Mit dem Tablet lernen und auch mal was im Internet nachschauen - in Frankfurt ist das bislang nur an wenigen Schulen möglich. FOTO: dpa
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Mit dem Tablet lernen und auch mal was im Internet nachschauen - in Frankfurt ist das bislang nur an wenigen Schulen möglich.

Digitalisierung

WLAN an Frankfurter Schulen verzögert sich weiter

  • Julia Lorenz
    VonJulia Lorenz
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Die Musterschule im Frankfurter Nordend wartet seit acht Monaten auf den Anschluss ans städtische Netz. Nun wenden sich die Eltern mit einem Offenen Brief ans Bildungsdezernat.

Frankfurt -Auf den ersten Blick sind alle Voraussetzungen erfüllt: Das Glasfaserkabel ist verlegt, die mobilen Endgeräte stehen zur Verfügung. WLAN hat die Musterschule aber immer noch nicht. Seit nunmehr acht Monaten wartet man in dem Gymnasium im Nordend, dass die Schüler und Lehrer das drahtlose Internet auch nutzen können. Vergeblich. Das WLAN funktioniert nicht.

"Seit Monaten versuchen Schulleitung und Schulelternbeirat auf allen Ebenen zu erfahren, wann die Umsetzung endlich erfolgt", sagt Claudia Ehrhardt, Vorsitzende des Schulelternbeirats, im Gespräch mit dieser Zeitung. "Wir bekommen aber keine Informationen und werden immer nur vertröstet."

In den Osterferien sollte es losgehen

Zu Beginn des Jahres hat die Musterschule erfahren, dass sie im Rahmen der turnusmäßigen IT-Erneuerung auch an das WLAN-Netz angeschlossen werden soll. Die Umsetzung sollte in den Osterferien erfolgen, hieß es zunächst. Die neue IT-Ausstattung kam dann auch, doch der Anschluss an das städtische Netz gestaltete sich schwieriger als gedacht. Seither wird die Schule immer wieder vertröstet.

"Mittlerweile wird uns schon kein Termin mehr genannt, wann das WLAN endlich geht", sagt Ehrhardt. "Ich bin fassungslos, dass die Stadt Frankfurt nicht in der Lage ist, eine Schule mit drahtlosem Internet auszustatten. Uns Eltern platzt bald die Hutschnur." Deshalb hat sich der Schulelternbeirat mit einem Offenen Brief an Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) gewandt. "Wir wussten uns einfach nicht mehr anders zu helfen", sagt Ehrhardt. "Wir wollen aber endlich wissen, wie es jetzt weitergeht."

Corona-Pandemie führt zu Engpässen

Zur Erinnerung: Nach zähem Ringen einigte sich die vorherige Koalition aus CDU, SPD und Grünen nach mehr als zwei Jahren Streitigkeiten im vergangenen Sommer darauf, dass alle 165 Schulen bis Ende 2024 an das städtische Netz angeschlossen werden sollen. Zusätzlich sollen die Schulen mit Laptops, Tablets und sonstigen technischen Geräten ausgestattet werden. Dafür werden 49,5 Millionen Euro in die Hand genommen. Ein Großteil davon kommt aus dem Digitalpakt von Bund und Land. Sechs Millionen Euro steuert die Stadt selbst dazu. Im Herbst 2020 drückte die Bildungsdezernentin dann aufs Tempo und verkündete, dass 100 Schulen schon bis Ende 2021, der Rest bis Ende 2022 WLAN bekommen.

Doch die Ausstattung der Schulen mit drahtlosem Internet geht nur schleppend voran. Noch im Februar hatte Stadträtin Weber angekündigt, dass nach den Sommerferien jede dritte Schule WLAN haben soll. Das hat nicht geklappt.

Der Grund sind die weltweiten Lieferengpässe durch die Corona-Pandemie. "Sie sind auch der Grund für die Verzögerungen an der Musterschule", sagt Jan Pasternack, Sprecher von Bildungsdezernentin Weber, auf Nachfrage. An der Schule hätte die komplette Netzwerkinfrastruktur ausgetauscht werden müssen. "Die dafür notwendige Hardware konnte aber nicht geliefert werden."

Der Sprecher wies aber daraufhin, dass gestern Arbeiten an der Netzwerkinfrastruktur des Gymnasiums stattgefunden haben. "Noch in diesem Monat soll das WLAN an der Musterschule in Betrieb gehen", sagt Pasternack.

Bis jetzt haben gut 40 der 165 Frankfurter Schulen WLAN - inklusive der 14 Pilotschulen, die bereits 2019 ausgestattet wurden.

Julia Lorenz

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