+
Gezeichnet ist Bonobo-Männchen Bili. Artgenossen haben ihm einen Teil seines Ohres abgebissen. Der Menschenaffe war Anfang November von Frankfurt in den Zoo nach Wuppertal umgezogen. Dort wird er von der Gruppe aber noch nicht akzeptiert.

Nach Umzug von Frankfurt nach Wuppertal

Frankfurter Menschenaffe Bili wird im neuen Zoo misshandelt - doch es gibt kein Zurück

  • schließen

Tierschützer fürchten um das Leben von Bonobo-Männchen Bili: Der Menschenaffe war Anfang November vom Frankfurter Zoo nach Wuppertal umgezogen. Dort wird er aber von seinen Artgenossen nicht akzeptiert, sondern attackiert und verletzt.

Frankfurt - Wie ein Häufchen Elend sitzt Bonobo-Männchen Bili (10) zusammengekauert in einer Ecke des Geheges im Zoo Wuppertal. Ein Teil seines Ohres wurde von Artgenossen abgebissen, seine Finger sind blutig und er hat Bisswunden am ganzen Körper.

Lesen Sie auch:  So schockiert reagieren die Frankfurter auf die Misshandlung von Menschenaffe Bili

Knapp ein Vierteljahr nach seinem Umzug vom Frankfurter Zoo ist Bili noch nicht wirklich angekommen in seiner neuen Heimat. Er hat einen schweren Stand, weil ihn seine Artgenossen nicht akzeptieren. Sie attackieren Bili immer wieder. Tierschützer befürchten, dass die Situation eskalieren und Bili sogar totgebissen werden könnte.

Frankfurts Zoodirektor Miguel Casares schließt Rückkehr von Bonobo Bili in den Frankfurter Zoo aus

Dass das Bonobo-Männchen nach Frankfurt zurückkehrt, hält Frankfurts Zoodirektor Miguel Casares für ausgeschlossen. „Seit Bili weg ist, haben sich hier die Hierarchien geändert. Wir haben zwei neue Weibchen in die Gruppe bekommen.“ Bili hier zu reintegrieren wäre vermutlich eine noch größere Herausforderung, meint Casares. Sollte es nicht klappen, Bili in Wuppertal zu integrieren „müsste man eine andere Lösung finden“.

Aktuell wird diskutiert, ob der Frankfurter Zoo an seinem Standort im Frankfurter Osten bleiben soll. Der Regionalverband Rhein-Main hatte eine Idee. 

Frankfurts Zoodirektor Miguel Casares ist optimistisch: Integration von Bonobos braucht Zeit

Doch noch ist Casares optimistisch. „Eine Bonobo-Integration braucht Zeit. Dass die Tiere kämpfen und sich gegenseitig Wunden zufügen, kommt manchmal vor“, sagt Casares und berichtet, dass man ständig Kontakt mit den Kollegen in Wuppertal habe. Seit einigen Tagen laufe die Integration auch besser. Männliche Bonobos hätten in der Gruppe Unterstützung von ihren Müttern – die jedoch fehle Bili. In Wuppertal sollte der im Zoo von Twycross geborene Bonobo als Zuchtmännchen für Nachwuchs sorgen. Doch noch hat er einen schweren Stand. Er wird quasi von seinen Artgenossen gemobbt.

Menschenaffe Bili bekommt keine Unterstützung von Artgenossen im Wuppertaler Zoo

Auslöser für die Unruhe sind die Zwillinge Azibo und Ayubu, die im August 2011 geboren wurden. Regelmäßig attackieren die Halbstarken Bili. Wehrt er sich, beginnen die Angreifer wüst zu schreien. Die Folge: Die restlichen Tiere eilen den Zwillingen zu Hilfe, ihre Aggressionen lassen sie dann an Bili aus. Zwar unterstützt Männchen Mato ab und an den Neuankömmling, doch allein gegen die ganze Gruppe kommt auch er nicht an.

Casares ist trotzdem zuversichtlich: „Ich glaube, die Integration wird klappen. Bili ist ein Überlebenskünstler und ein sehr soziales Tier.“

Das Jahr 2018 war ein schweres Jahr für den Frankfurter Zoo. Ein Kleinkind war in einem der Wassergräben ertrunken. Danach wurde heftig um die Sicherheit im Zoo diskutiert. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare