Dagmar Wendler, Vorsitzende des Kulturvereins Harheim, drängt darauf, den Alten Krichplatz auf Vordermann zu bringen. FOTO: Leonhard Hamerski
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Dagmar Wendler, Vorsitzende des Kulturvereins Harheim in Frankfurt, drängt darauf, den Alten Kirchplatz auf Vordermann zu bringen.

Harheim

Stillstand am Alten Kirchplatz in Frankfurt: „Warum geht es hier nicht voran?“

  • Friedrich Reinhardt
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Der Alte Kirchplatz in Frankfurt-Harheim soll schöner werden. Neue Bänke, neue Bäume – auch der Jakobusbrunnen bräuchte eine Sanierung. Doch viel tut sich nicht.

Frankfurt – Dagmar Wendler holt den alten Plan für den Alten Kirchplatz hervor, der zeigt, dass dort nicht alles so ist, wie es sein sollte. Aus dem Jahr 1986 stammt der Plan, dem Jahr, in dem Harheim seine 1200-Jahr-Feier beging. Damals wurde der Alte Kirchplatz nach einem Entwurf des Kronberger Architekten Carsten Henze neu gestaltet. Der Platz vor dem alten Rathaus bekam damals seine heutige Form.

An die alte Jakobuskirche erinnert seither die mit dem Kruzifix versehene Vertiefung etwa an der Stelle, an der die Kirche stand, bevor sie 1936 abgerissen wurde. Und seither schmückt auch der Jakobusbrunnen - ein Werk des Küntlers Reiner Uhl - den Platz.

Frankfurt: Alter Kirchplatz in Harheim braucht Neugestaltung – Flechten auf dem Haupt des Jakobus

Wendler erklärt all das anhand des Plans, die Daten hat Harheims Stadtteilhistorikerin und Vorsitzende des Kulturvereins im Kopf. Ihr Punkt: 35 Jahre ist die Neugestaltung her und seither sei hier praktisch nichts passiert. Dabei bekomme der neue Alte Kirchplatz in Harheim längst Altersflecken.

Auf Kopf, Schultern und Hut der Jakobusstatur wuchern grüne und schwarze Flechten. Das beschädige den Sandstein, sagt Wendler. Die Flechten fänden sich nicht nur auf der Statur, auch auf den drei muschelförmigen Brunnenbecken. An verschiedenen Stellen ist auch die oberste Schicht des Sandsteins abgeplatzt. Und vor allem: In dem Brunnen fließt kein Wasser. "In anderen Stadtteilen fließen die Brunnen wieder. Warum nicht hier?", möchte Wendler wissen.

Frankfurt: Alter Kirchplatz in Harheim – "Warum geht es hier nicht voran?"

Auch zeigt der alte Plan deutlich, dass auf dem Kirchplatz einmal zwei Bäume mehr standen. Die Baumscheiben im Pflaster sind noch da, nur die Bäume nicht. Also müssten sie nachgepflanzt werden, findet Wendler. Ihr nächster Kritikpunkt sind die schwarzen Flecken, auf dem Pflaster in der Mitte des Platzes. Diese müssten mit einem Hochdruckreiniger beseitigt werden. Brunnen, Bäume Flecken. "Warum geht es hier nicht voran?", kritisiert Wendler.

Die Stadtverwaltung hat die Themen auf dem Schirm. Ortsvorsteher Frank Immel (CDU) erzählt, dass er gerade die Arbeiten mit den jeweils zuständigen Ämtern koordiniere. Viel Bewegung ist in der Sache allerdings nicht.

Wegen der Bäume teilt das Grünflächenamt mit, dass die beiden Felsenbirnbäume wegen Pilzbefalls gerodet werden mussten. "Bei der Rodung wurden Starkstromkabel in Baumgrubennähe entdeckt und deshalb kann an den ursprünglichen Standorten keine Nachpflanzungen erfolgen", erklärt das Grünflächenamt.

Frankfurt-Harheim: Plätschern des Wassers lässt auf sich warten

Das Amt suche nach neuen Plätzen für die Bäume. Es stehe dazu mit dem Amt für Bau und Immobilien und dem Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) in Kontakt, "aber es wurde uns noch kein alternativer Standort zugewiesen." Auch beim Jakobusbrunnen ist mit einer baldigen Sanierung nicht zu rechnen. Die hatte bereits der Ortsbeirat 14 (Harheim) gefordert, will sich bei seiner nächsten Sitzung aber erneut der Situation im Herzen des Stadtteils annehmen.

"Die Becken des Brunnens sind undicht", erklärt eine Sprecherin des Kulturamts, das für 110 der 150 Brunnen in Frankfurt zuständig ist. Deshalb sei der Brunnen abgeschaltet worden. Erst nach der Sanierung könne er wieder in Betrieb gehen. Auch benötigte der Technikraum eine Be- und Entlüftung.

"Aktuell ist das Kulturamt mit dem Amt für Bau und Immobilien daran, die Kosten zu eruieren." Aber: Für den Unterhalt der Frankfurter Brunnen stehen begrenzte Mittel zur Verfügung. Diese seien für das Jahr 2021 verplant. "Daher kann eine Sanierung nicht mehr 2021 erfolgen."

Der Grund, warum Wendler darauf drängt, den Platz auf Vordermann zu bringen, erklärt sie in einem Satz: "Wir wollen den Platz beleben." Pläne dafür gibt es schon. Die Bänke vor dem Hotel Harheimer Hof sollen so versetzt werden, dass sich die Sitzenden anschauen. "Das ist kommunikativer". Auch spende die Firma W. Kressmann Rohrleitungsbau zwei Schachtische und einen normalen Tisch. (Friedrich Reinhardt)

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