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Die Anzeigetafel gibt am 02.12.2014 in Frankfurt am Main (Hessen) im Handelssaal der Börse das Auf und Ab der Kurse am Vormittag wieder. Der Dax hatte zuvor erstmals seit Anfang Juli wieder die Marke von 10 000 Punkten überwunden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Zölle, Aktienmarkt, Korea

Wirtschaft: Ausblick auf die Woche

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Die Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Washington zu US-Präsident Donald Trump war kurz, freudlos und hat sich in Sachen Strafzöllen wie Iran-Atomabkommen als „Mission Impossible“ entpuppt.

Die Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Washington zu US-Präsident Donald Trump war kurz, freudlos und hat sich in Sachen Strafzöllen wie Iran-Atomabkommen als „Mission Impossible“ entpuppt. Nach dem glamourösen, aber ebenso erfolglosen Staatsbesuch des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron im Weißen Haus drohen nach China nun auch der EU Strafzölle durch die USA. Stündlich warten die Europäer nun auf die finale Twitter-Ansage Trumps, dass auf Stahl- und Aluminium-Produkte aus der alten Welt ab 1. Mai neue Zölle erhoben werden. Trumps Vergeltungsmaßnahmen für das 150-Milliarden-Dollar Handelsdefizit der USA mit der Europäischen Union.

Mit den angekündigten Strafzöllen rüttelt Donald Trump an den Eckpfeilern eines freien Welthandels. Die Situation ist ernst, droht doch eine weitere Eskalation. Denn die Europäer haben sich auf Strafzölle vorbereitet und werden zum Gegenschlag ausholen.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hat bereits Zölle auf amerikanische Whiskeys und Jeans, auf Motorräder und Orangensaft, vielleicht auch auf Erdnussbutter und Rosinen aus Kalifornien angekündigt. Die Europäer sollten eher kühlen Kopf bewahren, die Welthandelsorganisation WTO einschalten und zunächst weiterverhandeln bevor sie zurückschießen. Eine Beschneidung des weltweiten Handels wäre nämlich ein Wachstumsdämpfer und damit auch Gift für die Anlagemärkte.

Anleger sollten sich jetzt nicht von Spekulationen beeinflussen lassen, denn diese lösen sich oftmals in Schall und Rauch auf. „Man denke nur an die Unsicherheit nach der Trump-Wahl – anschließend stiegen die Aktienmärkte auf neue Höchststände“, beruhigt etwa der Chefvolkswirt der Quirin Bank. Die alte Weisheit „politische Börsen haben kurze Beine“, könnte sich erneut bewahrheiten.

Nach der historischen Annäherung der beiden koreanischen Staaten zeichnen sich erste Details einer atomaren Abrüstung ab. Dass in dieser Ecke der Welt plötzlich

Friedenslieder

gesungen werden und sich die Kriegsgefahr auf einen Schlag in Luft aufgelöst hat, ist das welthistorisch bedeutendste Ereignis des Jahres. Es schafft neue handelspolitische Perspektiven und ist geeignet, auch die Finanzmärkte positiv zu beeinflussen.

Im Inland ist angesichts des Mai-Feiertages wenig los. Im Fokus steht die Hauptversammlung von Volkswagen. Das spannendste Ereignis aus deutscher Sicht findet in Madrid statt: Das Champions-League Halbfinalrückspiel Real gegen Bayern. Es wird Zeit, dass sich Müller & Co. in der spanischen Hauptstadt wieder mal als „Bestia negra“ (schwarze Bestie) präsentieren – wie zuletzt 2012.

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