Bäume und Büsche im Holzhausenpark blühen, der Rasen allerdings sieht traurig aus. Der Grund für die kahlen: Zu viele Besucher strömen bei schönem Wetter in den Park. Das verkraftet der Rasen nicht.
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Bäume und Büsche im Holzhausenpark blühen, der Rasen allerdings sieht traurig aus. Der Grund für die kahlen: Zu viele Besucher strömen bei schönem Wetter in den Park. Das verkraftet der Rasen nicht.

Nordend: Grasfläche ausgedörrt

Wüste rund ums Wasserschloss

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
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Zu viele Besucher für den Rasen im Holzhausenpark

Bäume, Sträucher und Blumen im Holzhausenpark treiben und blühen mittlerweile fast in voller Pracht. Der Rasen der Liegewiese dagegen gibt ein trauriges Bild ab: Mickrige kleine Grashalme lassen ihre Köpfe hängen, anstatt sie gen Himmel zu recken. An vielen Stellen muss man das Grün mit der Lupe suchen, ja vielmehr erinnert die Fläche eher an eine Wüstenlandschaft - zum Hinsetzen lädt das Besucher nur bedingt ein. Wer kann, sucht sich einen anderen Platz auf einer Bank oder einem der Sitzkiesel.

Im Grünflächenamt ist das Problem bekannt, wie dessen Sprecherin Lena Berneburg sagt. Und es gibt auch schon einen Plan, wie das Rasenwachstum unterstützt werden soll. "Die Rasenfläche wird ab nächster Woche wieder durch die Beregnungsanlage und zusätzliche Düngung unterstützt", erklärt sie. Die Beregnungsanlage, die im Jahr 2009 in Betrieb gegangen ist, sei in den Wintermonaten abgestellt worden, um Schäden durch Frost vorzubeugen. Jetzt werden sie aber flächendeckend im Stadtgebiet wieder angestellt.

Besucher hätten kein Verständnis für Sperre

Wie in vielen anderen Parks, so setzen auch im Holzhausenpark die Besuchermassen den Rasenflächen zu. Eine zeitweise Sperre zur Regeneration der Rasenfläche, hält das Grünflächenamt laut Berneburg aber für keine gute Idee. "Das wäre zwar am effektivsten, ist aber keine umsetzbare Lösung. Die Menschen sind durch die Pandemie aus Sicherheitsgründen bereits stark in ihrer Freizeit eingeschränkt. Jetzt noch eine Grünfläche zu sperren würde nicht auf großes Verständnis treffen", meint Berneburg.

Die Pandemie habe gezeigt, dass Grünflächen und Parks in der Stadt enorm wichtig seien, sagt Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne). Wann immer es möglich sei, ziehe es die Frankfurter, vor allem diejenigen, die keinen Garten oder keinen Balkon haben, hinaus in die Natur. Auch der Holzhausenpark habe mittlerweile die Belastungsgrenze erreicht.

Berneburg ist davon überzeugt, dass sich die Freizeitgestaltung der Frankfurter nach der Pandemie schnell wieder verändere und deshalb die Besucherzahlen deutlich sinken werden. Dann, so sagt sie, könnten sich die Parks und Grünflächen erholen. "Jetzt Erneuerungsmaßnahmen zu ergreifen wäre ein Fehler. Größere Baustellen in den wenigen öffentlich nutzbaren Räumen der Stadt zu eröffnen, würde zu einer konzentrierten Nutzung an anderer Stelle führen." Nach der Corona-Pandemie sei es aber zwingend erforderlich, eine Bestandsaufnahme der Grünflächen zu machen und zu entscheiden, wo eine Erneuerung notwendig sei, sagt sie.

Vor drei Jahren umgebaut

Sicher muss das Grünflächenamt auch im Holzhausenpark tätig werden. Der vor allem die bei Familien beliebte Fläche war erst vor drei Jahren für rund 1,6 Millionen Euro aufwendig umgestaltet worden. Knapp sieben Monate dauerten die Bauarbeiten, die Abschnittsweise ausgeführt wurden. Spielgeräte waren erneuert und die Spielflächen neu gestaltet, die Wege waren saniert und Zäune ersetzt worden. Und es wurden Sitzkiesel aufgestellt, um das Fußballspielen auf der Liegewiese und damit die Belastung des Rasens einzudämmen. Im Gegenzug waren die morschen Sitzstämme entfernt und die komplette Rasenfläche neu eingesät worden. Heute zeigt sich, dass das Fußballspielen allein wohl nicht die Ursache für den beschädigten Rasen war. Es bleibt also noch viel zu tun fürs Grünflächenamt. Matthias Bittner

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