+
Trügerische Idylle: Besitzer von Gartenhütten am Lohrberg machen sich Sorgen, weil Einbrecher ihr Unwesen hier treiben.

Kriminalität

Zehn Mal haben Einbrecher im Januar Lauben auf dem Lohrberg aufgehebelt

Nur ein schmaler Trampelpfad führt zum Garten von Marco Reininger (42). Er liebt das Grundstück mit dem Häuschen am Lohrberg. Ein Graffiti mit Bembel und Frankfurter Skyline ziert die Seitenwand, auf der Wiese blühen Schneeglöckchen und Krokusse. „Es war ein friedliches Paradies hier vor den Einbrüchen“, sagt der Logistiker betrübt. Gleich zwei Mal in diesem Winter wurde bei ihm eingebrochen. „Zehn Gärten haben sie geknackt.“

Alarmanlage zerstört

Vor Kurzem erst habe er seinen Geräteschuppen gestrichen, sagt Reininger. „Ich hatte Tränen in den Augen. Die Tür haben sie einfach eingeschlagen, das nagelneue Fenster sogar von innen. Die große Axt, die ich beim Nachbarn geliehen hatte, ist weg. Auch anderes Werkzeug. Nur der große Hammer ist noch da.“ Mit seiner Kabelschere hätten die Täter vermutlich die Kabel der Alarmanlage durchschnitten. „Um 1.30 Uhr ging in der Nacht vom 27. auf 28. Januar die Kamera aus. Akkuschrauber, Flex, Winkelschleifer, Stichsäge, Voltameter, die Alarmanlage und zwei Wildkameras sind weg.“ Das Schloss vom Gartentor ist zerstört, der Zaun oben eingedrückt. Schon einen Monat zuvor wurde bei ihm eingebrochen, sagt Reininger. „Am 26. Dezember ging es glimpflicher aus. Die Chipkarte der Kamera ist weg, Saft und Süßigkeiten auch. Die haben wenigstens nichts verwüstet.“ Nicht weit von seinem Garten entfernt wurde eine Hauswand zertrümmert, aber nichts gestohlen. Woanders seien ein Blitzableiter und Werkzeug verschwunden.

Im Garten von Walter Menke (78) wurden Zäune und Schlösser zerstört. Seit 50 Jahren hat er auf dem Lohrberg Gärten. „Aber so etwas gab es noch nie.“ Eine feuerfeste Metalltür wurde aufgebrochen und verbogen. Vor der Tür liegt noch ein abgebrochener Schraubenzieher, etwas weiter dahinter im Gras eine Zange.

„Gefunden haben sie drinnen nichts, aber sie haben eine Kamera zertrümmert“, seufzt Manke. „Am schlimmsten war es am Schuppen. Die haben alles zerbrochen und rausgeworfen.“ Er deutet auf fünf massive Schlösser. „Die sind aufgekloppt worden.“ Ebenso beim Spind. Das Schloss ist kaputt, das Schränkchen verbogen. „Mitgenommen haben sie nur den Winkelschleifer und einen Fünf-Liter-Benzinkanister. Gottseidank ist der alte Hobel noch da, der ist noch von meinem Vater. Das nimmt einen ganz schön mit. Man weiß ja nie, was noch kommt.“ „Es tut weh“

Reininger und Menke spekulieren, ob die Einbrüche etwas mit den Garteneinbrüchen am Riederwald und in Schwanheim zu tun haben könnten. Eine Sprecherin der Polizei kann das so nicht bestätigen. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keinen Bezug zu den Gartenhütteneinbrüchen in den anderen Stadtteilen herstellen. Gartenhüttenaufbrüche ähneln sich generell häufig in der Tatbegehungsweise“, sagt sie. Angezeigt wurden laut Polizei drei Einbrüche in jener Nacht. Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa 12 000 Euro. „Den Schaden, der uns emotional zugefügt wurde, kann ich nicht beziffern. Es tut weh“, sagt Reininger.

Keine Profis

Vor drei Jahren sei es besonders schlimm gewesen, seitdem sei die Zahl der Einbrüche etwas zurückgegangen, sagt Bernd Fockenberg, der Vorsitzende des benachbarten Kleingartenvereins KGV Lohrberg,. „Damals gab es 25 Einbrüche bei uns.“ Offenbar hätten es die Täter damals gezielt auf Maschinen abgesehen.

Einige Zeit später habe die Polizei in einem Schuppen in einem privaten Garten am Lohrberg Diebesgut gefunden, darunter auch das ein oder andere, was bei den benachbarten Kleingärtnern verschwunden war. Doch nicht immer seien die Einbrecher Profis, sagt Fockenberg: Oft würden Geld und Leergut geklaut. Und in der Hälfte der Fälle bleibe es beim Einbruchsversuch. Der Schaden an den Lauben sei meist größer als der Wert der gestohlenen Gegenstände.

von ANDREAS HAUPT UND SABINE SCHRAMEK

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare