Seepferdchen, die auf Einrädern durch de Platenstraße rollen - das gibt es nur bei Zarakali. Wie bei der großen Parade am Samstag. FOTO: dietermann
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Seepferdchen, die auf Einrädern durch de Platenstraße rollen - das gibt es nur bei Zarakali. Wie bei der großen Parade am Samstag.

Ginnheim: Frankfurter Kinderzirkus

Wo Seepferdchen durch den Stadtteil rollen

  • Judith Dietermann
    VonJudith Dietermann
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Zarakali zieht mit tierischer Parade durch die Platensiedlung

Durch die Straßen rollende Seepferdchen, kleine und große brummende Braun- und Eisbären, Störche auf Stelzen und Quallen unter blauen Regenschirmen - die gesamte Tierschar des Kinderzirkus Zarakali verwandelte am Samstagnachmittag die Platensiedlung in eine große Zirkusmange. Mehr als 100 Kinder nahmen an der Parade teil und brachte das Leben ins Quartier, was seit Beginn der Pandemie vor eineinhalb Jahren dort schmerzlich vermisst wurde.

"Es ist für ein ganz besonderer Moment. Endlich sind wir zurück", sagte Jasmin Wendnagel von Zarakali. Sie war in die Rolle der Zirkusdirektorin geschlüpft, vor dem großen bunten Schmetterlingstor zum Zirkus stimmte sie die Zuschauer und Mitläufer auf die Parade ein. Seit sechs Wochen, sagte sie, könne endlich wieder im Zirkus trainiert werden.

Die große Sommerveranstaltung, die sonst im Sternenzelt stattfinden, sei leider trotzdem nicht möglich gewesen. Deshalb habe man sich für die Parade entschieden. Die es schon einmal vor vielen Jahren in der Siedlung gegeben haben. "Es ist toll zu sehen, dass der Zirkus sich in den Stadtteil öffnet. Das ist ein gutes Zeichen, es ist wichtig mehr zusammenzuwachsen", sagte der Kinderbeauftragte Rachid Rawas (SPD), der es sich freilich nicht nehmen ließ, der Veranstaltung beizuwohnen.

Vom Zirkus in der Platenstraße zog die bunte Parade durch die Franz-Werfel- und Franz-Kafka-Straße, mehrmals wurde gestoppt, zu launiger Musik konnten die Kinder ihr Können zeigen. Es wurde jongliert und gesprungen, getanzt und gehüpft. Die Störche auf Stelzen drehten sich im Kreis, während die Tentakel der Quallen - weiße Bänder an hellblauen Regenschirmen - im Wind flatterten.

Neugierige Nachbarn kamen auf die Balkone, einige schlossen sich der Parade an, andere blieben auf Abstand, spendeten aber nicht weniger Applaus. "Das ist wirklich toll, jetzt wohne ich direkt neben dem Zirkus und wusste gar nicht, was für sehenswerte Kunststücke die Kinder dort lernen", sagte eine ältere Dame in der Franz-Werfel Straße.

Begleitet wurde die Parade von der Stadtpolizei, vorweg fuhr ein Fahrzeug und sorgte für freie Straßen, mit Pylonen wurden die Zufahrten sicherheitshalber und kurzzeitig abgesperrt. Alles für die Kinder und Jugendlichen. Die so die Straße in eine riesige Zirkusmanege verwandeln konnten. Und dementsprechend nach der Abschlussveranstaltung auf der Wiese neben dem Zirkus auch mächtig kaputt waren. Da kamen der ein oder andere Storch oder ein Seepferdchen schon mal ins Straucheln. Dem Strahlen in den Gesichtern tat das keinen Abbruch. Es war eine gelungene Rückkehr. judith dietermann

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