In der Ortsbeiratssitzung im November machte die Elterninitiative auf die fehlenden Hortplätze aufmerksam.
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In der Ortsbeiratssitzung im November machte die Elterninitiative auf die fehlenden Hortplätze aufmerksam.

Elterninitiative Berkersheim

Zahlen belegen: Es fehlen Hortplätze

  • Andreas Haupt
    VonAndreas Haupt
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Erstmals liegen der Elterninitiative „Mehr Hortplätze für Berkersheim“ Zahlen vor: Auf zurzeit 47 angemeldete Erstklässler plus fünf Kann-Kinder kommen im Stadtteil voraussichtlich 31 Betreuungsplätze. Zu wenig, sagen die Eltern – und fordern dringend Abhilfe.

Nach einem ersten Abgleich der Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr scheinen sich die Befürchtungen der Elterninitiative „Mehr Hortplätze für Berkersheim“ zu bestätigen: Mit Beginn des Schuljahres 2017/18 fehlen für die neuen Erstklässler voraussichtlich 21 Betreuungsplätze. Für die Eltern ist klar: Bis zur Eröffnung des Neubaus der Berkersheimer Schule, die für Sommer 2018 in der Straße In den Gräben geplant ist , wird eine Übergangslösung gebraucht. Die Eltern fordern sie vom runden Tisch, den die Stadt zur Lösung des Problems eingerichtet hat. Dort ist man auf der Suche nach einem geeigneten Gebäude oder anderen Lösungsvorschlägen.

42 Hort-Kinder

Nach einem Abgleich der Anmeldungen in den drei für den Grundschulbezirk zuständigen Horten, gebe es zurzeit 42 Anmeldungen für Hortplätze über , das von der Stadt dazu eingerichtete Internetportal. Davon seien 30 „Pflichtkinder“, also Kinder, die aufgrund des Alters eingeschult werden müssen. Hinzu kommen fünf „Kann-Kinder, also Kinder die noch nicht schulpflichtig sind, da sie erst nach dem 30. Juni 2016 sechs Jahre alt werden, deren Eltern sie aber schon in die Schule schicken möchten. Hinzu kommen sieben Kinder, die im vergangenen Jahr keinen Betreuungsplatz bekommen haben.

Gleichzeitig meldeten die Horte aber nur 20 freie Plätze, so die Eltern – ein Defizit von 22 Plätzen also. Die erweiterte schulische Betreuung, deren Träger der Verein Fief ist, hat nach jetzigem Stand im Sommer elf frei Plätze. Das eingerechnet, blieben noch immer elf Kinder ohne Betreuungsplatz. Einen „Pakt für den Nachmittag“, wie es ihn an anderen Grundschulen gibt und zu dem auch eine Betreuung gehört, würde die Berkersheimer Schule zwar gerne einrichten. Das geht aber nicht, weil am Nachmittag bereits alle Räume der kleinen Schule belegt sind.

Um die Betreuungslücke zu schließen, habe das Stadtschulamt den Eltern empfohlen, auf Tagesmütter zurückzugreifen, erzählt Nicole Seipel von der Elterninitiative. „Eines unserer Mitglieder hat daher den Fachdienst Kindertagespflege Nord der Diakonie angesprochen. Ihr wurde mitgeteilt, dass aktuell lediglich fünf bis sieben Kinder untergebracht werden könnten.“ Diese Zahlen veränderten sich aber laufend.

Ernüchtert habe die Eltern auch der Elternabend in der Kita der Michaelisgemeinde, sagt Seipel. Die Grundschule hat bislang 47 Anmeldungen für die erste Klasse – Kann-Kinder nicht eingeschlossen, erklärte dort die Leiterin der Grundschule, Jutta Brieger-Schmidt. Sollten alle Eltern einen Betreuungsplatz benötigen, stiege die Zahl der fehlenden Plätze weiter an.

Gleiche Probleme

Nicht nur in Berkersheim, auch im benachbarten Frankfurter Berg – dort liegt die Albert-Schweitzer-Schule – gibt es eine Elterninitiative, die für mehr Betreuungsplätze kämpft. Sie hatte dem Ortsbeirat in dessen Januar-Sitzung mehr als 850 Unterschriften zur Unterstützung ihrer Forderung vorgelegt. Anfang Februar wollen beide Initiativen sich treffen, um ein gemeinsames Vorgehen zu besprechen.

Beide Initiativen bemühten sich bereits, Räume für eine Kinderbetreuung oder ein Grundstück für einen Übergangs-Hort zu finden. Ein kleiner Lichtblick ist bislang nur, dass der Verein Deutsche Jugend aus Russland in seinen Räumen in der Sonnentaustraße gerne eine Hortgruppe für 20 Kinder einrichten würde. Ob das baulich machbar ist, ist aber noch unsicher: Das Stadt prüft diese Möglichkeit zurzeit. Unterdessen fühlen sich die Berkersheimer Eltern von der Stadt schlecht betreut. Anders als andere Städte schaffe es Frankfurt nicht, berufstätigen Eltern eine dauerhafte Betreuung ihrer Kinder zu ermöglichen. Sie fragen: Welchen Sinn macht es, die U-3-Betreuung auszubauen und eine gute Betreuung im Kindergarten bis 17 Uhr zu haben, wenn es für Kinder ab den Grundschulalter zu wenig Betreuungsplätze gibt?

Mehr Klarheit könnte der Februar bringen, hoffen die Eltern. Zum einen verschicken die Horte dann Briefe, welche Kinder bei ihnen einen Betreuungsplatz bekommen. Zum anderen wolle das Schuldezernat danach zu einem weiteren runden Tisch einladen, um die Situation zu besprechen.

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