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Wo Esel und Ziegen Weihnachten feiern

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Von: Stefanie Wehr

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Eine lebendige Krippe - die gibt es nur auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Paradiesplatz. FOTO: rainer rüffer
Eine lebendige Krippe - die gibt es nur auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Paradiesplatz. © Rainer Rüffer

Am zweiten Adventswochenende startet der Markt auf dem Paradiesplatz

Ein Mal im Jahr wird der Paradiesplatz zum Festplatz. Dann weht der Duft von Glühwein und heißen Waffeln, gebrannten Mandeln und Zuckerwatte durch Alt-Sachsenhausen. An den Büdchen und Ständen treffen sich junge und ältere Menschen, Jugendliche und Familien mit Kindern. In den vergangenen beiden Jahren musste der beliebte Markte wegen der Corona-Pandemie ausfallen, in diesem Jahr soll er endlich wieder stattfinden. Los geht es am zweiten Adventswochenende, genauer gesagt am Freitag, 2. Dezember, um 16 Uhr.

„Wir freuen uns riesig, dass es endlich wieder möglich ist“, sagt Organisator Uli Schlepper. „Im vergangenen Jahr haben wir uns wegen Corona nicht getraut, obwohl schon alles vorbereitet war. Dieses Jahr wird hoffentlich nichts mehr dazwischenkommen.“ Zusammen mit Jürgen Vieth hat der Veranstalter einen kleinen, familiären Budenzauber organisiert. Es ist wohl der Weihnachtsmarkt mit den meisten Sitzplätzen in Frankfurt, denn es gibt Biertische und -bänke, an denen Gäste gemütlich ihren Glühwein, heißen Äppler oder, trotz der Temperaturen, ein kühles Bier trinken können.

Eine Krippe unter dem Bembel

Das Szenario ziert auch dieses Jahr wieder die „Bembel-Krippe“ - ein riesiges, zehn mal fünf Meter großes Banner, das am Paradieshof festgemacht wird und auf dem eine Weihnachtskrippe in Bembel-Optik dargestellt ist. Und direkt darunter wird eine Krippe mit Stall aufgebaut- mit lebendigen Eseln und Ziegen. Vor allem für die Kinder ist das alle Jahre wieder ein Höhepunkt des Weihnachtsmarktes.

„Es soll eine schöne weihnachtliche Atmosphäre entstehen“, sagt Schlepper. „Dafür ist der Paradiesplatz wie gemacht.“ In der Mitte wird der elektrische Weihnachtsbaum in die Höhe ragen, eine Konstruktion aus Lichterketten und einem Stern. Schon in den vergangenen Jahren lockte der Markt auch viele Familien mit Kindern an. Weil sie sich dort wohl fühlten. „Der Paradiesplatz ist sicher und ruhig, es gibt keine Straße, an die er angrenzt“, sagt Schlepper. Dass Kinder willkommen sind und sicher Spaß haben werden, dafür wird sich auch das historische Karussell wieder auf dem Kopfsteinpflaster drehen. In den vergangenen Jahren kamen stets die umliegenden Kitas zu Besuch.

An sieben bis acht Ständen wird Kulinarisches geboten. Das Restaurant „Hummus Küch“ aus der Textorstraße verkauft an seinem Stand vegane orientalische Köstlichkeiten. Bei „Chez Vivi“ gibt es Galettes - bretonische Buchweizenpfannkuchen. Außerdem wird es Feuerzangenbowle und Glühwein von den Veranstaltern selbst geben. „Damit finanzieren wir die Organisation des Weihnachtsmarkts“, sagen sie. Viele Stunden, nein Tage, haben sie in die Vorbereitungen gesteckt. Die sich aber gelohnt haben, sind Schlepper und Vieth überzeugt. Drei Stände sind gar noch frei und können bespielt werden, „wir suchen deswegen noch Mitstreiter“, so Schlepper. Dass es noch freie Stände gibt begründet er damit, dass es schwierig sei, Gastronomen oder Streetfood-Anbieter zu finden, da der Markt täglich geöffnet habe. Aber trotzdem nicht so viel Kundschaft komme, wie auf „den großen Bruder vor dem Römer“.

Rudelsingen für einen guten Zweck

Wobei die Atomsphäre und die Stimmung auf dem Paradiesplatz freilich mindestens genauso gut sei. Geplant ist auch wieder das Rudelsingen für einen guten Zweck kurz vor Weihnachten. Austreten kann man derweil auf den Toiletten des Oberbayern, die Inhaber Jürgen Vieth zur Verfügung stellt. „Der Weihnachtsmarkt soll endlich wieder das schöne Gesicht von Alt-Sachsenhausen zeigen“, sagen Schlepper und Vieth, die aktiv in der Initiative „Alt-Sax neu“ sind, die mehr Sauberkeit und Regeln ins Viertel bringen will. Denn um die sei es recht ruhig geworden. Umso mehr freuen sich die Macher auf die Adventszeit. Der Weihnachtsmarkt ist vom 2. bis 22. Dezember täglich von 16 Uhr bis 23 Uhr geöffnet. Stefanie Wehr

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