n direkter Nachbarschaft zum Bad könnten auf Stelzen stehende Wohnungen entstehen. FOTO: hamerski
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n direkter Nachbarschaft zum Bad könnten auf Stelzen stehende Wohnungen entstehen.

Frankfurter Bau-Idee

Wohnen über dem Riedbad-Parkplatz

  • Friedrich Reinhardt
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Stadt will prüfen, ob in Bergen-Enkheim dreigeschossige Häuser auf Stelzen möglich sind

Parkplätze, Wiesen, Schulen, Gewerbeflächen oder Wohnungen; all dies braucht Frankfurt mehr und mehr. Doch durch die Raumnot treten diese Bedürfnisse in Konkurrenz zueinander. Wofür sollen die verbleibenden Quadratmeter genutzt werden? Für das eine oder das andere? Aber warum nicht für beides, dachte sich die Partei Wir Bergen-Enkheimer (WBE). Ihre Idee: Könnten die Parkplätze an der Leuchte und nördlich des Riedbads nicht überbaut werden, ohne bebaut zu werden? So abwegig sei der Vorschlag nicht, wie die Stadt nun mitteilte.

Vorbild steht in München

Vorbild ist ein Bauprojekt in München. Auf dem Parkplatz des Dantebads wurde ein vierstöckiger Wohnblock auf Stelzen gestellt. So kann unter dem Wohnhaus weiter geparkt, die Fläche also doppelt genutzt werden. Denn sowohl Wohnraum als auch Parkplätze sind knapp. "Zudem würde es zusätzliche Verdichtungen von wertvollen Grünflächen vermeiden", argumentiert die WBE in ihrem Antrag. Eine Win-win-win-Situation also.

Grundsätzlich unterstütze die Stadt den Vorschlag, dem sich der Ortsbeirat unlängst gegen die Stimmen von BFF und Linke anschloss. Der Magistrat habe bereits "die Standortpotenziale von eingeschossigen Einzelhandelsbetrieben sowie stadtweit Nachverdichtungspotenziale für die Wohnsiedlungsbestände der 1950er- bis 1970er-Jahre geprüft", heißt es aus dem Römer.

Nachdem der Vorschlag aus Bergen-Enkheim kam, hat sich die Stadt auch die öffentlichen Parkplätze am Riedbad genauer angeschaut. Sowohl den Parkplatz nördlich des Hallenbades als auch den am Freibad östlich der Leuchte und auf westlicher Seite. Mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Eine Stelzenbebauung des Parkplatzes östlich der Leuchte sei demnach nicht möglich oder werde zumindest von der Stadt nicht empfohlen. Gemäß des Regionalen Flächennutzungsplans (RegFNP) liege der Parkplatz innerhalb eines Vorranggebiets "Regionaler Grünzug/ Vorranggebiet Natur und Landschaft". Diese Fläche ist für Klimaschutz und Grundwasserschutz reserviert. Außerdem liege der Parkplatz im Landschaftsschutzgebiet. "Einer Überbauung des Parkplatzes östlich der Straße Leuchte stehen somit übergeordnete Ziele entgegen", heißt es in der Stellungnahme des Magistrats. Eine weitere Bebauung des Parkplatzes werde deshalb vom Stadtplanungsamt nicht empfohlen.

Der kleine Parkplatz auf der anderen Straßenseite der Leuchte liege zwar nicht im Grüngürtel, dennoch sehe das Amt auch hier von einer Bebauung ab. Der Grund: Über das Enkheimer Ried und die Sport- und Freizeitanlagen reicht ein Grünzug bis Enkheim hinein. Den würde die Bebauung unterbrechen.

Anders steht es um den Parkplatz nördlich des Hallenbades. Hier hält das Amt den Wohnungsbau auf Stelzen für möglich. Laut RegFNP liegt der Platz innerhalb einer "Fläche für Gemeinbedarf". Und: "Aufgrund der Lage innerhalb des bebauten Siedlungsbereiches erscheint eine Überbauung des Parkplatzes grundsätzlich denkbar." Auch planungsrechtlich wäre das Bauvorhaben möglich. Das heißt etwa, dass sich die Höhe des aufgebockten Wohnhauses an der Höhe der umliegenden Gebäude orientieren müsste. Gemessen daran, wären ein Haus mit zwei Voll- und einem Dachgeschoss möglich. Allerdings gibt es noch offene Fragen.

Einige Fragen sind noch offen

Zunächst müsste geklärt werden, ob die Bäderbetriebe mit der Bebauung einverstanden wären. Sie sind Eigentümer der Flächen und sie würden Parkplätze verlieren. 29 Stellplätze gibt es laut Magistrat auf dem Parkplatz derzeit. Nicht alle könnten erhalten werden und für die entstehenden Wohnungen müssten laut Stellplatzsatzung weitere Parkplätze zur Verfügung gestellt werden.

Offen ist zudem die Frage, wie mit den Bäumen im Umfeld umgegangen werden würde und ob etwa die Feuerwehr im Brandfall das Gebäude erreichen könnte. Zuletzt müsse zudem geprüft werden, ob Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen. Friedrich Reinhardt

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