Dore Struckmeier-Schubert von den "Freunden Bockenheims" mit historischen Aufnahmen. Bisher sind die in einem Lagerraum im Bürgertreff für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Bald schon sind sie vielleicht in der Stadtteilbücherei zu sehen.
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Dore Struckmeier-Schubert von den "Freunden Bockenheims" mit historischen Aufnahmen. Bisher sind die in einem Lagerraum im Bürgertreff für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Bald schon sind sie vielleicht in der Stadtteilbücherei zu sehen.

Bockenheim: Räume fehlen im Stadtteil

Wohin mit den historischen Schätzen?

  • vonGernot Gottwals
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Verein der Freunde Bockenheims muss im Bürgertreff räumen und stellt vielleicht in der Bücherei aus.

Seit einem halben Jahr ist es amtlich: Die Feuerwache in der Schwälmer Straße wird reaktiviert, dafür muss das jetzige, als Bürgertreff genutzte Gebäude der Saalbau durch einen Neubau ersetzt werden. Viele Bockenheimer Vereine verlieren dadurch Veranstaltungs- und Lagerräume und sind bereits auf der Suche nach Ersatz. Auch die Freunde Bockenheims müssen in den nächsten Wochen ihre Lagerfläche räumen.

"Für Veranstaltungen haben wir ja nur noch gelegentlich einen Raum angemietet. Aber wir haben dort auch eine Vitrine und 20 gerahmte Fotos aus Bockenheim eingelagert, für die wir jetzt neue Abstellmöglichkeiten suchen", sagt die Vorsitzende der Freunde Bockenheims, Dore Struckmeier-Schubert.

Abriss aufs nächste Frühjahr verschoben

Bis Ende Oktober sollen die Vitrine und die Fotos aus dem Bürgertreff abtransportiert sein, wie Struckmeier-Schubert inzwischen in Erfahrung gebracht hat. Allerdings teilt der zuständige Geschäftsführer der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG Holding, Frank Junker, mit, dass sich der Abriss des Gebäudes auf das kommende Frühjahr verschiebt. "Wegen der Corona-Pandemie ist es vermutlich auch für die beteiligten Firmen schwierig, den ursprünglichen Zeitplan einzuhalten", vermutet die Vorsitzende.

Da die sonst genutzten Lagerräume im Stadtteil an die Grenze ihrer Kapazität stoßen, haben die Freunde Bockenheims inzwischen geklärt, dass die Vitrinen in der Stadtbibliothek Bockenheim Platz finden können. Dort könnte quasi ein Schaufenster in die Stadtteilgeschichte Bockenheims und die Aktivitäten der Freunde Bockenheims entstehen. "Wir sind noch in Gesprächen. Wir möchten dort gerne eine Bockenheim-Ecke einrichten. Eine Vitrine und einige Bücher könnten dort Platz finden, um den Besuchern der Bibliothek auch etwas über den Stadtteil zu vermitteln", sagt Struckmeier-Schubert. Unter den Exponaten des Vereins befinden sich einige Medaillen, Skulpturen und handschriftliche Dokumente aus den vergangenen Jahrhunderten.

Für Veranstaltungen möchten die Freunde Bockenheims auch zukünftig die Räume des Frankfurter Verbands nutzen. "Derzeit ist das natürlich wegen der Corona-Regeln nicht möglich", räumt Struckmeier-Schubert ein. Aber die Erfahrung habe gezeigt, dass man sich gut ergänze, da sich auch viele Freunde Bockenheims bereits im fortgeschrittenen Alter befinden: Derzeit zählt der Verein rund 30 Mitglieder, hinzu kommen 20 Interessenten, die vor allem an den Rundgängen teilnehmen.

"Zumindest hätten wir es auch für angebracht gehalten, wenn uns die Saalbau bei oder sogar im Vorfeld ihrer Planungen einmal angesprochen hätte", findet die Vorsitzende des Vereins. Das sei jedoch nicht geschehen und auch Gespräche, die sie ihrerseits wegen der Räumung geführt habe, seien immer "sehr formal" und ohne weitere Hilfsangebote verlaufen.

"Alle Dauermieter, die nach Ersatzräumlichkeiten gesucht haben, konnten bislang anderweitig untergebracht werden, viele davon im Musikzentrum am Schönhof", stellt Junker klar. Andere Mieter, die in Bockenheim nicht ortsgebunden sind, hätten auch in anderen Häusern der Saalbau unterkommen können. Für das Seniorencafé der AWO werde noch nach einer Lösung gesucht. Die Freunde Bockenheims zählen nicht zu den Dauermietern, aber man sei grundsätzlich immer gerne gesprächsbereit, sagt der ABG-Chef. "Räumlichkeiten außerhalb Bockenheims kommen für uns sicher nicht infrage", meint Struckmeier-Schubert. Ansonsten behelfe man sich mit Vorstandssitzungen in Cafés und setze zunächst, auch mit Rücksicht auf Corona, vor allem auf Außenveranstaltungen wie Stadtteilführungen, ehe ab dem kommenden Jahr auch Vorträge in geschlossenen Räumen wieder mehr Berücksichtigung finden sollen.

Gernot Gottwals

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