschaftsökologe sein. Es reicht ein Blick auf das Areal mit Google Earth.

Grundsätzlich ist es richtig, den Ökologieaspekt mitzudenken. Durch Dach- und Fassadenbegrünung, einen Schulgarten oder Photovoltaikanlagen kann auch eine Schule nachhaltig gebaut werden. Die grüne Umgebung des Standortes in den Günthersburghöfen ließe sich sogar als Umweltschwerpunkt in das Konzept der Schule integrieren.

Doch die Bürgerinitiative "Grüne Lunge" lehnt sich nicht nur mit der Behauptung, das Areal der ehemaligen Gärtnerei sei unversiegelt, weit aus dem Fenster. Auch das Argument, herumlaufende Kinder könnten die Biodiversität in den umliegenden Gärten bedrohen, überzeugt nicht. Eine kinderfreundliche Stadtentwicklung funktioniert anders.

Zu einer kinderfreundlichen Stadtentwicklung zählt beispielsweise, dass ausreichend Schulplätze in allen Stadtteilen zur Verfügung stehen. Im Frankfurter Osten sieht das aber anders aus. Dort macht sich besonders bemerkbar, dass Frankfurt eine schnell wachsende Stadt ist. Bereits zum Schuljahr 2020/2021 konnte der Bedarf an Gymnasialplätzen in der Bildungsregion Ost nicht mehr durch die Bestandsschulen gedeckt werden. Die weiterführenden Schulen sind voll. Und die Lage verschärft sich Jahr für Jahr. Das Gymnasium Ost wird also dringend gebraucht. Eine weitere Verzögerung des Schulbauprojektes können wir uns als Stadt nicht leisten - und den Kindern nicht zumuten.

Könnte man aber nicht auch einen alternativen Standort für das Gymnasium Ost in Erwähnung ziehen? Das könnte man - wenn die Stadt genügend freie Bauflächen zur Verfügung hätte. Die Suche nach Schulbauflächen gestaltet sich jedoch alles andere als einfach und kann mitunter Jahre dauern. Doch selbst wenn ein anderes Grundstück für das Gymnasium Ost gefunden werden würde, stünde dieses dann nicht mehr für eine der drei anderen Schulen im Frankfurter Osten bereit, die laut Schulentwicklungsplan ebenfalls in den nächsten Jahren gebaut werden müssen.

Nachdem die Bildungsdezernentin erst angekündigt hatte, nicht mit der Fläche nördlich des Günthersburgparks zu planen, folgte nun die Kehrtwende: Sie teilt mit, dass sie jetzt doch prüfen wolle, wie das Gymnasium Ost auf der ursprünglich angedachten Fläche gebaut werden kann. Eine gute Nachricht.

Nicht nur im Frankfurter Osten, sondern in ganz Frankfurt, müssen in den nächsten Jahren viele Schulen entstehen. Der Flächenmangel stellt die Stadt dabei vor immense Herausforderungen. Dass, wie beim Gymnasium Ost, sogar geeignete Bauflächen leichtfertig in Frage gestellt werden, darf nicht Schule machen.

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