Youtuber Thomas Panke
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Thomas Panke aka „Held der Steine“ in seinem Legoladen in Frankfurt-Sachsenhausen.

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Interview mit Held der Steine: „Als Marke ist Lego überholt“

  • Joshua Schößler
    vonJoshua Schößler
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Im Interview mit uns hat Thomas Panke aus Frankfurt, besser bekannt als „Held der Steine“ nicht nur gute Worte für den Lego-Konzern übrig. 

  • Der „Held der Steine“ aus Frankfurt hat einen sehr erfolgreichen Youtube-Kanal, in dem er über Lego spricht.
  • Der Lego-Konzern geht zunehmend mit rechtlichen Mitteln gegen Händler wie den „Held der Steine“ vor.
  • Im Interview mit uns erzählt der „Held der Steine“ unter anderem, was er von dem Konzern hält.

Frankfurt – Thomas Panke, besser bekannt als „Held der Steine“, betreibt in Frankfurt Sachsenhausen ein vier Quadratmeter großes Legogeschäft. Größere Bekanntheit erlangte er mit seinem Youtube-Kanal Held der Steine. Thomas Panke wurde bereits mehrfach vom Lego-Konzern wegen Markenrechtsproblemen abgemahnt, seine Videos über diesen Streit bescherten ihm zahlreiche neue Abonnenten.

Held der Steine im Interview: „Würde Lego im Zweifelsfall ein Coaching für einen Tag verkaufen“

Ein Gedankenspiel: Lego stürzt immer tiefer in die Krise und beschließt aus Verzweiflung, sie anzufragen, ob Sie als externer Berater für sie tätig sein wollen. Würden Sie das Angebot annehmen?

Ich würde ihnen im Zweifelsfall ein Coaching für einen Tag verkaufen. Ich möchte nicht angestellt sein, vor allem nicht bei einem Großkonzern. Aber wenn ich eine konstruktive Anfrage bekommen würde, würde ich das machen. Ich habe ja keinen Groll. Toys “R” Us und Kaufhof habe ich in meinen Videos schließlich auch meine Hilfe angeboten. Ich sehe immer einen Vorteil darin, wenn sich Menschen austauschen.

Wenn ich Sie vor zehn Jahren gefragt hätte, was Lego Ihnen bedeutet, was hätten Sie geantwortet?

Entspannung. Auf andere Gedanken kommen.

Held der Steine im Interview: „Lego bedeutet mir Entspannung“

Was bedeutet Ihnen Lego jetzt?

Wenn wir das Wort Lego so benutzen, dass wir darunter alle Arten von Klemmbausteinen verstehen, bedeutet es mir immer noch Entspannung. Ich baue, schalte dabei ab und denke dabei über Dinge nach. Wenn wir den Konzern meinen, dann ist Lego ein sehr typischer Konzern. Es gibt dort wenig Innovation. Als Marke an sich ist Lego überholt.

Sie sind zwar bekannt für Ihren Legoladen, dieser hat aber außerhalb von Corona nur an drei Tagen im Monat auf. Wie funktioniert das?

Der Laden hat sich mit der zunehmenden Popularität gewandelt. Mittlerweile ist er zu einem regelrechten Fantreffen geworden. Es gibt sehr lange Schlangen, wenn ich öffne. Das ist kein normales Ladenlokal mehr, denn nicht das Produkt, sondern ich stehe dort im Mittelpunkt. Je mehr das zugenommen hat, desto mehr habe ich meine Öffnungszeiten reduziert. Der Laden trägt sich aber von selbst. Als Ladeninhaber kann ich mich natürlich jederzeit frei entscheiden, das Konzept zu ändern.

Interview mit Held der Steine: „In meinem Ladenlokal stehe ich, nicht das Produkt im Mittelpunkt“

Wenn Sie sich an Ihre Kindheit zurückerinnern: Was war ihr lieblings-Lego-Set? Und wussten sie damals bereits, dass Sie einmal ein Legogeschäft betreiben würden?

Die Ritter-Sets aus den späten 80ern waren immer meine Lieblingssets, aber ich wusste damals noch nicht, dass ich damit einmal mein Geld verdiene.

Was sollte der Lego-Konzern Ihrer Meinung nach ganz dringend ändern?

Sie sollten die Idee im Auge behalten, dass man etwas kreatives aus Steinen baut. Das ist komplett verloren gegangen. Als jemand, der sehr glücklich damit war, als Kind damit zu spielen, macht es mich traurig zu sehen, was heute auf den Markt kommt. Der kreative Bau steht nicht mehr im Vordergrund. Er ist nicht mehr Teil des Konzepts. Das finde ich schade. (Joshua Schößler)

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