Helfen gerne (v.l.): Peter Deutsch, Heribert Schmidt-Wallenborn und Doly Kadavil FOTO: faust
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Helfen gerne (v.l.): Peter Deutsch, Heribert Schmidt-Wallenborn und Doly Kadavil

Frankfurter helfen Frankfurtern

Wo es immer Tipps und guten Kaffee gibt

  • VonSabine Schramek
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Sozialberatung in der Heimatsiedlung Sachsenhausen sucht noch Mitstreiter - Tag der offenen Tür

Direkt an der idyllischen Grünfläche zwischen den Sträßchen "Unter den Kastanien" und "Unter den Akazien" ploppt Popcorn in einem knallroten Wagen. Neue weiße Sitzbänke auf frisch verlegten Steinen und Stehtischchen voller kunterbunter Luftballons und der Duft nach frischem Kaffee locken Kinder und Erwachsene zum Eingang zwischen dem leer stehenden ehemaligen "Getränke-Backwaren-Kastanien"- Kiosk und der Caféstube Heimat der Caritas. Peter Deutsch pumpt Luftballons auf und strahlt. "Wegen Corona war es schon schwierig", sagt er, "aber jetzt kommen die Leute wieder."

Eine ältere Dame lobt den ehrenamtlichen Berater. "Viele der alten Leute konnten die großen Deckel der Mülltonnen nicht öffnen. Sie sind viel zu schwer und wir schaffen das einfach nicht. Da haben wir lange gekämpft und jetzt gibt es eine Mülltonnen mit einem Deckel im Deckel", sagt sie strahlend und tätschelt den Arm des freundlichen Beraters. "Es kommen auch viele, die Unterstützung brauchen, um Formulare auszufüllen", erzählt er. "Das ist nicht nur für Leute kompliziert, die Migrationshintergrund haben. Für die besonders, aber auch für uns ist es oft ganz schön schwierig." Jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr wechseln er und drei seiner Kollegen sich ab, um Sozialberatung zu bieten. Sie helfen Bürgern, die bei Haustürgeschäften überrumpelt wurden und Knebelverträge unterschrieben haben, geben Tipps zur Wohnungssuche, für Vereine und Fachberatungen und bei allem, wo der Schuh drückt. Auch Heribert Schmidt-Wallenborn ist dabei. "Oft hilft den Leuten bereits, zu sprechen und mit ihren Problemen ernst genommen zu werden. Dabei kommen viele bereits selbst auf Lösungsmöglichkeiten oder wir geben ihnen Tipps, welche Wege sie gehen können", sagt er. Die Sozialberater kommen aus dem echten Leben. "Wir könnten noch deutlich mehr Ehrenamtler gebrauchen, die mittwochs zwei Stunden Zeit haben", sagt er. Die Berater wechseln sich ab und werden vor der Aufgabe kostenfrei geschult. "In Gesprächsführung, im Kennenlernen des Stadtteils und für alle Sozialeinrichtungen, die konkret und spezialisiert bei jeweiligen Problemen helfen", erzählt Doly Kadavil. Sie ist Pastoralreferentin bei St. Aposteln und hat seit 13 Jahren ein offenes Ohr für Groß und Klein.

Vor dem Beratungsbüro "Im Dialog" schenkt sie Kaffee aus und füllt frisches Popcorn in bunte Papiertüten. "Das Büro gibt es seit 2017. Getragen wird es von der katholischen Pfarrei St. Bonifatius, dem Caritasverband und der Nassauischen Heimstätte", erzählt sie. "Wir haben damals lange nach einem passenden Ort für Sozialberatung gesucht, damit die Menschen mit ihren Sorgen weiterkommen und nicht allein gelassen werden", so Kadavil.

Hilfe auch

im Alltag

Sie wollte damit auch "raus aus den kirchlichen Räumen, damit sich jeder willkommen fühlt". Seither unterstützt die Caritas mit geschulten Ehrenamtlichen und Rat und Tat. Die Nassauischen Heimstätten stellen die beiden hellen freundlichen Beratungsräume am der Grünfläche. Gemeinsam bieten Kirche und Caritas auch mit dem "Hilfenetz" praktische Hilfe für Menschen, die im Alltag beim Einkaufen oder Putzen Unterstützung brauchen oder den "offenen Kühlschrank" für Nachbarn.

Am Tag der offenen Tür nehmen die Besucher den Namen "Dialog" wörtlich. Man lernt sich kennen und tauscht sich aus. Über Sorgen und Nöte und über Möglichkeiten, sie zu überwinden. Nachbarn, die sich bisher nicht kennen, stellen fest, dass sie nur zwei Häuser voneinander entfernt wohnen. Deutsch lächelt. "So ist das schön. Statt einsam zu grübeln, sprechen sie miteinander. Es gibt ihnen Selbstbewusstsein. Das geben wir in der Beratung jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr auch. Es macht die Menschen zufriedener, wenn sie wissen, wohin sie sich wenden können und uns glücklich, wenn wir sie auf den Weg bringen können, sich selbst kompetent zu helfen." sabine Schramek

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