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„Wie auf einer Formel1-Strecke“: Anwohner genervt von Verkehr in ihrem Viertel

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Von: Friedrich Reinhardt

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Seit zwei Jahren führt Michael Reichert den Kiosk "Michas Lädchen" an der Homburger. "Manche fahren hier wie auf einer Formel-1-Strecke", sagt er.
Seit zwei Jahren führt Michael Reichert den Kiosk "Michas Lädchen" an der Homburger. "Manche fahren hier wie auf einer Formel-1-Strecke", sagt er. © reinhardt

Schmale Bürgersteige, zu schnelle Autos und 140 Busfahrten am Tag: Die Situation auf der Homburger Landstraße in Frankfurt sorgt bei Anwohnern für Ärger.

Frankfurt – Schmale Gehwege führen zum Kiosk von Michael Reichert. Wenn er neben dem Zeitungsständer vor der Tür auf der grauen Kiste sitzt und raucht, brausen keine anderthalb Meter vor seiner Zigarettenspitze die Autos, Busse und Lkw vorbei. Seit zwei Jahren führt er "Michas Lädchen", den kleinen Kiosk an der Homburger Landstraße nahe der Ecke Weilbrunnstraße. Am nervigsten sei aber die Raserei. "Manche rasen hier die Straße runter, wie auf einer Formel-1-Strecke."

Zwischen Weilbrunnstraße und Gießener Straße wird die Homburger schmal. Wohnhäuser, Geschäfte, Werkstätten wechseln sich ab. Die Häuser stehen dicht an der Fahrbahn. Der Asphalt ist nicht ganz so sehr Flickenteppich wie rund um die Ecke Ronneburg, dennoch muss in Gesprächen am Straßenrand geschrien werden, weil es so laut ist.

Frankfurt: Fahrbahndecke der Homburger Landstraße wird erneuert

Im Sommer diesen Jahres plant das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) die Homburger Landstraße teilweise zu sanieren. In zwei Abschnitten soll der Teil zwischen der Weilbrunnstraße und Kreuzung Gießener Straße an der Endhaltestelle der U5 erneuert werden. Zwischen Weilbrunnstraße und Oberwiesenstraße soll eine neue Fahrbahndecke aufgetragen werden, von der Oberwiesenstraße bis zur Gießener ist eine grundhafte Erneuerung vorgesehen, wie aus einem Schreiben der Frankfurter Aufbau AG (FAAG) hervorgeht.

Andreas Eggenwirth, FDP-Mitglied im Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) geht das nicht weit genug. "Wenn die Straße jetzt so gemacht wird, dann bleibt sie so für die nächsten zehn Jahre." Darum solle eine Sanierung die bestehenden Probleme lösen. Für Eggenwirth heißt das: Breitere Gehwege, der Autoverkehr sollte möglichst auf die Gießener Straße umgeleitet werden und vor allem weniger Busverkehr.

Frankfurt: Pro Tag fahren 140 Busse durch Abschnitt in Preungesheim

"Pro Tag fährt die Linie 39 mit 140 Bussen durch diesen Straßenabschnitt, obwohl es dort überhaupt keine Haltestelle und keine Notwendigkeit gibt, da lang zu fahren", meint Eggenwirth. Tatsächlich gibt es zwischen der Haltestelle Weilbrunnstraße und der U5-Endhaltestelle keinen Stop. Allerdings ist die Fahrt über die Homburger der kürzeste und schnellste Weg. Eggenwirth argumentiert dagegen, dass ein Umweg über den Gravensteiner Platz zwar länger dauert, aber viele Vorteile hätte. Für die Anwohner an der Homburger fallen die Hälfte der Busfahrten weg, weil in Richtung Berkersheim der Bus an der Weilbrunnstraße abbiegen würde. Und: "Die Eckenheimer bekommen einen Anschluss an den Gravensteiner Platz, wo jeden Freitag ein Wochenmarkt stattfindet."

Spricht man mit Anwohnern und Geschäftsleuten wie Michael Reichert merkt man, dass sie vor allem die Geschwindigkeitsüberschreitungen stören. "Was die Straße wirklich braucht, ist eine Prise Vernunft", sagt eine Anwohnerin. "Wenn sich die Autofahrer an das Tempo 30 halten würden, wäre es schon in Ordnung." Die Straße verlocke zum Rasen, da Autofahrer von der Weilbrunnstraße bis zur nächsten Ampel an der Weinstraße blicken können.

Frankfurt: Für einen Blitzer fehlt an der Homburger Landstraße der Platz

Wenn die Straße saniert wird, dann sollten Parkplätze angelegt und Bäume gepflanzt werden, meint die Anwohnerin. Die würden Autofahrer ausbremsen und bei Gegenverkehr zum Halten zwingen. "Für einen Blitzer fehlt ja leider die Stellfläche."

Die Busse stören die Anwohnerin nur mittelbar, weil die Straße so eng und der Gehweg so schmal ist. "Begegnen sich ein Lkw und ein Bus, hängt der Bus-Rückspiegel über dem Gehweg."

Sandra Celma, Inhaberin der Glaserei Besler, hat mit der Homburger, so wie sie ist, dagegen keine Probleme. Kunden und Lieferanten könnten auf dem Hof parken, das sei ein Glück. Und die Autos fahren für ihren Geschmack eher "zu schnarchig". (Friedrich Reinhardt)

AUch in einem anderen Stadtteil von Frankfurt fürchten Anwohner wegen Rasern um ihre Sicherheit.

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