Susanne Hisgen vom Naturschutzverein Bonames richtet die letzten Zimmer des Hotels fertig ein.
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Susanne Hisgen vom Naturschutzverein Bonames richtet die letzten Zimmer des Hotels fertig ein.

Nieder-Erlenbach: Insektenschutz

Wo fleißige Wildbienen schon bald Einzug halten

  • vonNiklas Mag
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Fünf auf einen Streich: Naturschutzverein baut gleich mehrere Nisthilfen

Insekten wohnen in Nieder-Erlenbach und Bonames seit diesem Wochenende sehr komfortabel. Denn auf den Friedhöfen beider Stadtteile wurden jetzt eigens Hotels für sie errichtet. "Angefangen hat das mit Beginn des Jahres. Da kamen der Bürgerverein Nieder-Erlenbach und Ortsvorsteher Lange mit der Idee auf uns zu", erzählt Michael Schloßnagel, Vorsitzender des Naturschutzvereins Bonames.

Über 2000 Euro für ein Exemplar

Um das neue Insektenhotel auf dem Friedhof in Nieder-Erlenbach haben sich Helfende des Vereins und der IB Behindertenwohngruppe aus dem Ort versammelt. Letztere haben in den vergangenen Wochen beim Herstellen der kleinen Holzröhrchen geholfen, die den Insekten einen passenden Wohnraum bieten. "Wir haben insgesamt fünf dieser Hotels gebaut. Eines kommt nach Bonames, eins steht hier, eines kommt in einen Privatgarten, eins auf eine Pferdekoppel im Rheingau und das fünfte werden wir verkaufen, um ein paar Unkosten wieder hereinzuholen", sagt Schloßnagel. Zwischen 2000 und 3000 Euro koste eines der Insektenhotels.

Die Finanzierung hat zu einem großen Teil der Bürgerverein übernommen: "Wir hatten im vergangenen Jahr ein Buch mit Geschichten von Menschen veröffentlicht, die erzählt haben, wie das Leben in Nieder-Erlenbach früher so war. Das hat gut funktioniert und da wir den Menschen etwas zurückgeben wollen, hatten wir die Idee mit den Insektenhotels", fügt Ingeborg Leineweber an. Der Standort auf dem Friedhof sei von der Stadt Frankfurt genehmigt worden. Hier haben die Insekten Ruhe und außerdem Wiesen und Felder in direkter Reichweite. Der hölzerne Aufbau hat mehrere Fächer, welche wiederum mit verschiedenen Sorten Holz gefüllt sind. "Diese Röhrchen sind ganz sauber entkernt worden. Damit sich die Tiere nicht an Splittern verletzen", weiß Michael Schloßnagel. Etwa ein Fünftel aller Wildbienen nistet in Hohlräumen wie diesen. "Solitärbienen, die keine Staaten bilden, benötigen ebenfalls solche Hölzer." Der Bienennachwuchs verbringt je nach Art als Larve, Puppe oder Vollinsekt oft über ein Jahr in dem Nest. Wie genau die Hotels den Tieren helfen, ist an der Seitenwand zu lesen. "Wir haben Hinweistafeln aufgehängt, da wir auch der Öffentlichkeit zeigen wollen, was genau hier passiert", so der Vorsitzende des Naturschutzverein.

Kein Büfett für Vögel

Ein QR-Code leitet Smartphone-Nutzer für weitere Informationen auf die Webseite des Vereins weiter. Die Röhrchen haben einen Durchmesser von drei bis zehn Millimeter. "Am Schluss kommt noch ein Drahtgitter vor den ganzen Aufbau. Wir schützen zwar auch Vögel, aber an dieser Stelle wollen wir ihnen kein Büffet bieten", sagt Schloßnagel. Auf dem Neuen Friedhof soll demnächst noch ein Blühstreifen angelegt werden. "Der Bürgerverein wird außerdem noch einen Bienenbaum stiften, der besonders wertvoll für die Tiere ist", verspricht Ingeborg Leineweber. mag

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