Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hält die Verlängerung der U-Bahn-Linie 4 bis nach Seckbach für das erfolgversprechendste Projekt, mit dem der Osten der Stadt besser ans U-Bahn-Netz angeschlossen werden könnte. Es ist aber nicht das Einzige. Vier Streckenverlängerungen prüft die Stadt derzeit.
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Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hält die Verlängerung der U-Bahn-Linie 4 bis nach Seckbach für das erfolgversprechendste Projekt, mit dem der Osten der Stadt besser ans U-Bahn-Netz angeschlossen werden könnte. Es ist aber nicht das Einzige. Vier Streckenverlängerungen prüft die Stadt derzeit.

Frankfurter U-Bahn-Pläne für den Osten

Wohin die Reise einmal gehen könnte

  • VonFriedrich Reinhardt
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Vier Verlängerungen werden geprüft

Es sind weniger als 400 Meter Luftlinie vom Atzelbergplatz bis zum Tunnelstutzen zwischen dem Hufelandhaus und der Autobahn 661. Dort, wo die U-Bahnen auf dem Weg vom oder zum VGF-Betriebshof Ost aus der Röhre ans Tageslicht kommen. "Das ist ja schon sehr nah am Atzelberg", sagt der Noch-Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), dessen Abwahl noch in diesem Sommer bevorsteht.

Das sei nur ein Grund, warum er die Verlängerung der U-Bahn-Linie 4 bis nach Seckbach für das erfolgversprechendste Projekt hält, mit denen der Osten der Stadt besser an das Frankfurter U-Bahnnetz angeschlossen werden könnte. Es ist aber nicht das Einzige. Vier Streckenverlängerungen prüft die Stadt derzeit.

Die Erschließung mit U- und S-Bahnen ist bisher nur spärlich gegeben. S-Bahn-Stationen gibt es östlich der A 661 gar keine. Auch das andernorts fein verästelte U-Bahn-Netz reicht nur mit einem Ast mit sechs Haltestellen in den Osten. So wohnen Anwohner in Bergen oder im Norden Seckbachs weit entfernt von der nächsten Bahnstation. Wie sich das ändern ließe, prüft die Stadt im Rahmen der Fortschreibung des Gesamtverkehrsplan.

Bis nach Fechenheim

Eine Idee sieht eine Abzweigung der Linien U4 und U7 auf der Straße Am Erlenbruch vor, die über die Wächtersbacher Straße bis zur Cassellastraße führen würde. Bis zur S-Bahn-Station Fechenheim, die mit der nordmainischen S-Bahn bis 2028 zwischen Cassellastraße und Ernst-Heinkel-Straße entstehen und den Bahnhof Mainkur ablösen soll. Ziel der U-Bahn-Linie entlang der Wächtersbacher wäre es, einen Übergang von der U- zur S-Bahn zuschaffen, erklärt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling.

Bis zum Riedbad

Geprüft wird außerdem, ob sich die Strecke der U4 und U7 von Enkheim über die Leuchte bis zum Riedbad verlängern ließe. Und eventuell noch weiter, "in den Berger Hang hinein", wie Oesterling sagt, und zwar bis nach Bergen Ost.

Bis zum Atzelberg

Das laut Oesterling wahrscheinlichste Projekt ist die Verlängerung der Linie U4 von der Haltestelle Seckbacher Landstraße zum Atzelberg. Zum einen, weil 40 Prozent des Tunnels bereits gebaut wurden. Er zweigt von der zum Betriebshof führenden Strecke ab und wird bisher als Wendeanlage genutzt. Zum anderen, "weil es da ein großes Fahrgastaufkommen gibt", so Oesterling. Im 10-Minuten-Takt fährt heute zwischen 7Uhr und 20 Uhr die Buslinie 38 zum Atzelberg. So sind es allein auf dieser Linie 103 Busfahrten jeden Tag. Die hohen laufenden Kosten könnten mit einem U-Bahn-Anschluss eingespart werden. Wo die Haltestelle entstehen würde, steht derzeit allerdings noch nicht fest.

Bis nach Bergen

Das vierte Projekt, dass die Stadt prüfen lässt, ist eine Verlängerung der U-Bahn-Strecke vom Atzelberg über die alte Straßenbahntrasse bis an den Rand von Bergen. Oesterling hatte sich in der Vergangenheit skeptisch zu diesem Vorschlag geäußert. Auf der langen Strecke gebe es wenig Wohnbebauung. Die U-Bahn würde also eine weite Strecke fahren, aber vergleichsweise wenige Anwohner direkt anbinden. Auch heute meint der Verkehrsdezernent, dass die Strecke wohl nur rentabel wäre, wenn es einen "deutlichen Bevölkerungszuwachs" in und rund um Bergen gebe. Zudem sei eine Haltestelle nur am Rande des Ortes, etwa an alten Wendeschleife, unwirtschaftlich. Es bräuchte dann eine Buslinie, die als Zubringer für die Anwohner Bergens diente.

Die Untersuchungen beurteilen die Projekte vor allem anhand von zwei Faktoren, sagt Oesterling. Wie teuer wäre Bau und Unterhaltung der jeweiligen U-Bahn-Strecke und wie groß wäre der Nutzen für den öffentlichen Personennahverkehr in Frankfurt. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung.

Verschiedene Varianten der einzelnen Projekte würden nicht geprüft. "So groß ist der Spielraum für die Streckenführungen nicht", erläutert der Verkehrsdezernent. Ein Jahr bis anderthalb Jahre werde es allerdings noch dauern, bis die Ergebnisse der Untersuchen vorliegen. Friedrich Reinhardt

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