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Zehn Tage voller Lyrik

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Marcel Beyer
Marcel Beyer © Carmen Jaspersen (dpa)

Für zehn Tage verwandelt sich Frankfurt in ein kleines Paradies für alle Freunde moderner Gedichte. Bei den „Frankfurter Lyriktagen“ wurde in diesem Jahr die Zahl der Veranstaltungen im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt. Zum Abschluss lockt am 20. Juni eine „lange Lyriknacht“ im Historischen Museum.

Vom 10. bis 20. Juni versammeln die Frankfurter Lyriktage bedeutende Stimmen der deutschsprachigen und internationalen Gegenwartslyrik nun zum vierten Mal in der Mainmetropole. Hochkarätig besetzte Lesungen und Gesprächsrunden stellen wichtige Positionen der Gegenwartslyrik vor und geben einen Überblick über das, was Lyrik von heute ausmacht. Insgesamt sind 23 Veranstaltungen mit 65 Beteiligten an unterschiedlichen Orten geplant. Erstmals sind auch mehrere Angebote in der Rhein-Main-Region dabei.

Bühne für die Lyrik-Szene

Seit 2007 finden in Frankfurt die städtischen Literaturfestivals „literaTurm“ und die „Frankfurter Lyriktage“ jedes Jahr im Frühsommer im Wechsel statt. In diesem Jahr wurde die Dauer des Festivals auf zehn Tage verlängert und die Zahl der Veranstaltungen verdoppelt. Etablierte Einrichtungen wie das Frankfurter Literaturhaus, die Romanfabrik in der Hanauer Landstraße und das Hessische Literaturforum im Mousonturm wurden ebenso eingebunden wie subkulturelle Orte und Initiativen. Zu den Veranstaltungsorten zählen etwa auch das Blaue Haus am Niederräder Licht- und Luftbad oder die Frankfurter Stadtbücherei. In der Region sind Eppstein, Hofheim, Wiesbaden, Hanau, Kronberg, Oberursel und Usingen beteiligt.

„Die Lyrikszene ist so vielschichtig und vielstimmig wie lange nicht mehr. Um ihr eine Bühne zu geben, veranstalten wir die Frankfurter Lyriktage 2015“, sagt Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). Für eine öffentliche und individuelle Beschäftigung mit dieser Lyrikszene eigne sich ein mehrtägiges Festival besonders gut.

Während die drei Lyrikfestivals zuvor die Themen Liebe, Natur und experimentelle Poesie in den Fokus nahmen, steht in diesem Jahr die Gegenwartslyrik in der Fülle ihrer Facetten im Vordergrund. Kontinuierliche Ausflüge in die Musik setzen dem Programm einen wiederkehrenden Schwerpunkt und loten aus, wie sich die Nähe von Lyrik und Musik heute darstellt. „Die vierten Frankfurter Lyriktage stellen wichtige Positionen der deutschsprachigen und internationalen Gegenwartslyrik vor, die eine Kunst auf der Höhe der Zeit zeigen“, so die Programmleiterin Sonja Vandenrath. Auf ein Motto wie in den Vorjahren wurde dieses Mal ganz bewusst verzichtet. „Das öffnet den Raum für unterschiedliche Veranstaltungen, die jeweils einen eigenen thematischen Fokus setzen.“

Zu den Höhepunkten des Festivals zählt in diesem Jahr die Eröffnungsveranstaltung am 10. Juni im Dominikanerkloster: Auf Initiative der Frankfurter Lyriktage entwickelte der Schriftsteller Marcel Beyer gemeinsam mit dem Pianisten und Komponisten Hermann Kretzschmar (Ensemble Modern) ein Lesungskonzert, das zur Eröffnung seine Uraufführung erlebt. Für dieses gemeinsame Projekt hat Marcel Beyer ein Kompendium aus eigenen und ihm wichtigen Gedichten zusammengestellt, die vielfältiger Musik des 20. und 21.Jahrhunderts gegenüberstehen. Beyer und das international besetzte Ensemble Modern schaffen so gemeinsam eine Durchdringung von zeitgenössischer Poesie und Musik, wie man sie selten erlebt.

Abwechslungsreiches Programm

Weitere Höhepunkte während des zehntägigen Programms sind Veranstaltungen etwa mit Lutz Seiler am 11. Juni, Nikola Madzirov, Ilma Rakusa und Ale? ?teger am 12. Juni, Michael Krüger und Jan Wagner am 15. Juni, Bernd Begemann und Maike Rosa Vogel am 13. Juni, Ulla Hahn am 18. Juni sowie ein indonesischer Lyrikabend mit Musik vom Ensemble Modern am 16. Juni.

Unter dem Titel „Thomas Kling in memoriam“ erinnern zudem Marcel Beyer, Hans Jürgen Balmes und Peer Trilcke am 14. Juni an den bedeutenden Lyriker, der vor zehn Jahren starb. Bei der Podiumsdiskussion „Lyrik? Cool!“ am 18. Juni sprechen Nora Gomringer, Léonce W. Lupette und Daniela Seel über neue Formate der Lyrikvermittlung. Zum krönenden Abschluss der Frankfurter Lyriktage findet am 20. Juni eine lange Lyriknacht im Neubau des Historischen Museum statt, für die unter anderem Paulus Böhmer, Heinrich Detering, Marion Poschmann und Clemens Setz ihre Teilnahme bereits zugesagt haben.

Die Frankfurter Lyriktage werden vom Kulturamt Frankfurt veranstaltet und von zahlreichen Sponsoren und Kooperationspartnern sowie in der Region vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ermöglicht.

Unter sind alle Informationen zu den Veranstaltungen abrufbar. Dort gibt es auch Karten im Vorverkauf für einzelne Veranstaltungen.

(red)

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