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Wo bitte geht's zum Zauberer?

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Von: Alexandra Flieth

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Noch ohne Kostüme aber schon mit volem Einsatz (v.l.): Kristin Döhnert, Nora Enns und Vaiva Kern. Derweil verschläft Katja Egbers als Dorothy die Szene auf dem Boden liegend.
Noch ohne Kostüme aber schon mit volem Einsatz (v.l.): Kristin Döhnert, Nora Enns und Vaiva Kern. Derweil verschläft Katja Egbers als Dorothy die Szene auf dem Boden liegend. © hamerski

Frankfurter proben schon seit einem Jahr

"Wer ist in der ersten Szene bisher noch nicht verkabelt", ruft Jan Becker in die Runde. "Es ist der Mann im Ballon", schallt es im Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Bornheim zurück. Der "Mann im Ballon" heißt Peter Habermehl und ist einer der Darsteller aus der Inszenierung des Kinderbuchklassikers "Der Zauberer von Oz" des US-amerikanischen Schriftstellers Lyman Frank Baum, eine Erzählung, die in den Vereinigten Staaten im Jahr 1900 erstmals veröffentlicht wurde.

Der Blechmann und die Vogelscheuche

Die Geschichte um das Mädchen Dorothy (Katja Egbers) und ihren Hund Toto, den Blechmann (Micky Jakobi), der Vogelscheuche (Petra Vogel) und dem feigen Löwen (Karen Gilsdorf), die sich gemeinsam auf die Suche nach dem "Zauberer von Oz" machen, damit er ihnen dabei hilft, das zu erreichen, was sie sich am meisten wünschen, wird von der Theatergruppe der Gemeinde auf die Bühne des Saals in der großen Spillingsgasse 24 gebracht - für Kinder und Erwachsene und mit einer Portion Lokalkolorit. Die Premiere ist am heutigen Samstag um 15 Uhr. Eintritt frei.

Jan Becker ist zuständig für die Technik und den Sound und läuft, nachdem alle verkabelt sind, bei einer der letzten Proben vor der Premiere mit einem Tablet durch den Saal. Mit dem Gerät steuert er unter anderem die Musik. Seine beiden Mitstreiter Marcus Riehmers und Thomas Vogel, zuständig für das Licht, behalten die Technik von der Empore aus im Blick, wo das Equipment aufgebaut ist. Die Bühne des Gemeindesaals ist klein und dennoch bietet sie viel Raum für die fantasievollen Bilderwelten der Handlung. Sogar der gelbe Weg aus der Erzählung fehlt nicht. Alles ist selbstgestaltet. Transparente mit der Darstellung von Gebäuden hängen von der Decke herab. Dazwischen bewegen sich die Laien-Darsteller und spielen ihre Rollen - denn teils schlüpfen sich gleich in mehrere Charaktere .

Vor zehn Jahren fing alles an

Wie Peter Habermehl als "Mann im Ballon" und als "Zauberer von Oz": in der einen Rolle nimmt er die Funktion eines Erzählers wahr, als Zauberer selbst ist er mittendrin im Geschehen. Er gehört zu den Darstellern der ersten Stunden der Theatergruppe. Gut zehn Jahre liege deren Gründung bereits zurück, erzählt er. Anlass hierfür sei einst die Finanzierung eines Aufzugs für die Kita der Gemeinde gewesen, um barrierefreie Zugänge auch für Mädchen und Jungen mit Beeinträchtigungen zu schaffen. "Dafür wurde eine Elterninitiative gegründet, um Geld zu sammeln", erzählt Habermehl. Viele Ideen seien damals für dieses Ziel entwickelt worden, darunter auch Theater für Kinder zu spielen. "Und das kam so gut an, dass wir es fortgeführt geführt haben und mittlerweile auch Aufführungen für die Erwachsenen anbieten", fügt er hinzu. Und gerade die Vorführung für die Großen am heutigen Samstagabend um 19 Uhr mit anschließendem Live-Konzert der Frankfurter Band "Corduroy" ist bereits ausgebucht. Die Band begleitet das Stück auch musikalisch.

Blechmann-Darsteller Micky Jakobi ist Mitglied der Band und in der Gemeinde aktiv genauso wie sein Sohn Nima, der die Rolle der guten Hexe des Nordens mit Namen Glinda schlüpft. Auf der Bühne kommt diese zum Einsatz als ein schwerer Sturm die kleine Dorothy mit ihrem Hund Toto ins Land Oz gebracht hat und sie wissen möchte, wie sie von dort wieder nach Hause kommt. "Kurzerhand packt die gute Hexe ihren Zauberkasten aus und prophezeit, dass dies nur mit Hilfe des "Zauberers von Oz" möglich sei. "Abrakadabra, Simsalabim, die Antwort ist jetzt drin", lautet der dazugehörige Zauberspruch, den Nima aufsagt.

Weltberühmt wurden die Figuren der Geschichte durch die gleichnamige Verfilmung aus dem Jahr 1939 mit Judy Garland in der Rolle der Dorothy. Und natürlich fehlt auch nicht das darin von ihr gesungene Lied "Over the rainbow".

"Wir suchen uns immer gemeinsam ein Stück, das uns allen gefällt", sagt Habermehl. Und was technisch umsetzbar sei. An der aktuellen Inszenierung beteiligten sich elf Darsteller, drei Techniker und vier Musiker. Mit dem Einstudieren des "Zauberers von Oz" habe die Gruppe bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres begonnen.

Weitere Aufführungen sind am Sonntag, 8. Mai, um 12 und 15 Uhr. Eine Anmeldung unter (0151) 42 50 53 84 ist erforderlich. Alexandra Flieth

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