Ein Ranking zeigt: In Frankfurt leben die meisten Millionäre in Hessen. (Symbolbild)
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Ein Ranking zeigt: In Frankfurt leben die meisten Millionäre in Hessen. (Symbolbild)

Spitzenverdiener

Ranking: Hier leben die meisten Millionäre in Hessen – Das meiste Geld liegt aber woanders

  • Sarah Bernhard
    VonSarah Bernhard
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Frankfurt scheint vor Reichtum zu strotzen. Die Einwohner der Bankenmetropole verdienen aber im Vergleich zu anderen Städten in Hessen weniger als gedacht.

Frankfurt – Finanz-Schwergewicht Lutz Raettig wird wohl dazugehören. Der Fußballer Martin Hinteregger ebenso. Und noch eine ganze Reihe anderer Frankfurter. Ein Viertel der hessischen Einkommensmillionäre lebt in Frankfurt: 494 Personen hatten im Jahr 2017 steuerpflichtige Einkünfte von mehr als einer Million Euro. Aktuellere Ergebnisse liegen den Statistikämtern aufgrund der Abgabefristen bei der Steuererklärung noch nicht vor. Wenn sich der Trend der Vorjahre fortgesetzt hat, dürften die Zahlen, zumindest bis Pandemiebeginn, weiter gestiegen sein.

Hessenweit hatte Frankfurt damit zwar die absolut höchste Zahl an reichen Einwohnern. Relativ gesehen ist eine Villa im Taunus aber offenbar deutlich attraktiver als ein Loft im Westend: Während es in Königstein 54 Millionäre pro 10.000 Einwohner gab, in Kronberg 33 und in Bad Homburg 23, sind es in Frankfurt nur sieben. Genauso schlecht sieht es im Vergleich mit Kommunen in Bayern aus, dem Bundesland mit den meisten Einkommensmillionären: In München verdienen 10 von 10.000 Einwohnern mehr als 1 Million Euro jährlich, im Landkreis Starnberg sind es gar 20.

Frankfurt: Wie schneiden die Millionäre im Vergleich zu den Städten in Hessen ab?

Immerhin bildet Frankfurt nicht das Ende der Skala: Dort steht Rüsselsheim mit einem Einkommensmillionär pro 10.000 Einwohner, gefolgt von Mühlheim und Friedberg mit jeweils zwei. Offenbach belegt mit drei Superverdienern pro 10.000 Einwohnern Platz 121 der 128 Hessischen Gemeinden mit mindestens drei Einkommensmillionären. 294 Hessische Gemeinden haben es gar nicht erst ins Ranking geschafft.

Besonders schlecht schneiden Frankfurts Spitzenverdiener ab, wenn man die Höhe der Einkünfte vergleicht. Zwar hatten die knapp 500 am besten bezahlten Frankfurter 2017 zusammen mehr als eine Milliarde Euro an Einnahmen. Im Durchschnitt sind das allerdings "nur" 2,2 Millionen Euro pro Person. Anders sieht die Sache im Lahn-Dill-Kreis aus. Hier leben zwar nur 53 Superreiche. Dafür hatten sie 2017 im Durchschnitt Einkünfte von 5,1 Millionen Euro, gefolgt von den 79 Spitzenverdienern des Main-Kinzig-Kreises mit durchschnittlich 4,9 Millionen und 119 Wiesbadenern mit im Mittel 3,2 Millionen.

Nicht nur räumlich liegt Frankfurt damit näher an Offenbach: Die 18 Offenbacher, die die Einkommensgrenze von einer Million Euro überschritten, konnten sich über Jahresgehälter von durchschnittlich 1,9 Millionen Euro freuen.

Frankfurt: Verfügbares Durchschnittseinkommen in Hessen auf Platz 13

Auf Gemeindeebene wird das Ranking angeführt von der Gemeinde Biebergemünd im Main-Kinzig-Kreis, dem Hauptsitz des Berufskleidungsherstellers "Engelbert Strauss". Die drei Einkommensmillionäre des 8500-Seelen-Örtchens, die den drei Geschäftsführern entsprechen dürften, hatten im Jahr 2017 durchschnittliche Einkünfte von 132 Millionen Euro.

Nimmt man hingegen alle Frankfurter in die Rechnung auf, wird die Stadt der glitzernden Bankentürme ihrem Ruf wieder gerecht: Mit 49.031 Euro Bruttolohn lag die Mainmetropole im Jahr 2018 hessenweit an der Spitze, dicht gefolgt von den Hochtaunuskreis-Bewohnern mit durchschnittlich 45.194 Euro Jahresverdienst und den Einwohnern des Main-Taunus-Kreises mit 45.028 Euro. Auch beim deutschen Großstädte-Ranking wird Frankfurt in dieser Kategorie nur von der Stadt Stuttgart übertrumpft, deren Einwohner jährlich im Mittel 51.343 Euro verdienen. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Betrachtet man das verfügbare Jahreseinkommen, hatte der Durchschnittsfrankfurter 2018 mit 23.436 Euro nicht nur deutlich weniger Geld in der Tasche als die Menschen im Hochtaunuskreis mit 35.041 Euro. Es war sogar weniger als im hessenweiten Durchschnitt, der bei 23.943 Euro lag - und Frankfurt beim verfügbaren Durchschnittseinkommen auf Platz 13 der 25 hessischen Städte und Landkreise verweist.

Millionäre in Frankfurt: Weniger staatliche Leistungen als in anderen Städten in Hessen

Das liegt aber nicht vordringlich daran, dass die Frankfurter mehr Steuern zahlen. Der Hauptgrund ist, dass in der Mainmetropole weniger staatliche Transferleistungen wie Beamtenpensionen, Renten oder Sozialleistungen fließen als in anderen Kommunen. Während die Durchschnitts-Wiesbadener und -Mainzer rechnerisch rund 60 Prozent ihres Brutto-Lohns zur Verfügung haben, sind es in Frankfurt mehr als zehn Prozentpunkte weniger - auch dieses Verhältnis teilt sich die Stadt mit Offenbach. (Sarah Bernhard)

Die Mainmetropole selbst mischt in vielen Unternehmen mit, aber welchem Spitzenverdiener zahlt Frankfurt das meiste Geld?

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