Nach oben orientieren: Vincenzo Borzellino will mit der Eintracht-A-Jugend etwas reißen.
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Nach oben orientieren: Vincenzo Borzellino will mit der Eintracht-A-Jugend etwas reißen.

U19- und U17-Fußballer der Eintracht

„Es wird wieder schwierig“

  • vonRoland Stipp
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Am Samstag um 13 Uhr beginnt für die A-Jugendfußballer von Eintracht Frankfurt die neue Saison in der U19-Bundesliga Süd/Südwest. Zeitgleich starten auch die B-Junioren der Riederwälder in die Runde.

Beim 1. FC Nürnberg muss das U19-Team von Trainer Alexander Schur am Samstag ran, also dort, wo das letzte große und aufregende Eintracht-Spiel stattfand. Wobei: Das Leistungszentrum des „Clubs“ am Valznerweiher liegt doch ein paar hundert Meter vom Stadion am Max-Morlock-Platz entfernt, in dem Haris Seferovic den Eintracht-Profis Ende Mai mit dem 1:0 den Klassenerhalt sicherte.

Einen Monat nach dem Relegations-Drama – die Profis waren noch im Urlaub – starteten die Frankfurter A-Junioren in die Vorbereitung auf die neue Saison, die nach Möglichkeit doch anders verlaufen soll als die letzte Runde, in der bis zum Schluss um den Klassenerhalt gezittert werden musste. Dafür hat sich die Eintracht neben einigen Spielern aus der eigenen U17 auch vier Talente von außerhalb geholt. Miguel Blanco von Borussia Dortmund, David Govorusic vom VfB Stuttgart und Marius Herzig vom FC Ingolstadt (alle bisher U17) sowie Tim Queckenstedt aus der U19 von Bayer Leverkusen sind die „Externen“ im Team von Trainer Alexander Schur.

Pechvogel Queckenstedt verletzte sich gleich im ersten Training bei der Eintracht und blieb damit leider nicht alleine. „Das Gefühl vor dem Saisonbeginn ist eher etwas durchwachsen, denn wir haben viele Verletzte und einige Spieler, die jetzt erst so langsam nach Verletzungen zurückkommen“, berichtet Schur. Niklas Thiel, Lukas Rodwald und Raffael Cvijetkovic gehören zu denen, die laut Trainer „noch etwas hinten dran“ sind. Nelson Mandela Mbouhom wird wohl für drei Monate ausfallen. Außerdem fehlt mit Yves Mfumo ein Stürmer, der sich in der Rückrunde der vergangenen Saison als Stammspieler etabliert hatte – der Kongolese wechselte zur U19 von Werder Bremen. „Es wird eine ganz schöne Bastelarbeit“, fürchtet Schur ob der Umstände. Was aber überhaupt nichts Außergewöhnliches sei: „Wann hat man schon mal alle Spieler verletzungsfrei beisammen? Wichtig ist, dass wir eine Mannschaft aufs Feld schicken, die zu hundert Prozent da ist. Und das werden wir schaffen.“

Leichter als in der so kritischen letzten Saison, da gibt sich Schur keinen Illusionen hin, wird es diesmal kaum werden. Was zum einen damit zusammen hänge, dass einer der drei Aufsteiger, nämlich der 1. FC Kaiserslautern, „gar kein richtiger Aufsteiger sondern eher ein etablierter Bundesligist“ sei. Auch die Stuttgarter Kickers und der FC Augsburg würden das Niveau wohl nicht senken, vermutet Schur: „Ich glaube einfach, dass diesmal die Leistungsdichte noch größer ist und es wieder ein ganz schwieriges Jahr werden kann.“

In der Hauptsache aus der eigenen U15 und U16 kommen die Neuzugänge, mit denen die Eintracht in der U17-Bundesliga Süd/Südwest eine gute Rolle spielen will. Mischa Häuser wechselte außerdem vom Hessenligisten Kickers Offenbach an den Riederwald und der Brasilianer Marcus Weinhardt kehrt nach einem Jahr bei Borussia Dortmund zur Eintracht zurück.

Beim „Bundesliga-Cup“ in Wüstenrot zeigte die Mannschaft von Trainer Steffen Winter bereits Ende Juli was sie drauf hat. Im Finale wurde Bayern München besiegt, außerdem ließen die Riederwälder Mannschaften wie Borussia Dortmund, Hertha BSC und die TSG Hoffenheim hinter sich. „Da konnten wir spielerisch auch mit Dortmund und den Bayern mithalten, das war schon vielversprechend. Überhaupt war die Vorbereitung sehr positiv und leidenschaftlich. Die Jungs haben große Ziele und arbeiten daran“, lobt Winter.

Von einer Handvoll Spieler aus der Vorsaison trennte sich die Eintracht im Sommer, einige wurden in die A-Jugend übernommen und etwa ein Drittel der „alten“ Mannschaft bleibt noch ein Jahr in der U17. Den größten Sprung machten Patrick Finger und David Siebert, die direkt aus der U15 aufrückten. Neun Spieler schafften den Sprung aus der U16, darunter deren Kapitän Danilo Oliveira.

Eine großen Sprung hat auch der Trainer hinter sich – vor einem Jahr kam Bernd Winter vom Hessischen Fußball-Verband (HFV) zur Eintracht. Beim HFV hatte er Trainer ausgebildet und eine Junioren-Hessenauswahl betreut. Da war die Eintracht natürlich ein Kontrastprogramm. „Ich habe ein Jahr die Chance gehabt mich gut anzupassen an Eintracht Frankfurt. Und zwar nicht nur an die Gegebenheiten und die Leute hier, sondern auch an die Spieler und an den Umgang miteinander, also auf die Kernpunkte, auf die es ankommt“, sagt er. Soll heißen: Am Riederwald geht es in Sachen Leistungsdruck natürlich anders zu als beim HFV im beschaulichen Grünberg.

(rst)

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