Sonnenschein und (noch) viel Platz auf den Wiesen - die Sommer-Saison im Licht- und Luftbad hat begonnen.
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Sonnenschein und (noch) viel Platz auf den Wiesen – die Sommer-Saison im Licht- und Luftbad in Frankfurt hat begonnen.

Mainufer in Niederrad

Erholung mitten in Frankfurt: Wo in Licht und Luft gebadet wird

  • vonSabine Schramek
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Im Licht- und Luftbad am Mainufer in Frankfurt hat die Saison wieder begonnen. Auch das Ponton-Café ist wieder geöffnet – zunächst allerdings nur am Wochenende.

Frankfurt – Wer Ruhe und Erholung sucht und ein bisschen Urlaubsgefühl erleben möchte, ist im Licht- und Luftbad (LiLu) am Niederräder Mainufer in Frankfurt gut aufgehoben. Luft wie Seide, Vogelzwitschern, Mainblick und endlich wieder mit Leckereien vom Kombinat am Ponton "LiLu". Satt blühende rote und weiße Kastanien sind das erste, was auffällt. Das zweite sieht aus wie dicker Schnee auf dem Boden. Es sind allerdings unzählige Gänseblümchen, die das Grün der großen Wiese am Main in einen weißen Teppich verwandeln. Wie im Bilderbuch watscheln Gänse mit ihren Küken und pflücken die kleinen Blüten. "Wie süß", schwärmt Emma Seidler ihrer Tochter Lia (3) vor, als sie drei flauschige Küken im Blumenmeer entdeckt. "Die sind ja fast so süß wie Du."

Licht- und Luftbad in Frankfurt: In der Hängematte Schiffe beobachten

Süßes und Deftiges gab es am ersten Wochenende nach langer Corona-Pause auch wieder aus dem 19 Meter langen und 5,5 Meter breiten Ponton, das wie ein Schiff aussieht. Kuchen, Eis, Würstchen und heiße und kühle Getränke. Liebespaare, Familien, Radfahrer und zwei Männer, die mit ihrem Gummibooten angepaddelt kommen, lassen sich die Sonne ins Gesicht scheinen und beobachten Segelschiffe, Kanus, Frachtschiffe und Motorboote, die auf dem Main vorbeigleiten. Am Sandstrand werden Handtücher ausgebreitet, eine Hängematte zwischen zwei Bäume gehängt und Jacken ausgezogen. In der Hand duftender Kaffee, Apfelwein oder Limo und dazu frischer Kuchen oder Kartoffelsalat. Die Bänke auf der Holzterrasse sind schnell besetzt, auf dem Spielplatz wippen Kinder oder lassen sich auf einer Schaukel aus einem dicken Reifen in die Luft schwingen.

Jan Beckmann vom gemeinnützigen Inklusionsunternehmen "Kombinat", das den Ponton betreibt, ist glücklich. "Es ist so toll, dass wir jetzt wieder arbeiten können und auch noch das Wetter gut ist", sagt er. Dass die Gartenmöbel noch verstaut sind, erklärt er mit dem für die behinderten Mitarbeiter zu hohen Aufwand, Corona-Tests oder Impfpässe zu prüfen. "Die Leute verstehen das und sind im Moment auch mit unserem To-Go-Angebot zufrieden", sagt er erleichtert und hofft auf weiter sinkende Inzidenzen. "Dann kommen auch die Möbel wieder raus", ist er sicher.

Probleme beim „LiLu“ in Frankfurt: Wasserschaden und Vandalismus

"Die Hauptsache ist doch, dass wir geben, was wir können und dass die Gäste zufrieden sind." Und das sind sie, es gibt viel Lob. Beckmann freut sich darüber, denn das LiLu hatte viel Pech in den vergangenen Monaten. Ein großer Wasserschaden musste behoben werden, der Ponton aus dem Jahr 2003 wurde frisch renoviert und gestrichen. Kurz danach gab es Vandalismus durch Graffiti. "Wir haben ewig geschrubbt, aber leider sieht man noch, dass da was war", sagt er. Man merkt es aber nur, wenn man ganz genau hinsieht, was kaum einer tut. Viel zu schön ist die Natur drum herum. Das LiLu kann nur bei gutem Wetter öffnen. "Dieses Frühjahr war bisher so kalt. Zum Glück wird es endlich besser und wir können von Freitag bis Sonntag von 11 Uhr bis 18 Uhr öffnen, bis es warm genug ist, auch wochentags aufzumachen", so Beckmann.

Es ist angenehm ruhig auf dem Gänseblümchenmeer. Erwachsene unterhalten sich leise und entspannt, Kinder stecken ihre Zehen in den Main, sammeln Steinchen und suchen nach Fischen. Wenn es zwitschert, versuchen sie herauszubekommen, welcher Vogel gerade singt. Künstler sitzen auf Baumstämmen und zeichnen, Eltern relaxen mit Büchern und Zeitungen und Radausflügler machen Pause. Wer das LiLu nach einer Weile verlässt, lächelt. Vielleicht auch, weil die Wiese wie Schnee aussieht und weil zum Abschied der rote Kastanienbaum grinst. Auf seinem Stamm ist ein lustiges Gesicht gezeichnet und die Krone wirkt wie seine Haare. (Sabine Schramek)

Auch in Frankfurt-Rödelheim gab es einst ein Licht- und Luftbad. Schön ist es an dieser Stelle immer noch.

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